Parken in Königs Wusterhausen: Nehmen Ferienparker den KWern die Parkplätze weg?

Auf dem großen Parkplatz am Bahnhof von Königs Wusterhausen stehen viele ortsfremde Autos. Urlaubsparker, die die Plätze klauen?
Marlene Wetzel- Parkplatzsuche am Bahnhof Königs Wusterhausen ist morgens schwierig – hohe Auslastung.
- Test zu Ferienbeginn: Kennzeichen am 19.10. erfasst, am 23.10. erneut kontrolliert.
- 366 Autos gezählt, 43 wurden nicht bewegt; größte Gruppe davon kam aus LDS und KW.
- Etwa ein Drittel der Autos hatten ortsfremde Kennzeichen, viele aus Berlin und Oder-Spree.
- Verdacht auf Ferienparker vom BER erhärtete sich nicht, eher blockieren Einheimische Plätze.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die Parkplatzsituation rund um den Bahnhof von Königs Wusterhausen ist angespannt. Schon morgens früh finden Autofahrende hier keinen Parkplatz mehr. Das beeinträchtigt besonders den Alltag von KWern, die ihr Auto am Bahnhof stehen lassen möchten, um von dort aus den Zug zur Arbeit zu nehmen, und von Pendelnden, die in KW arbeiten.
Das Problem soll sich durch ortsfremde Urlauber verschärfen, die vom Flughafen BER aus in die Ferien fliegen und ihr Auto währenddessen kostengünstig in KW abstellen. So vermutet es zumindest Stadtverordneter Simon Grzyk (FDP). Er sagt, wenn er morgens über den Parkplatz laufe, wundere er sich, wie viele Autos dort mit fremden Nummernschildern stünden und seinem Eindruck nach über einen längeren Zeitraum unbewegt blieben. Am Flughafen zu parken, kostet pro Woche zwischen 80 und 200 Euro. Auf den beiden Parkplätzen an der Storkower Straße kostet es hingegen nichts.
Davon ausgehend, dass die meisten Ferienparker ihr Auto in den Schulferien in KW abstellen, haben wir den Test gemacht und uns die Parkplatzsituation zu Beginn der Herbstferien einmal angeschaut.
Parkplatz am KWer-Bahnhof: Bleiben Autos tagelang stehen?
Am Montagmorgen, 19. Oktober, erster Tag der Herbstferien, haben wir alle Kennzeichen der Autos auf dem großen Parkplatz neben dem Kreisverkehr an der Storkower Straße notiert. Am Freitagvormittag, 23. Oktober, sind wir den Parkplatz noch einmal abgelaufen und haben kontrolliert, welche Autos noch immer an Ort und Stelle stehen, also innerhalb der ersten Ferienwoche nicht bewegt wurden. Natürlich verstehen wir den Test nicht als repräsentative Studie, aber als Indiz dafür, ob Urlauber, die vom BER aus fliegen, den KWer Parkplatz tatsächlich nutzen, um Geld zu sparen.
Nach Angaben der Stadt aus dem Juli 2026 hat der große Parkplatz an der Storkower Straße 301 Parkplätze und fünf Parkplätze für Menschen mit Behinderung. Bei voller Belegung haben wir am Montagmorgen allerdings 366 geparkte Autos und drei freie Parkplätze für Menschen mit Behinderung gezählt.
Von den 366 Autos wurden 43 zwischen Montag und Freitag nicht bewegt. Das entspricht knappen 12 Prozent. Die größte Gruppe von Fahrzeugen, die nicht bewegt wurden, hatte die Kennzeichen „LDS“ und „KW“, nämlich 16 Pkws. Zur Erinnerung: Seit 2015 können Bewohner von Königs Wusterhausen wieder zwischen den Kennzeichen „KW“, „LDS“, „LC“ für Luckau und „LN“ für Lübben wählen. Zwischen 1993 und 2015 hatten alle neu zugelassenen Fahrzeuge im Landkreis Dahme-Spreewald das Kennzeichen „LDS“ bekommen.
Mit den Kennzeichen „LN“ und „LC“ wurden weitere drei Pkws nicht bewegt. Zwar erscheint es uns wenig wahrscheinlich, dass KWer die Kennzeichen „LC“ und „LN“ wählen – und wenn, dann nur vereinzelt –, aber zählt man sie dazu, so wird die Gruppe von einheimischen Autos, die am Bahnhof über mehrere Tage stehen gelassen werden, noch größer. Zusammengenommen sind es dann 19 Autos.
Autos kommen aus Berlin und ganz Deutschland
Die zweitgrößte Gruppe der Autos, die am Freitag noch immer am selben Platz standen, kam aus Berlin, insgesamt waren das zehn Autos.
14 Autos, die über mehrere Tage in KW stehen gelassen wurden, hatten ganz unterschiedliche Kennzeichen. Vier davon kamen aus dem Nachbarlandkreis Oder-Spree und eins aus Teltow-Fläming. Ein weiteres aus Brandenburg, aus dem Landkreis Oberhavel. Die übrigen neun Fahrzeuge kamen aus ganz Deutschland: eins aus dem Erzgebirge, eins aus Lippstadt, eins aus Bautzen, eins aus dem Landkreis Heilbronn, eins aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, eins aus dem Kreis Ostholstein, eins aus Leipzig und eins aus dem Landkreis Wolfenbüttel.
Danach sind 24 von 366 Autos, die über mehrere Tage am KWer Bahnhof stehen gelassen wurden, wirklich ortsfremd, das heißt jedes 15. Auto. Dabei stammt jedoch die Hälfte von ihnen aus der näheren Umgebung.
Wie Simon Grzyk haben auch wir dennoch festgestellt, dass auf dem Parkplatz viele ortsfremde Autos stehen – wenn auch nicht über mehrere Tage hinweg. Am Montag hatten 116 Autos von 366 ein Kennzeichen außerhalb von LDS, inklusive „KW“, „LN“ und „LC“. Das entspricht einem Drittel. Viele davon haben aber ein Berliner Kennzeichen oder kommen aus Oder-Spree, was auf Pendelnde schließen lässt.
Der Verdacht, dass ortsfremde Ferienparker den KWern die Parkplätze am Bahnhof wegschnappen, hat sich somit, zumindest im Oktober 2026, nicht erhärtet. Wenn, dann sind es die KWer selbst, die hier während ihres Urlaubs parken und die Parkplätze blockieren. Trotzdem stehen auch viele ortsfremde Autos auf dem Parkplatz am Bahnhof, sodass man über eine Parkregelung nachdenken könnte, die den KWer Pendelnden das Leben erleichtert. Schließlich zählt hier jeder einzelne Platz.


