Fluglärm am Flughafen BER: So viele Nachtflüge werden abgelehnt

Flugzeuge am Flughafen BER. Das Nachtflugverbot in Schönefeld sorgt weiter für Diskussion – obwohl zuletzt deutlich weniger Flugzeuge in der Kernnachtzeit geflogen sind.
Jörg Carstensen/dpa- BER-Nachtflugverbot bleibt Streitpunkt – von 0 bis 5 Uhr sind Starts und Landungen verboten.
- Minister Crumbach regt Ausnahmen für leicht verspätete Flieger nach 0 Uhr an.
- Bis November vergangenes Jahr: 81 Anträge, 47 genehmigt, 32 abgelehnt, 28 Flüge in der Kernzeit.
- Dezember 2025 bis Mai 2026: 41 Anträge, elf genehmigt; eine Landung und zwei Abflüge.
- LuBB begründet 2026-Ausnahmen mit Eisregen im Februar; auch Cyberangriff und Drohnenfälle genannt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Diskussion um das Nachtflugverbot am Flughafen BER kommt fast so regelmäßig hoch wie die Ferienflieger nach Mallorca über Blankenfelde-Mahlow. Zuletzt hatte Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) argumentiert, dass leicht verspätete Flieger auch nach der Sperrstunde um 0 Uhr in Ausnahmefällen noch in Schönefeld landen könnten, um aufwendige Umleitungen zu vermeiden. Denn am Flughafen BER darf von 0 Uhr bis 5 Uhr früh kein Flugzeug starten oder landen.
Bisher ist es so, dass Flugzeuge, auch wenn sie nur eine Minute nach Mitternacht aufsetzen würden, an andere Flughäfen ohne Nachtflugverbot, wie Hannover, umgeleitet werden. Die Passagiere werden dann per Bus nach Berlin gebracht. Die Forderung nach weniger Nachtflugverbot wird auch von der Fluggesellschaft Ryanair immer wieder lautstark vorgebracht – die Anwohner des Flughafens lässt sie aber sprichwörtlich schlecht schlafen. Denn die Menschen in Waltersdorf, Eichwalde, Erkner und Blankenfelde-Mahlow fürchten, dass so schrittweise das Nachtflugverbot insgesamt aufgeweicht werden soll.
Die Hüterin des Nachtflugverbots ist die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB). Sie bestraft auch die Nichteinhaltung, wie die Landung einer Ryanair-Maschine, die im vergangenen Jahr zwei Minuten nach Mitternacht in Schönefeld aufgesetzt war. Bei der LuBB müssen die Fluggesellschaften auch die Anträge auf Ausnahmen stellen.
Nachtflüge gehen 2026 am BER deutlich zurück
Ein Blick auf die Zahlen der LuBB zeigt: Im vergangenen Jahr bis einschließlich November wurden insgesamt 81 „Anträge auf Durchführung von Flugbewegungen innerhalb der Betriebsbeschränkungszeit“ am Flughafen BER gestellt. Davon wurden 47 genehmigt, 32 abgelehnt. Tatsächlich zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens geflogen sind 28 Flugzeuge.
Im Zeitraum Dezember 2025 bis einschließlich Mai 2026 sehen die Zahlen anders aus: Es gab mit 41 Anträgen vergleichbar viele Anträge, jedoch genehmigte die LuBB nur elf davon. Und während der Kernnachtzeit gab es schlussendlich nur eine Landung und zwei Abflüge.
Auf Nachfrage nannte die LuBB den Grund für die Genehmigungen 2026: „Das Eisregenereignis im Februar war die einzige Lage, die Ausnahmen vom Nachtflugverbot in der Abwägung mit den Anwohnerinteressen nach Maßgabe des Planfeststellungsbeschlusses zuließ“, so die Sprecherin Birgit Schuster. Aus einem Dokument der LuBB geht hervor, dass die meisten Anträge im vergangenen Jahr mit dem Cyberangriff im September und den Drohnensichtungen Ende Oktober 2025 zusammenhingen.
Insgesamt seien die Gründe für Nachtfluganträge der Fluggesellschaften an die LuBB aber laut Schuster sehr unterschiedlich. „Die Gründe können Verspätungen beim Umlauf der Flugzeuge wegen Streiks an anderen Flughäfen oder Unwetter, wie typischen Sommergewittern oder Winterlagen, sein“, sagt Schuster. Auch Verzögerungen bei den Passagierabfertigungen am BER oder an anderen Flughäfen oder technische Probleme könnten zudem die Ursache sein.

