Radwege Königs Wusterhausen
: Die Strecke vom Bahnhof nach Diepensee im Test

Wie gut sind die Radwege von Königs Wusterhausen? MOZ.de probiert es aus und fährt mit dem Rad in alle Ortsteile. Dieses Mal nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
Jetzt in der App anhören
Auf dem Weg zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen und Deutsch Wusterhausen sowie Diepensee  dürfen Radfahrer fast überall auf dem Gehweg fahren – allerdings nur im Schritttempo.

Auf dem Weg zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen und Deutsch Wusterhausen sowie Diepensee dürfen Radfahrer fast überall auf dem Gehweg fahren – allerdings nur im Schritttempo.

Marlene Wetzel
  • Test der Radwege zwischen Bahnhof Königs Wusterhausen, Deutsch Wusterhausen und Diepensee.
  • Häufig Gehwege mit „Rad frei“ und Schrittgeschwindigkeit, Wege meist ca. zwei Meter breit.
  • Problemstellen: fehlende Radführung am Schloßplatz, Absperrungen, unnötige Seitenwechsel.
  • Positiv: neue Markierungen an der Kreuzung Chausseestraße/B179 führen klar über die Straße.
  • Variante nach Diepensee: Spielstraßen und Brücke nur stadtauswärts für Räder frei, Hauptstraße ohne Radweg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Königs Wusterhausen gibt es zu wenige Parkplätze in der Innenstadt und Flächen für neue gibt es nicht. Gerade für KWer aus den Ortsteilen, die am Bahnhof parken wollen, um mit der Bahn nach Berlin zu pendeln, ist das ein Problem.

Warum fahren sie nicht mit dem Rad zum Bahnhof und stellen es dort ab? Eine Voraussetzung dafür, dass Menschen statt des Autos das Rad nutzen, sind gute Radwege. Aber gibt es die in KW? MOZ.de hat es getestet und ist alle Strecken vom Bahnhof in die Ortsteile abgefahren. Heute die Strecken nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee.

Bei unserem Test haben wir besonders auf folgende Kriterien geachtet: Radwege müssen vom Auto- und Fußverkehr getrennt und geschützt sein, Radfahrer sollen sich sicher fühlen, das Radwegenetz muss dicht und lückenlos sowie auch bequem zu fahren sein.

Radwege zwischen Bahnhof und Diepensee

Vom Bahnhof Königs Wusterhausen bis nach Deutsch Wusterhausen sind es laut Karten-App des iPhones 2,7 Kilometer. Radfahrer sollen dafür zehn Minuten brauchen. Der Weg führt über die Gerichtstraße und den Schloßplatz, dann über die Potsdamer Straße und schließlich die Chausseestraße – immer geradeaus.

Pendeln

Warum kommt die Bahn zu spät? Was bringt ein Tempolimit auf der Autobahn? Wir berichten über alles was Berufspendler in der Region wissen müssen.

Screenshot xx

Die Strecke vom Bahnhof Königs Wusterhausen nach Deutsch Wusterhausen. Screenshot der Karten-App des iPhones.

Marlene Wetzel

Auf der Gerichtsstraße gibt es stadtauswärts einen eigenen, vom Gehweg abgetrennten Radweg, der breit genug ist, um hier entspannt zu fahren. Zudem ist er gut ausgeschildert. Ab dem Amtsgericht gibt es einen Gehweg mit „Rad frei“ bis zur Kreuzung Schloßplatz/Potsdamer Straße/Schloßstraße. Das bedeutet für Radfahrer: Schrittgeschwindigkeit fahren. Der Weg ist circa zwei Meter breit.

Auf der Kreuzung selbst gibt es keine Radverkehrsführung: Radfahrer wissen nicht, wie und wo sie über die Straße fahren oder abbiegen müssen. Auf der anderen Seite der Kreuzung gibt es auf dem Gehweg eine Absperrung, sodass man nicht einfach auf dem Weg weiterfahren kann. Zudem fehlt eine Beschilderung. Für Radfahrer ist insofern nicht klar, ob die vorherige Regelung „Rad frei“  noch gilt oder aufgehoben ist.

Keine Radführung an der Kreuzung Schloßplatz/Potsdamer Straße/Schloßstraße. Zudem erschweren Absperrungen die Fahrt für Radfahrer.

