Bürgermeisterwahl Rheinsberg 2025
: Diese Kandidaten fordern Schwochow heraus

Die Bürgermeisterwahl in Rheinsberg wird spannend. Besonders im Blick steht Amtsinhaber Schwochow, der trotz juristischer Verfahren erneut antritt. Wer will ihn im Rathaus ablösen?
Von
Burkhard Keeve
Rheinsberg
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Kommunalwahlen in NRW: ARCHIV - 27.09.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Eine Frau wirft einen Wahlschein in eine Wahlurne.  (zu dpa: «Bei der NRW-Kommunalwahl werden Tausende Mandate vergeben») Foto: Fabian Strauch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Rheinsberg wird bald ein neues Stadtoberhaupt gewählt (Symbolfoto). Es gibt vier Kandidaten für den Bürgermeisterposten, eine Frau und drei Männer.

Fabian Strauch/dpa
  • Rheinsberg wählt am 28. September 2025 einen neuen Bürgermeister – vier Kandidaten treten an.
  • Amtsinhaber Schwochow (BVB/Freie Wähler) kandidiert trotz juristischer Verfahren erneut.
  • Herausforderer: Silke Peitsch (CDU), Lukas Schröglmann (SPD) und Mario Stärck (Die Linke).
  • Absolute Mehrheit nötig; Stichwahl am 12. Oktober 2025 gilt als wahrscheinlich.
  • Parallelwahl in Kleinzerlang: Neuer Ortsbeirat wird nach Auflösung im Mai gewählt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jetzt stehen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Rheinsberg fest. Der Wahlausschuss der Stadt hat am Dienstag (29. Juli) über alle Wahlvorschläge entschieden. Eine Frau und drei Männer treten an.

Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag (28. September) statt. Überraschungen bleiben aus. Wahlvorschläge von Einzelbewerbern wurden nicht eingereicht. In Oranienburg, wo am 28. September ebenfalls ein neuer Bürgermeister gesucht wird, hatten sich drei Einzelkandidaten beworben, zwei haben die notwendigen 80 Unterstützerunterschriften vorweisen können.

Bürgermeister Schwochow will seinen Rathaus-Sitz verteidigen

Ohne Unterstützungsunterschriften auf den Wahlzettel schaffte es Amtsinhaber Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler), der eine zweite Amtszeit anstrebt. Seinen Chefsessel im Rathaus wollen ihm Silke Peitsch (CDU), Lukas Schröglmann (SPD) und Mario Stärck (Die Linke) streitig machen. Alle wurden vom Wahlausschuss einstimmig zugelassen.

Silke Peitsch hat als Mitglied im Ortsbeirat Dorf Zechlin unter anderem eine Tauschbörse initiiert. Für die CDU tritt die Personalleiterin nun als Bürgermeisterkandidatin in Rheinsberg an.

Silke Peitsch hat als Mitglied im Ortsbeirat Dorf Zechlin unter anderem eine Tauschbörse initiiert. Für die CDU tritt die Personalleiterin nun als Bürgermeisterkandidatin in Rheinsberg an.

Christian Bark

Als Erste machte Silke Peitsch (CDU) aus Dorf Zechlin Ende Januar ihre Kandidatur öffentlich. Die 62-Jährige arbeitet seit 2024 im Ortsbeirat mit. Politisch aktiv ist Silke Peitsch seit 25 Jahren. Damals war sie der CDU beigetreten. Sie engagiert sich heute noch in der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Peitsch arbeitet als Personalleiterin bei einem Automobilzulieferer und will Rheinsberg aus den Negativschlagzeilen holen.

Rheinsberg - Bürgermeisterwahl 2025 - Kandidat der SPD Lukas Schröglmann - hier beim Gedenken am 8. Mai

Lukas Schröglmann geht für die SPD in Rheinsberg ins Rennen um den Posten des Bürgermeisters. Er ist mit 30 Jahren, der jüngste Kandidat.

