Sperrung in Eichwalde: Ausbau der L401 in Zeuthen könnte sich um Jahre verzögern

Die Sanierungsarbeiten an der Zeuthener Straße in Eichwalde (L401) laufen nach Plan. In der Nachbargemeinde Zeuthen wird es aber zu Bauverzögerungen kommen.
Jana Scholz- Sanierung der L401 in Eichwalde verläuft planmäßig, aber Zeuthen droht eine Verzögerung von 3-4 Jahren.
- Nabu klagt gegen Fällung von 250 Alleebäumen in Zeuthen.
- Zeuthener Straße wird auf 940 Metern gesperrt, Seestraße auf 2 km saniert.
- Gemeinde Zeuthen strebt Gespräche und Eilverfahren zur Beschleunigung an.
- Alte Kopfsteinpflasterstraße verursacht Lärmbelästigung für Anwohner.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Herbst 2024 wird die Zeuthener Straße in Eichwalde grundhaft saniert. Um die Arbeiten ausführen zu können, ist die stark befahrene Landesstraße L401, die hauptsächlich als Ortsdurchfahrt von und nach Berlin genutzt wird, auf einer Länge von 940 Metern komplett für den Verkehr gesperrt. Die Bauarbeiten, die die Strabag AG im Auftrag des Landesbetriebs Straßenwesen ausführt, verlaufen im ersten Streckenabschnitt planmäßig.
Ein Jahr sollen die Arbeiten dauern. Nach Abschluss der Sanierung in Eichwalde, die an der Friedensstraße auch den Bau eines Kreisverkehres umfasst, sollte die Baustelle im Herbst 2025 dann in die Nachbargemeinde Zeuthen verlegt werden. Hier wartet ebenfalls eine alte Kopfsteinpflasterpiste, die in einen lärmschonenden Asphalt getauscht werden soll. Dann sogar auf einer Länge von zwei Kilometern.
Doch was in Eichwalde mehr oder weniger einfach vonstattengeht, läuft in der Gemeinde Zeuthen nun auf einen langwierigen Gerichtsstreit hinaus.
Nabu klagt zum Erhalt der Alleebäume
Der Grund: Der Naturschutzbund Dahmeland, kurz Nabu, hat Klage gegen den Landesbetrieb Straßenwesen eingereicht. Es geht den Naturschützern um den Erhalt der alten Alleebäume, die Zeuthen einen gewissen Charme verleihen.
Rund 250 Linden sollen es laut Verkehrsministerium sein, die dem Ausbau der Seestraße in Zeuthen zum Opfer fallen könnten. Bereits im Vorfeld hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die Unterschriften sammelte und das jahrelange Planfestellungsverfahren für den Ausbau der Hauptstraße, die quer durch die Gemeinde führt, bemängelte.
Um drei bis vier Jahre könnte sich der Ausbau verzögern
Auf Nachfrage teilte der Landesbetrieb mit: „Da es sich um ein noch nicht beendetes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir keine Auskunft erteilen können.“ In der Gemeinde Zeuthen ist man über den derzeitigen Stand nicht erfreut. Bürgermeister Phillip Martens sagt: „Laut Aussage des Landesbetriebes für Straßenwesen kann ein Gerichtsverfahren zu einer Verzögerung von drei bis vier Jahren führen.“

Die Seestraße in Zeuthen ist ebenfalls ein Teilabschnitt der L401. Für die Sanierung der Fahrbahn sollen die Allee-Bäume weichen. Kommt der Nabu mit seiner Klage durch?
Jana ScholzFür die über 11.000 Einwohner starke Gemeinde gibt es aktuell zwei Verfahrensweisen, mit denen man versuchen möchte, den Ausbau doch noch zeitnah zu ermöglichen. „Die Gemeinde Zeuthen wird das Gespräch mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr als Beklagte suchen, um das Gerichtsverfahren zu beschleunigen“, heißt es aus dem Rathaus. Gemeint ist, dass man gemeinsam Möglichkeiten erörtern wolle, um einen für alle Beteiligten zufriedenstellenden Kompromiss zu finden.
Sollte dies nicht zum Erfolg führen, so wäre die zweite Option, ein Eilverfahren anzustreben. Auf diese Weise will man dann versuchen, eine schnellere Entscheidung des Gerichts herbeiführen.
Letztendlich strebt das Rathaus eine Lösung an, die sowohl den Anwohnern der Gemeinde Zeuthen, aber auch der Natur im Ort zugutekommt. Details, was genau eine solche Lösung beinhalten könnte, wurden allerdings nicht genannt. Der Nabu Dahmeland hat sich auf Nachfrage bislang nicht zum Thema geäußert.

Die Arbeiten der Fahrbahn in der Zeuthener Straße in Eichwalde sind fast abgeschlossen. Sogar einige Zufahrten zu den Anlieger-Grundstücken sind teilweise wieder vollständig hergestellt. Für die Gemeinde Zeuthen rutscht der Straßenausbau zunächst in weite Ferne.
Jana ScholzLaut Brandenburger Verkehrsministerium stellt der alte Straßenbelag für Hunderte Anwohner in Zeuthen eine ständige Lärmbelästigung dar. Deshalb gilt hier seit längerem Tempo 30. Hinzu kämen schlecht ausgebaute Gehwege.
Dass die 80 bis 100 Jahre alten Alleebäume für den Ausbau gefällt werden sollen, wird unter anderem mit einer notwendigen Fahrbahnbreite von 6,50 Meter begründet, damit sich zum Beispiel Busse und Lkw begegnen können. Außerdem müsse beim Ausbau der Gehwege in die Wurzelbereiche der Bäume eingegriffen werden.
Arbeiten des ersten Teilabschnitts sind fast abgeschlossen
Für den Teilabschnitt, der derzeit in Eichwalde bearbeitet wird, sagt Steffen Streu, Sprecher des Landesbetriebes Straßenwesen: „Die Arbeiten des ersten Teilabschnitts sind fast abgeschlossen. Die Zufahrten der Anlieger-Grundstücke sind teilweise wieder vollständig hergestellt. Dort, wo die Wiederherstellung noch aussteht, sind die Grundstücke über eine provisorische Zufahrt wieder mit dem Auto erreichbar.“
In Zeuthen wird man sich dagegen noch gedulden müssen, bis überhaupt auch nur ein Spatenstich vollzogen werden kann.