Keine Radführung an der Kreuzung Schloßplatz/Potsdamer Straße/Schloßstraße. Zudem erschweren Absperrungen die Fahrt für Radfahrer.

Marlene Wetzel

Die Regelung „Rad frei“ auf dem Gehweg beginnt ab dem Friedhof erneut. In der Folge zeigen Schilder in regelmäßigen Abständen an, dass sie weiterhin gilt. Der Weg für Radfahrer und Fußgänger ist auch hier ungefähr zwei Meter breit, gut gepflastert und relativ angenehm zu fahren. Allerdings sind an diesem regnerischen Mittwochnachmittag (19.8.) auch wenige Fußgänger unterwegs.

Neue Markierungen für Radfahrer an Kreuzung mit B179

Kurz vor der Kreuzung Chausseestraße/B179 beginnen neue, gut sichtbare Markierungen für Radfahrer auf der Straße. Radfahrer werden organisiert über die Kreuzung geführt. Im Zuge der Sanierungen der B179 wurde auch der Radweg entlang der Straße zwischen Darwinbogen/ Berliner Straße und L 40/ Chausseestraße neu gemacht.

Auf der neu gemachten Kreuzung Chaussestraße/B179 führen neue Markierungen Radfahrer klar und sicher über die Straße.

Auf der neu gemachten Kreuzung Chaussestraße/B179 führen neue Markierungen Radfahrer klar und sicher über die Straße.

Marlene Wetzel

Danach geht’s wieder mit einem gemeinsamen, ungefähr zwei Meter breiten, gut gepflasterten und ausgeschilderten  Gehweg mit der Beschilderung „Rad frei“ bis zum Ortsausgang weiter. Auf der Straße herrscht hier weitestgehend Tempolimit 30.

Stadteinwärts ist es ähnlich wie stadtauswärts: Radfahrer und Fußgänger teilen sich einen ungefähr zwei Meter breiten, gut gepflasterten und ausgeschilderten Gehweg mit „Rad frei“. An der B179-Kreuzung sind auch auf dieser Seite neue Markierungen angebracht worden.

Mutter und Tochter erschrecken, als hinter ihnen ein Rad ngefahren kommt.

Mutter und Tochter erschrecken, als hinter ihnen ein Rad angefahren kommt.

Marlene Wetzel

Hinter der Kreuzung laufen eine Mutter und ihre Tochter auf dem Gehweg. Es kommt zu einem kurzen Moment der Irritation. Die Tochter bedeutet der Mutter, Platz für das Fahrrad zu machen.

Beim Grenzweg wird der Radweg auf die gegenüberliegende Seite geleitet – jedoch ohne ersichtlichen Grund. Und circa hundert Meter weiter geht es wieder zurück auf die „richtige Seite“.

Ohne ersichtlichen Grund werden Radfahrer wie hier auf der Chausseestraße in Deutsch Wusterhausen auf die andere Seite geleitet. Hundert Meter weiter geht es wieder zurück.

Ohne ersichtlichen Grund werden Radfahrer, wie hier auf der Chausseestraße in Deutsch Wusterhausen, auf die andere Seite geleitet. Hundert Meter weiter geht es wieder zurück.

Marlene Wetzel

Neuralgischer Punkt: die Kreuzung mit dem Schloßplatz

Fahrradunfreundlich wird es kurz vor der Kreuzung Schloßplatz/Potsdamer Straße/Schloßstraße: Hohe Bordsteinkanten zwingen zu einem kleinen Schlenker in „Am Amtsgarten“, um die Straße über die abgesenkten Bordsteinkanten zu passieren. An der Kreuzung selbst sind Radfahrer wegen der Vorrichtungen an der Straße gezwungen, in die Passanten „hineinzufahren“, die die Straße in entgegengesetzter Richtung passieren.

Das letzte Stück bis zum Bahnhof ist ähnlich angenehm wie auf der entgegengesetzten Seite: Man fährt über einen ungefähr zwei Meter breiten, gut gepflasterten und ausgeschilderten Gehweg mit „Rad frei“.

Kurz vor dem Bahnhof in der Gerichtsstraße haben Radfahrer angenehm viel Platz.

Kurz vor dem Bahnhof in der Gerichtsstraße haben Radfahrer angenehm viel Platz.