Jürgen Rammelt

Mitte Juni meldete Lukas Schröglmann (SPD) seine Kandidatur an. Der Rechtspfleger beim Arbeitsgericht Neuruppin zeigte sich von der frühen Kandidatur der CDU-Kandidatin überrascht. Denn es habe Überlegungen gegeben, „bis Ende Januar zu überlegen, ob alle demokratischen Parteien einen gemeinsamen Kandidaten stellen.“ Lukas Schröglmann ist seit 2024 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (SVV) in Rheinsberg. Er ist mit 30 Jahren der jüngste Kandidat.

Mario Stärck ist oft bei Veranstaltungen der Linken im Fachgeschäft für Demokratie dabei.

Mario Stärck ist Bürgermeister-Kandidat für die Linke in Rheinsberg. Er will keinen Wahlkampf gegen Amtsinhaber Schwochow, sondern für Rheinsberg machen.

Christian Bark

Mario Stärck (Die Linke) ist der dritte Kandidat, der gegen Schwochow antritt. Der 57-Jährige arbeitet seit fast 20 Jahren für die Jugendbildungsstätte des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Flecken Zechlin. Stärck war in der mobilen Kinder- und Jugendarbeit als Streetworker und als Quartiersmanager in Rheinsberg aktiv. Heute leistet er Präventionsarbeit für Schüler, die der Schule fernbleiben. 2024 wurde Stärck dann offiziell in die SVV gewählt. Stärck will keinen Wahlkampf gegen den Amtsinhaber machen, sondern für Rheinsberg.

Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow nach der Verhandlung am Amtsgericht Neuruppin vor dem Verhandlungssaal.

Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) will eine zweite Amtszeit.

Christian Bark

Als vierter Kandidat hat sich Ende Juni Amtsinhaber Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) ins Spiel gebracht. Der 39-Jährige taucht immer wieder in Zusammenhang mit Gerichtsverfahren auf. Aktuell muss er sich wegen des Vorwurfs der Untreue und der Verleumdung verantworten. Die Freien Wähler zeigen sich von den juristischen Streitigkeiten unbeeindruckt.

Ganz nebenbei wird in Rheinsberg am 28. September ein neuer Ortsbeirat für Kleinzerlang gewählt. Auch über diese Wahlvorschläge hat der Wahlausschuss am 29. Juli entschieden. Eingereicht wurde ein Wahlvorschlag der Wählergruppe Miteinander in Kleinzerlang mit den drei Bewerbern Wilfried Tagnatz, Frank Breitfeld und Hans-Jürgen Plähn. Weil zwei von drei und damit mehr als die Hälfte der vorgesehenen Sitze im Ortsbeirat Kleinzerlang unbesetzt waren, war der Ortsbeirat im Mai aufgelöst worden.

Ab sofort dürfen Wahlplakate platziert werden

Genau zwei Monate vor dem Wahltag darf mit Plakaten für Wahl geworben werden. Insgesamt stehen für die Bürgermeisterwahl den Rheinsbergern 19 Urnenwahllokale und zwei Briefwahllokale zur Verfügung. „Diese 21 Wahllokale konnten mit insgesamt 130 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern vollständig besetzt werden“, teilt Wahlleiterin Corinna Seefeld mit.

Stichwahl in Rheinsberg gilt als wahrscheinlich

● Am 28. September wird in Rheinsberg der hauptamtliche Bürgermeister für acht Jahre gewählt.

● Zur Wahl ist eine absolute Mehrheit (das heißt, mehr als die Hälfte aller abgegebenen gültigen Stimmen) notwendig.

● Erzielt diese keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang, findet eine Stichwahl statt, deren Termin am 12. Oktober 2025 ist.

Alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger erhalten in Abhängigkeit der Postlaufzeiten ihre Wahlbenachrichtigungskarte voraussichtlich im Laufe der 35. Kalenderwoche, die am Montag (25. August) beginnt.