Grünfläche in Königs Wusterhausen: Stadt mäht weniger und spart - mit welchen Folgen?

In Königs Wusterhausen werden die Grünflächen seit 2026 weniger gepflegt. Was das für die Stadt sowie Bürgerinnen und Bürger bedeutet.
Marlene Wetzel- Königs Wusterhausen reduziert die Grünflächenpflege, um den Haushalt zu entlasten.
- Grünstreifen an Straßen werden weiterhin zweimal jährlich gemäht, Flächen einmal seltener.
- Die Stadt prüft, ob Kosten der Bankettmahd auf Anlieger umgelegt werden können.
- Kürzungen bei Großbaumpflege und Flächenmahd sollen jeweils 50.000 Euro sparen.
- Nabu sieht höhere Wuchshöhen als technisch und kostenintensiv, Schafe gelten als Alternative.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Königs Wusterhausen könnte in Zukunft grüner werden, oder zumindest grüner aussehen. Denn die Stadt reduziert ihre Grünflächenpflege.
Wie Stadtsprecherin Ursula Schlecht auf Nachfrage bekannt gibt, werden Grünstreifen an Straßen, das sogenannte Bankett, weiterhin zweimal jährlich gemäht. Weniger gemäht werden nur die Grünflächen. Um genau zu sein, einmal weniger jährlich. Damit wurde 2026 begonnen und soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden.
Wie aus dem Katalog der Konsolidierungsmaßnahmen der Stadt Königs Wusterhausen hervorgeht, wird auch die Großbaumpflege wie in den letzten zwei Jahren, reduziert. Das betrifft vor allem Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen, die sehr große Bäume auf ihren Grundstücken stehen haben.
Diese hatte die Stadt vorher finanziell unterstützt, nämlich die Hälfte der Kosten für notwendige Pflegemaßnahmen übernommen, so Schlecht. Aktuell prüfe die Stadt noch, ob die Kosten der Bankettmahd auf Anlieger umgelegt werden können.
50.000 Euro Einsparung durch reduzierte Grünflächenpflege
Grund für die Reduzierung der Grünflächen- und Großbaumpflege ist die aktuelle Haushaltslage. Von der Kürzung der Großbaumpflege verspricht sich die Stadt Einsparungen von 50.000 Euro im Jahr. Auch durch die Reduzierung der Flächenmahd sollen 50.000 Euro gespart werden.
Je weniger gemäht wird, desto mehr Geld kann eingespart werden, sagt auch Matthias Rackwitz, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Dahmeland auf Nachfrage am Telefon. Was erst mal nach einer Milchmädchenrechnung klingt, ist so einfach allerdings nicht. Denn für längere Wuchshöhen über 50 Zentimeter brauche man andere, häufig kostspielige Technik, erklärt Rackwitz. Wer die nicht habe, könne längere Wuchshöhen nicht regelmäßig beackern.
Auf die Frage, ob es eine Option für die Stadt sei, in neue Geräte zu investieren, die die Grünflächenpflege langfristig günstiger machen würden, äußert sich Schlecht nicht eindeutig. Sie schreibt: „Der Städtische Betriebshof schafft regelmäßig neue, effektivere Geräte an. Im vergangenen Jahr zwei neue Freischneiderarme für die Multicar.“ Die Multicar ist ein vielseitig einsetzbares Nutzfahrzeug, das etwa mähen und die Straße von Laub oder Schnee reinigen kann.
Welchen Wuchshöhen die Mitarbeitenden damit Herr beziehungsweise Frau werden könnten und wie viele Wochen die Wiese – und damit der Lebensraum für Insekten und Kleintiere – theoretisch wachsen könnte, geht aus der Antwort nicht hervor.
Längere Wuchshöhen könnten neben der Anschaffung der notwendigen Mähgeräte auch noch andere Kosten verursachen, sagt Rackwitz. Städtisches Mähgut müsse fast zu 100 Prozent kompostiert werden und das koste. Der Redaktion liegt jedoch keine Information darüber vor, ob Königs Wusterhausen sein Mähgut kompostiert.
Schafe sind kostengünstigere Mähmethode
Damit das Gras gar nicht erst so hoch wachse, könnte die Stadt auch Schafe auf die Flächen stellen, wie sie mal im Königspark gestanden hätten, schlägt Rackwitz vor. Am Ende benötige eine Stadt, wenn sie weniger mähe oder Schafe nutze, auch weniger Personal zur Grünflächenpflege und könne dadurch wiederum Geld sparen.
Wuchshöhen sind, von Finanzen mal abgesehen, aber offenbar ein emotionales Thema für die KWer. Einerseits schrieb Stadtsprecherin Katrin Kunipatz zu einem früheren Zeitpunkt, dass es zahlreiche Blühwiesen in KW gebe und blühende Bereiche bei der Bankettmahd und Grünflächenpflege, sofern sie nicht verkehrsbehindernd seien, stehen gelassen und nach dem Abblühen gemäht würden.
Andererseits schreibt Stadtsprecherin Ursula Schlecht auch, dass ursprünglich geplant gewesen sei, das Bankett im Frühling nur direkt an der Straße zu mähen und seine zweite Reihe bis zur Mahd im August/September stehen zu lassen. Weil das Sachgebiet Öffentliches Grün und Friedhöfe aber damit gerechnet habe, dass das zu viel Unmut führen würde, hätten sich die Verantwortlichen dafür entschieden, stattdessen einen Arbeitsgang in der Flächenmahd zu reduzieren.
„Es muss alles ordentlich aussehen, so war es Standard“, sagt Matthias Rackwitz vom Nabu und ergänzt: „Die Maschinen sind gerattert und gelaufen, haben gemäht, sind nach fünf Jahren verschlissen gewesen, mussten ersetzt werden und so weiter. Das ist Wahnsinn.“
Dass aufgrund von Verkehrssicherheit gemäht werden muss, findet er sogar „frei erfunden“. Wenn es mal an einer Stelle eine Sichtbehinderung gebe, solle man doch dort mähen und nicht die ganze Stadt. Der Nabu begrüße es, wenn die Stadt ein wirklich ökologisches Konzept verfolgen würde – und wenn sie es richtig mache, spare sie damit auch Geld.


