Expo 2035 in Berlin: Hinweise auf geheimen Ort für Weltausstellung in Schönefeld

Mit der EXPO 2035 hoch hinaus: Der Blick aus einem startenden Flugzeug in Richtung Berlin. Links im Bild sind große Freiflächen im Schönefelder Ortsteil Waltersdorf zu sehen.
Till Eichenauer- Berlin und Brandenburg prüfen eine Bewerbung für die EXPO 2035, Konzept bis Oktober geplant.
- Schönefeld gilt als Favorit für das „Main Venue“, da dort ausreichend Fläche verfügbar ist.
- Bürgermeister Hentschel nennt keinen konkreten Ort, um Preissprünge bei Grundstücken zu vermeiden.
- Hinweise deuten auf Waltersdorf nahe A13 und Regionalbahn hin – Selchow scheidet laut Barthel aus.
- Gemeinden südöstlich von Berlin unterstützen die Expo, politische Entscheidungen in Berlin stehen an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Das wird keine kleine ILA“, sagte Helmuth Barthel, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Dialogforums Airport Berlin Brandenburg, unlängst vor Politikern und Wirtschaftsvertretern in Schönefeld. Barthel spielte damit auf das Ausmaß der Weltausstellung Expo an, die man 2035 gerne an die südwestliche Stadtgrenze von Berlin holen will.
Zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) kamen in diesem Sommer an fünf Tagen etwa 110.000 Besucher auf das Messegelände am Flughafen in Schönefeld. Eine Weltausstellung ist tatsächlich eine andere Kragenweite: Bei der letzten Expo in Deutschland, das war jene im Jahr 2000 in Hannover, gab es über fünf Monate etwa 18 Millionen Besucher, in Osaka (Japan) im vergangenen Jahr sogar 27 Millionen.
Um die Expo 2035 wollen sich Berlin und Brandenburg gemeinsam bewerben. Bis Oktober soll ein gemeinsames Konzept für eine Bewerbung vorliegen. Aktuell bewegt sich aber wenig, da in Berlin Mitte September zunächst ein neuer Bürgermeister gewählt wird. In den Gemeinden nahe Schönefeld ist man sich aber einig: Die Bürgermeister südöstlich von Berlin unterstützen eine Weltausstellung in ihrer Region.
Schönefeld als ‚Main Venue‘ für die Expo 2035 in Brandenburg
Allen voran setzt sich Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel für die Expo ein. Die Expo sei ein „Jahrhundert-Impuls“ und ein „strategischer Beschleuniger, der jahrzehntelange Investitionen, Infrastrukturprojekte und Quartiersentwicklungen“ bringen könne. Jedoch sind neben Schönefeld auch die ehemaligen Flughäfen Tegel und Tempelhof im Gespräch.
Hentschel sieht aber seine Gemeinde mit dem aktiven Flughafen BER als Favoriten: „Nach den aktuellen Diskussionen wird Schönefeld als ‚Main Venue‘ vorgesehen, weil in der Gemeinde auch die notwendige Fläche verfügbar wäre.“ Aber wo auf dem Gemeindegebiet in Schönefeld könnte Hauptveranstaltungsort der Weltausstellung 2035 sein?
Jetzt, wo Brandenburg und Berlin offiziell eine Bewerbung prüfen, „kann man sich ein wenig aus der Deckung wagen“, sagt Hentschel. „Es gibt verschiedene Stellen in der Gemeinde Schönefeld. Wir sind eine Flächengemeinde, wo zumindest auf der Landkarte sehr viel Platz vorhanden ist.“
Einen konkreten Ort für die Weltausstellung will er aber nicht nennen: „Wir halten uns da sehr, sehr zurück, über mögliche Standorte zu sprechen. Sobald man sich festlegt, steigen die Grundstückspreise ins Unermessliche.“ Die Entscheidung werde erst bekannt gegeben, wenn man schon vorher im Stillen die Flächen gesichert habe, so Hentschel.
Expo-Areal in Schönefeld bleibt ein Geheimnis
Helmuth Barthel vom Dialogforum Airport Berlin Brandenburg ließ hier bereits etwas mehr durchblicken. Der Bürgermeister habe sich bereits mit seinen Gemeindevertretern über ein Gelände verständigt. „Es wird nicht Selchow sein, sondern es wird ein Gelände sein, das deutlich näher an der Stadt ist und verkehrstechnisch noch erschlossen werden soll“, so Barthel.

Satellitenaufnahme von Schönefeld mit größeren Freiflächen im Ortsteil Waltersdorf im Osten des Flughafens BER.
Till Eichenauer (Bild von Google Earth)Noch deutlicher wird Olaf Damm, Ortsvorsteher von Waltersdorf im östlichen Gemeindegebiet von Schönefeld. Er sagt: „Waltersdorf ist im Spiel.“ Wenn man sich die Karte anschaue, gebe es Gebiete mit Anbindungen an Schiene und Straße, auf denen große Veranstaltungen wie die Weltausstellung möglich wären. Genaueres sagte Damm aber nicht, lediglich, dass Waltersdorf den allergrößten und wichtigsten Teil der Expo möglicherweise mit entsprechenden Flächen abdecken könne, so Damm.
Ein Blick auf Satellitenbilder von Waltersdorf zeigt einige Freiflächen nahe der Autobahn A13 und der Regionalbahnlinie, auf der aktuell die RB22 und der RE20 fahren. Zur Gemeinde Schönefeld gehören neben dem Kernort Schönefeld und Waltersdorf noch Großziethen, Kiekebusch, Selchow, Waßmannsdorf. Welches Areal es am Ende möglicherweise wird, würde aber wohl erst bekannt, falls Brandenburg und Berlin offiziell ihre Bewerbung für die Expo einreichen.

