Wohnung in Berlin-Spandau: Neue Wohnungen in Kladow – wer bevorzugt einziehen darf

Neue Wohnungen zur Miete in Berlin-Kladow (Spandau). Bis Herbst 2024 sollen die Mietobjekte fertig sein. Als potenzielle Mieter steht zwei Gruppen der Gesellschaft besonders im Fokus.
Jessica NeumayerIn Spandau wird derzeit viel gebaut. Verschiedene Wohnprojekte werden 2024 ganz oder teilweise fertiggestellt, wie die Havelmarina oder das Havel-Ufer Quartier. Auch ein Bauprojekt mit einem besonderen Fokus im Ortsteil Kladow soll noch dieses Jahr beendet werden. Doch es werden weniger Wohnungen als anfangs geplant.
Treffen ein britischer, ein italienischer und ein portugiesischer Seefahrer aufeinander, könnte das der Anfang eines Witzes sein. Es sind aber Straßenbezeichnungen eines Wohnquartiers im Spandauer Ortsteil Kladow. Im Quartier Christoph-Kolumbus-Straße sind Straßen nach Weltentdeckern wie Marco Polo, James Cook und Ferdinand Magellan benannt.
Bedarf nach Wohnraum für Senioren
Gut angebunden in der Nähe des Kladower Damms, neben der General-Steinhoff Kaserne, sollen Wohnungen für Senioren und Seniorinnen sowie Beschäftige des Landes Berlin entstehen. Verantwortlich für den Bau in der Christoph-Kolumbus-Straße 5 bis 9 ist die landeseigene Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH (Berlinovo), die das Projekt gemeinsam mit der BS Immobilienentwicklung GmbH entwickelt.
Warum das Bauprojekt insbesondere für Seniorinnen und Senioren geplant ist, erklärt ein Sprecher der Berlinovo damit, dass ab 2030 zirka 40.000 pflegebedürftige Menschen mehr in Berlin leben werden. Diese würden barrierefreien Wohnraum benötigen.
Herausgefunden wurde der Bedarf bei einer Sozialraumanalyse, die im Rahmen der Konzeptphase durchgeführt worden sei. „Diese kam zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung Berlins in den kommenden Jahren erheblich altern wird.“ Vorwiegend die Menschen in den Stadtteilen Gatow und Kladow seien stark betroffen. Dementsprechend werden dort mehr Seniorenwohnungen benötigt, laute das Ergebnis der Studie. „Wir gehen auch davon aus, dass das Angebot ebenfalls weitere Stadtgebiet Spandaus ansprechen wird.“
Weil der Bedarf an Wohnraum für Beschäftigte des Landes Berlin ebenfalls bestünde, wird diese Gruppe auch bedient. Damit solle das Quartier einen integrativen Schwerpunkt erhalten, erläutert der Pressesprecher.
Das gemischte Wohnkonzept entsteht auf einer Fläche von rund 5400 Quadratmetern. Insgesamt entstehen fünf Wohnhäuser mit jeweils zwei Geschossen und einem Dachgeschoss. Hinzu kommt ein Servicebüro zur sozialen und pflegerischen Betreuung der Seniorinnen und Senioren. Die altersgerechten Wohnungen werden alle barrierearm geplant und ausgestattet mit einer Miniküche, in der zwei Kochfelder, eine Spüle und ein Kühlschrank integriert sind. Zudem werden sie einen Balkon oder eine Terrasse besitzen.

Fünf Häuser mit jeweils zwei Stockwerken entstehen im Wohnquartier an der Christoph-Kolumbus-Straße. Einige Wohnungen sind für Seniorinnen und Senioren gedacht, andere stehen Beschäftigten des Landes Berlin zur Verfügung.
Jessica NeumayerEin zusätzlicher Gemeinschaftsbereich (100 Quadratmeter) mit einer möblierten Küche und einer Terrasse soll das soziale Miteinander fördern. Hier könne gemeinsam gekocht oder anderen Gruppenaktivitäten nachgegangen werden, heißt es auf der Webseite des Bauprojekts.
Derzeit gebe es schon Kontakt zu einem Pflegeanbieter aus Spandau, der Interesse bekundet, das Servicebüro zu übernehmen. Solange die Gespräche jedoch laufen, könne keine Aussage über das kommende Angebot gemacht werden, teilt der Sprecher des Wohnungsunternehmens mit. „Ziel ist es, dass sich das Angebot grundsätzlich an den Angeboten in vergleichbaren Wohnanlagen für Servicewohnen orientieren soll.“
Weniger Wohnungen in Berlin-Spandau als geplant
Mit der Feier des Richtfestes im Februar 2024 wurde die Anzahl der geplanten Wohnungen korrigiert. Ursprünglich waren 82 Wohneinheiten geplant. Letztendlich werden es nun jedoch 32 Wohnungen für Seniorinnen und Senioren sowie 41 Domizile für Beschäftigte im öffentlichen Dienst – also insgesamt neun Mietobjekte weniger.
„Mit der Fertigstellung des Rohbaus haben wir die Planung zugunsten von größeren Wohnungen optimiert“, sagt der Berlinovo-Sprecher. Kleinere Ein-Zimmer-Wohnungen werden auf zwei Zimmer aufgestockt. In den weiteren Schritten erfolge jetzt der Ausbau der 73 Wohnobjekte sowie die Sanitär- und Elektroinstallationen und die Fertigstellung der Fassaden und Außenanlagen.
Mietbeginn ab Herbst 2024
Im November 2024 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein. Aktuell gebe es schon ein großes Interesse. „Bereits jetzt wenden sich Interessierte an die Vermietungsabteilung der Berlinovo.“ Vermietet werden die Wohnungen jedoch frühestens vier Monate vor der Fertigstellung.
Zur Höhe der Miete sagt der Sprecher, dass der konkrete Quadratmeterpreis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden könne. Er ergänzt jedoch, „dass Berlinovo vor Ort Wohnraum zu leistbaren Mieten für breite Bevölkerungsschichten anbieten wird“. Laut Kooperationsvereinbarung zwischen Land und landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften können Mieten bis zu 15 Euro pro Quadratmeter kosten.


