Nottekanal in Königs Wusterhausen: Wann hier wieder Boote fahren könnten

Aktuell sind auf dem Nottekanal in Königs Wusterhausen Wasserlinsen statt Boote zu sehen.
Marlene Wetzel- Nottekanal in Königs Wusterhausen ist seit 2022 wegen defekter Schleuse gesperrt.
- Eine Potenzialanalyse empfiehlt E-Boote und Hausboote – Ziel ist Wassertourismus.
- Stadt fordert Sanierung oder Ersatzneubau der Schleuse; Spatenstich könnte 2030 erfolgen.
- Weitere Schritte: neue Anleger, regelmäßiges Entkrauten, Lademöglichkeit an Wassertankstelle.
- Grüne planen am Samstag, 15. August, einen Bootskorso als Kundgebung auf dem Kanal.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der rund 25 Kilometer lange Nottekanal verbindet die Dahme mit dem Mellensee. Doch statt von Booten und Schiffen befahren, ist der Kanal in Königs Wusterhausen von einem Teppich aus Wasserpflanzen bedeckt.
Seit 2022 ist die Schleuse in Königs Wusterhausen wegen eines technischen Defekts vollständig gesperrt. Von Königs Wusterhausen aus können motorisierte Boote derzeit nicht in Richtung Mellensee weiterfahren. Kleinere Boote müssen auf dem Landweg über die Schleuse getragen werden.
Das könnte sich allerdings bald ändern: Perspektivisch soll der Nottekanal wieder für Wassertourismus nutzbar werden. Eine Potenzialanalyse empfehle, die Nottegewässer wassertouristisch weiterzuentwickeln – insbesondere für elektrisch betriebene Flöße und Hausboote, teilt Stadtsprecherin Katrin Kunipatz mit.
Sanierung oder Neubau der Schleuse Voraussetzung
Voraussetzung dafür ist die Wiedereröffnung der Schleuse von Königs Wusterhausen. Und das könnte offenbar schon bald der Fall sein. Kunipatz schreibt auf Nachfrage: „Wenn durch die Ministerien jetzt die richtige Entscheidung getroffen wird, dann kann kurzfristig die Planung für den Ersatzneubau der Schleuse beginnen, und wenn alle Beteiligten motiviert am Projekt arbeiten, könnte bereits 2030 ein Spatenstich erfolgen.“
Laut Kunipatz misst die Stadt Elektrobooten zukünftig eine zentrale Rolle zu. Mehr noch: Die Notte könnte sich ihr zufolge als Modellregion für ein E-Boot-Wasserwanderrevier profilieren. So könnte an der bestehenden Wassertankstelle der Hafengesellschaft eine Lademöglichkeit für Elektroboote errichtet werden. Für die Fahrgastschifffahrt sehe die Stadt hauptsächlich gelegentliche Ausflugsfahrten bis Mittenwalde. Für diese bestünde bereits ein Anleger unmittelbar in der Nähe des Bahnhofs Königs Wusterhausen.
Einzige und zentrale Voraussetzung für den Bootsverkehr in Königs Wusterhausen sei die Sanierung oder der Ersatzneubau der Schleuse Königs Wusterhausen. Die bisherige Schleusengröße von rund 28 Metern solle aus wassertouristischer Sicht erhalten bleiben, da auch die Schleusen in Mittenwalde und Mellensee diese Abmessungen hätten. Die Durchfahrtshöhen orientierten sich stets an der flachsten Brücke. Für die üblichen Flöße und Hausboote stelle diese Höhe kein Problem dar.
Naturschutzrechtlich keine Einschränkungen
Neben der Schleusensanierung oder deren Neubau müssten weitere Anleger errichtet oder ausgebaut und der Kanal regelmäßig entkrautet werden, so Kunipatz. Naturschutzrechtlich gebe es keine Befahrungseinschränkungen. Dennoch solle der Ruhe- und Erholungswert der Gewässer erhalten bleiben. Daher werde insbesondere die Ausrichtung auf Elektroboote empfohlen.
Für die wassertouristische Erschließung des Nottekanals setze sich das „Bündnis Naturraum Notte“ ein, das aus mehreren Landkreisen, Kommunen und Anliegern bestehe. Michael Fiedler, Geschäftsführer des Hafens Königs Wusterhausen, sei deren Sprecher.
Das Bündnis gehe fest davon aus, schreibt Kunipatz, „dass sowohl im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg als auch im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz der notwendige Weitblick besteht, um die Chance zu erkennen, hier eine beispielhafte Region für sanften, naturverbundenen Tourismus zu entwickeln. Es bedarf nur noch einer kleinen Entscheidung mit einer enormen Wirkung für Jahrzehnte.“
Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen Michaela Wiezorek betonte in einem Gespräch, dass es entlang des Nottekanals in den vergangenen Jahrzehnten Investitionen durch die jeweiligen Kommunen gegeben habe. In Mittenwalde und in Gallun seien etwa Anlegemöglichkeiten mit Fördermitteln errichtet worden. Diese Investitionen würden entwertet werden, wenn man auf den Ersatzneubau der Schleuse Königs Wusterhausen verzichte.

Familie Wolter aus Berlin, Zehlendorf machen im Juli 2025 einen Ausflug mit dem Tretboot bei Königsboot in Königs Wusterhausen. Im Sommer 2026 ist das nicht möglich, weil auch die einige hundert Meter weiter gelegene Eisenbahnüberführung gesperrt ist.
Till EichenauerInsgesamt seien seit 1990 über 10 Millionen Euro in der Nottekanalregion für den Wassertourismus investiert worden, darin enthalten sei auch der bereits vor Jahren realisierte Ersatzneubau der Schleuse Mellensee, schreibt Kunipatz noch.
Grüne veranstalten Kundgebung auf Nottekanal
Am Samstag, 15. August, veranstalten der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Dahme-Spreewald und der Ortsverband Königs Wusterhausen einen Bootskorso auf dem Nottekanal, um auf die Situation aufmerksam zu machen.
Bootskorso der Bündnisgrünen auf dem Nottekanal am Samstag, 15. August
Treffpunkt für den Bootskorso ist der Bootsverleih Königsboot in der Schloßstraße 5 um 16 Uhr.
Wie Anne Kotula von den Grünen mitteilt, hat sie insgesamt 22 Plätze auf Kanus und Tretbooten reserviert. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, mitzufahren oder mit ihren eigenen Booten vorbeizukommen. Die Veranstaltung sei als Kundgebung des Ortsverbands der Grünen von Königs Wusterhausen angemeldet.
Große Teile des Nottekanals seien aktuell mit Wasserlinsen bedeckt. Hohe Temperaturen, die geringe Strömung und die ausgefallene Schleuse schränkten den Wasseraustausch ein und begünstigten deren Ausbreitung, heißt es in einer E-Mail von den Grünen. Eine geschlossene Decke aus Wasserlinsen könne den Sauerstoffeintrag verringern und Fische sowie Kleintiere belasten. Die Bündnisgrünen sehen ebenfalls das Land Brandenburg in der Pflicht, die Situation zu ändern.
Zusätzlich zur Schleuse ist auch die Eisenbahnüberführung von Königs Wusterhausen wegen Arbeiten an der Brücke noch bis voraussichtlich Dezember 2026 gesperrt. Boote und Schiffe können deshalb aktuell auch nicht in Richtung Dahme fahren.


