Pendeln S46 nach Königs Wusterhausen: Warum ich mir ein E-Klappfahrrad gekauft habe

Von Berlin nach Königs Wusterhausen: Unsere Reporterin nutzt das Fahrrad hauptsächlich in Kombination mit der S-Bahn S46.
Lars Kossmann- Pendeln mit S-Bahn und E-Klapprad: mehr Flexibilität zwischen Berlin und Königs Wusterhausen.
- Klapprad gilt eingeklappt als Gepäck und fährt in Bahn kostenlos mit, sagt die Deutsche Bahn.
- Vorteil im Alltag: schnellere Wege bei langen Fußstrecken und während Ersatzverkehr auf der S46.
- Nachteile: Angst vor Diebstahl, schweres Rad, fehlende oder defekte Aufzüge belasten.
- Versicherung und zwei Schlösser sollen schützen, im Winter könnte die Nutzung abnehmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Autofahren wird immer teurer und der ÖPNV ist für manche Strecken umständlich. Auch wenn ich ein Fan von zweiterem bin, sehe ich das ein: Weite Fußwege von den Haltestellen in Berlin sorgen dafür, dass man überall hin gefühlt eine halbe Stunde braucht. Egal, wie nah oder weit entfernt das Ziel ist. Für manche Strecken muss man einen großen Umweg fahren.
Und im südlichen Speckgürtel, wo ich arbeite, also in Königs Wusterhausen, Wildau oder Erkner, ist die Situation ohne eigenes Gefährt noch viel komplizierter. Deshalb beschloss ich, mir ein Klapprad zu kaufen, um in Kombination mit meinem Deutschlandticket noch flexibler zu sein.
Fahrradfahren ist eigentlich nicht mein Ding. Ich bin besonders langsam. Selbst wenn ich regelmäßig fahre, bleibe ich „das Rücklicht“. Als Jugendliche bin ich einmal vor Anstrengung vom Rad gefallen und kam ins Krankenhaus. Bisher war es mir lieber, wenn ich kein Rad besitze und so ein gutes Argument habe, warum ich nicht schnell gemeinsam irgendwohin fahren kann.
Klapprad fahren in Königs Wusterhausen – kostenlose Mitnahme
Trotzdem habe ich nun sogar ein besonders teures Fahrrad im Hof stehen. Denn ein Elektro-Bike erschien mir als geeigneter Kompromiss: Sobald meine Muskeln streiken, schalte ich einfach hoch und flitze davon. Außerdem war mir wichtig, dass es ein Klapprad wird – damit ich es kostenlos mit in die Bahn nehmen kann und nichts extra zahlen muss.
Seit etwa zwei Monaten habe ich das Fahrrad. Und bis jetzt sind meine Erfahrungen durchweg gut. Es macht Spaß, mit dem Fahrrad endlich mal richtig Gas zu geben. Besonders beim Pendeln zur Arbeit ist es praktisch.

Die Autorin mit ihrem E-Bike im Aufzug der Deutschen Bahn. Am Baumschulenweg war der Aufzug diesmal nicht defekt.
Lars KossmannKönigs Wusterhausen ist vom Baumschulenweg in Berlin aus zwar gut mit den S-Bahn-Linien S46 und S8 zu erreichen – aber Recherchen in den Ortsteilen gestalten sich schwierig. Manchmal kommt der Bus nur einmal in der Stunde und meistens ist er gerade weggefahren – zumindest bleiben diese Tage in Erinnerung. Kurz mal zum Fontaneplatz oder zum Funkerberg? Zu Fuß ist selbst das vom Bahnhof KW aus eine weite Strecke.
Mit meinem Fahrrad konnte ich auch während des Ersatzverkehrs zwischen Baumschulenweg und Schöneweide gut Zeit einsparen. Als kürzlich Ersatzbusse zwischen Grünau und Königs Wusterhausen fuhren, habe ich es vorsorglich zu Hause gelassen – ich befürchtete, im vollen Bus nicht mitfahren zu dürfen. Obwohl es sich um ein Klapprad handelt, das offiziell als Gepäckstück gilt, könnte es doch sein, dass manche Busfahrer das anders sehen.
Kostenlos ist die Mitnahme eines Klapprads in den öffentlichen Verkehrsmitteln nur, wenn man es auch einklappt. „Ein zusammengeklapptes Faltrad muss im Zug wie Gepäck untergebracht werden. Nutzen Sie z.B. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche“, steht dazu auf der Webseite der Deutschen Bahn. Es sollte vollständig zusammengeklappt sein. Für mich war das bisher kein Problem: Es funktioniert schnell und einfach. Kontrolliert worden bin ich mit dem Fahrrad bisher nicht. Also bin ich nicht hundertprozentig sicher, ob ich alles richtig mache.
Der Nachteil des E‑Bikes: die Angst vor Diebstahl
Der einzig spürbare Nachteil an diesem E-Bike ist die Sorge, dass es geklaut werden könnte. Ich habe eine Diebstahlversicherung für 79 Euro im Jahr abgeschlossen und zwei Schlösser für insgesamt etwa 70 Euro bei Ebay Kleinanzeigen gekauft. Und ich nehme den Akku mit, wenn ich es über Nacht im Innenhof anschließe.

Die Autorin beim Zusammenklappen des Fahrrads in der S-Bahn. Das fällt ihr leicht im Vergleich zu anderen Dingen, die mit dem E-Bike zusammenhängen.
Lars KossmannTrotzdem stresst mich der Gedanke, dass es geklaut werden könnte, und ich überlege immer genau, wo ich es hinstelle. Besonders wenn mein E-Bike nur an das eigene Rad oder ein anderes Fahrrad angeschlossen werden kann, etwa in einem Treppenhaus oder vor einer Bar, werde ich unruhig. Die Versicherung zahlt in diesem Fall nicht und wer weiß, was es noch für Gründe gibt, die ich womöglich übersehen habe.
Hinzu kommt, dass das Fahrrad samt Schloss ziemlich schwer ist. Wenn es keinen Aufzug gibt, wie zum Beispiel am Nöldnerplatz in Berlin, oder der Aufzug mal defekt ist, ist das beschwerlich. Manchmal nehme ich es auch wegen der Diebstahlgefahr mit in die Wohnung, wenn ich zu Besuch bin. In vielen Berliner Häusern gibt es keine Aufzüge.
Natürlich kommt auch bald der Winter und dann ist es wahrscheinlich nicht mehr so gemütlich, auf dem E-Bike. Vielleicht schalte ich den Elektromotor dann freiwillig aus, um ein bisschen Wärme zu produzieren. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich es dann einfach nicht mehr benutze. Trotzdem denke ich, dass sich der Kauf für die drei übrigen Jahreszeiten gelohnt hat.

