Grünfläche in Königs Wusterhausen
: Hat die Stadt eine neue Blühwiese?

Vor dem Amtsgericht in Königs Wusterhausen wächst eine Wiese vor sich hin, während andere Flächen längst gemäht wurden. Was hat es damit auf sich?
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Die Wiesenfläche vor dem Amtsgericht von Königs Wusterhausen sorgt für Verwirrung: Soll das so?

Till Eichenauer
  • Vor dem Amtsgericht in Königs Wusterhausen wächst die Wiese weiter – Verwirrung um Zuständigkeit.
  • Stadt erklärte zunächst, das Gericht sei zuständig, korrigierte später: Flurstück gehört der Stadt.
  • Gericht ließ zuvor den Hausmeister pflegen, nach Umbau entstanden Wege und Fahrradständer auf der Fläche.
  • Stadtbetriebshof mäht nach Jahresvertrag: Abwägung zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz.
  • Bankettmahd erfolgt zweimal im Jahr, Eingriff ab 70 bis 80 Zentimetern Höhe – Gespräche laufen weiter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Verschiedene Gräser, meterhoch, und unterschiedliche bunte Blumen – hat KW eine neue Blühwiese? Auf den ersten Blick wirkt die Fläche vor dem Amtsgericht jedenfalls so. Und zwar seit Wochen.

Während andere Flächen schon Anfang des Sommers ratzekahl gemäht oder mit Blumen bepflanzt wurden, wuchert die Fläche in der Gerichtsstraße munter vor sich hin.

Auf Nachfrage bei der Stadt, woran es liege, dass die Grünflächen in der Stadtmitte verschiedene Längen haben, ob die Flächen unterschiedlich definiert seien und ob es ein Mähkonzept gebe, antwortete Stadtsprecherin Katrin Kunipatz schon Anfang Juni 2026.

Abwägung zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz

Ein Konzept im eigentlichen Sinn sei nicht nötig. Der städtische Betriebshof kümmere sich im Rahmen eines Jahresvertrages im Auftrag der Stadt um die einzelnen Blühwiesen und Bankette kommunaler Straßen. Dieser Jahresvertrag lege unter anderem fest, wie oft die entsprechenden Flächen gemäht würden. Die Abwägung müsse dabei zwischen der Verkehrssicherheit (Sichtbeziehung an Kreuzungen und Einfahrten, Befahrbarkeit der Straßen und Wege) und dem Naturschutz getroffen werden.

Die komplette Mulden- und Bankettmahd erfolge zweimal im Jahr und dauere in der gesamten Stadt und den Ortsteilen zwischen vier und sechs Wochen, erklärte Kunipatz weiter. In der Stadt Königs Wusterhausen würden 230 km kommunale Straßen bewirtschaftet werden. Die Bankettmahd sei eine reine Verkehrssicherungsmahd. Erst wenn der Bankettbewuchs Höhen zwischen 70 und 80 Zentimetern erreiche, müsse dringend gehandelt werden.

Wem gehört die wilde Wiese in der Gerichtsstraße?

Auf die Frage, ob vor dem Gericht eine neue Blühwiese entstehe, antwortete Kunipatz, Blühwiesen gebe es in Königs Wusterhausen auf verschiedenen städtischen Flächen, beispielsweise
an der Potsdamer Straße, wo einmal eine Kaufhalle stand. Auf Flächen von einigen ehemaligen Deponien, auf der Fläche an der Rütgersstraße und im Bereich des Ufers in Zernsdorf.
Diese Flächen seien teilweise als Blühwiesen gekennzeichnet oder eingezäunt.

Für die Fläche vor dem Gericht sei aber die Stadt Königs Wusterhausen nicht zuständig, sondern das Amtsgericht beziehungsweise der Brandenburgische Liegenschaftsdienst.

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Das Flurstück vor dem Amtsgericht in der Gerichtsstraße gehört der Stadt Königs Wusterhausen.

Stadtverwaltung Königs Wusterhausen

Doch auch die wollten nicht die Eigentümer der wilden Wiese sein. Dort nachgefragt, hieß es: „Die Fläche gehört der Stadt.“ Tage später korrigierte Kunipatz dann ihre Aussage: „Die Fläche vor dem Gericht gehöre vom Flurstück her der Stadt Königs Wusterhausen.“

In der Vergangenheit habe der damalige Hausmeister des Gerichts die Grünfläche gepflegt. Nach dem Umbau habe das Land für das Gericht eine Wegefläche vom Parkplatz zum Haupteingang und Fahrradständer auf diesem Flurstück errichtet. Weiterhin seien Ersatzbäume vom Gerichtsumbau auf der Grünfläche gepflanzt worden.

Daher seien die Verantwortlichen des Sachgebiets Öffentliches Grün und Friedhöfe davon ausgegangen, dass sich das Gericht weiterhin um die Fläche kümmere. Die Stadtverwaltung werde entsprechend mit dem Gericht ins Gespräch kommen, um den Sachverhalt zu klären, schrieb Kunipatz Anfang Juni. Der Höhe der Wiese nach zu urteilen, scheint es, dass die Gespräche weiter anhalten. Die Insekten werden sich freuen.