Am Donnerstag vermeldete das Gesundheitsamt in Neuruppin 16 neue Covid-19-Fälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie in Ostprignitz-Ruppin nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben auf 314. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Donnerstagmorgen bei 84,97. Erfreulicherweise stieg auch die Zahl der Infizierten, die als genesen gelten um 27 auf jetzt 169. Damit gibt es aktuell 145 aktive Covid-19-Fälle im Landkreis.

Sieben Covid-19-Patienten in den Ruppiner Kliniken

Von ihnen befinden sich sieben stationär in den Ruppiner Kliniken in Neuruppin, teilte der stellvertretende Landkreis-Sprecher Manuel Krane mit. „Sechs Personen werden intensivmedizinisch beobachtet, eine Person wird intensivmedizinisch behandelt und beatmet.“ Insgesamt werden in den Ruppiner Kliniken zurzeit 37 Betten für die Behandlung von Covid-19-Patienten vorgehalten. „Die Intensivkapazitäten können dabei auf bis zu 18 Beatmungsplätze erweitert werden“, so Kliniksprecherin Verena Clasen. Erweiterungsmöglichkeiten gebe es zudem bei den Gesamtkapazitäten, sagte sie. Clasen verneinte, dass aktuell nicht-lebensnotwendige Operationen wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.
Bei den am Donnerstag gemeldeten Corona-Neuinfektionen gehören mehrere zu Clustern an Schulen im Landkreis. „Bei einer Person besteht ein Zusammenhang zum Infektionsgeschehen am Evangelischen Gymnasium Neuruppin“, berichtete der stellvertretende Landkreis-Sprecher. Zwei weitere Neuinfektionen seien dem Infektionsgeschehen an der Lindenschule Kyritz zuzuordnen, so Krane. „Außerdem bestehen Verbindungen zur Grundschule Wusterhausen und zur Carl-Diercke-Schule in Kyritz. „Bei fünf weiteren Fällen bestehe eine Verbindung zum Infektionsgeschehen im Umfeld der Lebens-Werk-Gemeinschaft in Rohrlack.

Abstand halten in der häuslichen Isolation

Die Amtsärztin Dr. Dagmar Sissolak bat angesichts der steigenden Corona-Infektionen in Kitas und Schulen, die angeordneten häuslichen Isolationen einzuhalten. „Da ist eine gute Disziplin in den Haushalten gefragt“, so Sissolak. So sollen die betroffenen Personen möglichst Abstand zum restlichen Haushalt halten. Sie bestätigte zudem, dass nicht mehr alle Kontaktpersonen getestet werden, da die Test-Ressourcen in den Laboren begrenzt seien. Oft werde sich jetzt auf diejenigen beschränkt, die spezifische Corona-Symptome zeigen, so Sissolak. Denn unabhängig von einem möglichen Test, müssen alle Erstkontakte die angeordnete Quarantänezeit einhalten, so die Amtsärztin.

50 bis 200 Corona-Tests pro Tag

Täglich lässt alleine der Landkreis zwischen 50 und 200 Corona-Tests untersuchen. Oberstes Ziel sei es, dass so lange wie möglich Schulen und Kitas nicht geschlossen werden müssen, betonte Sozialdezernentin Waltraud Kuhne. Bis November hatte das Gesundheitsamt noch Unterstützung einer Mitarbeiterin des Robert-Koch-Instituts. Doch deren Stelle war auf ein halbes Jahr befristet. Jetzt sei eine erneute Anforderung gestartet worden, so Kuhne.
In Neuruppin gibt es mit Stand vom Donnerstag 40 aktive Covid-19-Fälle (minus sechs im Vergleich zum Vortag), in Wittstock sind es 29 (minus eins), in Kyritz 23 (minus zwei) und in Heiligengrabe 19 (minus zwei). Aus Neustadt werden 14 aktive Fälle gemeldet (minus fünf), aus Wusterhausen sieben (plus zwei) und aus dem Amt Lindow vier (minus eins). Deutlich gestiegen ist die Zahl der Neuinfektionen im Amt Temnitz, die nun bei acht liegt (plus vier). In der Gemeinde Fehrbellin gibt es unverändert einen aktiven Corona-Fall und in Rheinsberg keinen.
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