Marlene Wetzel

Was auf der Strecke nach Deutsch Wusterhausen auffällt: Die Radfahrer, die unterwegs sind, fahren häufig auf der falschen Seite.

Zwei Wege führen nach Diepensee

Nach Diepensee gibt es laut App zwei Wege: entweder auch über die Gerichtstraße und die Potsdamer Straße, von dort aus rechts über den Grenzweg, der dann zum Birkenweg und schließlich zum „Am Weinberg“ wird. Die App gibt an, dass das 3,3 Kilometer sind, und 12 Minuten dauert. Oder, statt auf den Grenzweg abzubiegen, weiter über die Potsdamer, die ab da Chausseestraße heißt, und dann rechts über die Hauptstraße. Für diesen 3,7 Kilometer langen Weg berechnet die App 13 Minuten.

Bei Variante eins gibt es zwar keinen Radweg, aber der Grenzweg hat Tempolimit 30. Im darauffolgenden Birkenweg handelt es sich um eine Spielstraße (verkehrsberuhigter Bereich). Heißt: Auch hier gibt es keinen Radweg. Kinder dürfen hier spielen. Radfahrer und Autos müssen Schrittgeschwindigkeit fahren, Fußgänger haben Vorrang.

Bei Variante eins fahren Radfahrer durch Spielstraßen nach Diepensee.

Bei Variante eins fahren Radfahrer durch Spielstraßen nach Diepensee.

Marlene Wetzel

Der Weg führt über eine circa zwei Meter breite Fußgängerbrücke weiter, die auch für Fahrräder freigegeben ist – allerdings nur stadtauswärts. Stadteinwärts ist die Brücke als reine Fußgängerbrücke ausgewiesen. Das bedeutet, Radfahrer müssen hier absteigen und schieben. „Am Weinberg“ und die umliegenden Straßen sind wiederum Spielstraßen.

Die Fußgängerbrücke über die B179 in Diepensee ist nur stadtauswärts für Räder frei. Stadteinwärts müssen Radfahrer absteigen und schieben.

Die Fußgängerbrücke über die B179 in Diepensee ist nur stadtauswärts für Räder frei. Stadteinwärts müssen Radfahrer absteigen und schieben.

Marlene Wetzel

Bei Variante zwei, dem Weg nach Diepensee über die Hauptstraße, gibt es gar keinen Radweg. Zudem ist die Straße eng und teilweise schlecht einsehbar. Man fährt auf der Straße und wird mitunter von Autofahrern überholt. Immerhin herrscht hier Tempolimit 30.

Fazit: Dass Radfahrer und Fußgänger sich einen Weg teilen müssen, ist suboptimal. Im Vergleich zur Strecke nach Wernsdorf beispielsweise, wo es teilweise stadtauswärts nicht mal einen Gehweg gibt, ist die Strecke trotzdem angenehmer.

Besonders negativ fällt die Kreuzung Schloßplatz/Potsdamer Straße/Schloßstraße auf. Zudem ist auf manchen Abschnitten, wie hinter dem Grenzweg stadteinwärts fahrend, die Radführung nicht nachvollziehbar. Auffällig viele Radfahrer fahren auf der falschen Seite.

Besonders positiv zu bewerten ist demgegenüber die neu gemachte Kreuzung Chausseestraße/ B179.

Ausblick: Welche Verbesserungen auf den Radwegen geplant sind, stellen wir in einem Ausblickstext am Ende unseres Tests zusammen.

MOZ.de testet die Radwege zum Bahnhof KW - alle Serien-Teile im Überblick

1. Die allgemeine Radwege-Situation in der Stadt

2. Vom Bahnhof über Niederlehme nach Wernsdorf

3. Vom Bahnhof nach Zernsdorf und Kablow

4. Vom Bahnhof nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee

5. Vom Bahnhof nach Zeesen

6. Vom Bahnhof nach Senzig

7. Die Radstrecken in der Innenstadt

8. Ausblick: An welchen Stellen es Verbesserungen geben könnte

Sind Sie auch mit dem Fahrrad in KW oder den Ortsteilen unterwegs? Was erleben sie dort, wo geht es gut voran, wo liegen Probleme? Schreiben Sie uns an: Marlene.Wetzel@moz.de