Alle zwei bis drei Minuten testet zur Zeit das Team der Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste (OGD) eine Person auf das Coronavirus Sars-CoV-2. Täglich kommen dabei an der Teststation im Haus 39 der Ruppiner Kliniken über 100 Personen zusammen, berichtet Susanne Rost, Leiterin des OGD. Bis zu 250 bis 300 wären in Abhängigkeit der Kapazitäten des zuständigen Neuruppiner Labors LADR möglich. „Hut ab für deren Arbeit. Die haben gerade extrem viel zu tun“, so Rost.
Aktuell gebe es einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Corona-Tests, so Rost. „Wir müssen zeitnah viele Personen testen.“ Diese kommen nicht nur aus dem Landkreis, sondern es gebe auch Anfragen aus anderen Landkreisen. Da die Termine eng getaktet vergeben werden, komme es deshalb schon einmal zu Warteschlangen vor dem Testgebäude, weil die zu Testenden oft zu pünktlich erscheinen, so die Leiterin des OGD. Doch die Wiederinbetriebnahme der Drive-In-Station stehe aktuell nicht zur Debatte, betont sie.
„Die Drive-In-Teststation war im Sommer schön, geht im Winter aber nicht. Wir sind deshalb auf der Suche nach einem Ausweichquartier für den Winter.“ Auch wenn sie es positiv sieht, dass die Patienten derzeit draußen warten müssen – das sei eigentlich die sicherere Variante, so Rost.

Corona-Testteam mit sechs Mitarbeitern

Insgesamt sechs Mitarbeiter – zwei im Vollschutz an der Teststrecke, zwei im Backoffice und an der Hotline und zwei als Reserve – gehören zu dem Testteam des OGD, das im Bedarfsfall auch als mobiles Team im Einsatz ist, beispielsweise bei Großausbrüchen, in Kitas oder Schulen sowie bei Anfragen von Firmen. Die habe es in der Vergangenheit schon oft gegeben, so Rost, die die Testangebote des OGD als Dienstleistung sieht. Dass ihr Team direkt bei den Firmen vor Ort die Corona-Abstriche nehme, sei auch eine Frage der Vorsorge, anstatt das möglicherweise hunderte Verdachtsfälle zum Test durch den Landkreis fahren, ist die Frau aus Halle überzeugt.

Bei Symptomen telefonisch den Hausarzt konsultieren

Einen Test-Termin gibt es dabei auf verschiedenen Wegen. So sollen sich Menschen, die sich krank fühlen oder Symptome von Covid-19 aufweisen, telefonisch an ihre Hausärzte wenden, die dann wiederum – wenn sie nicht selber testen – mit dem OGD und gegebenenfalls mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen. Das OGD meldet sich dann mit einem Testtermin direkt beim Patienten. Keinesfalls sollen diese persönlich in die Hausarztpraxis gehen, warnt Susanne Rost, die von einer zentralen Teststelle überzeugt ist. Ziel sei es seit deren Arbeitsaufnahme am 13. März stets gewesen, die Hausärzte in der Region vor einer möglichen Ansteckung oder Quarantäne zu schützen.
Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder Kontaktpersonen von Corona-Verdachtsfällen sollen weiterhin Kontakt mit dem Gesundheitsamt unter 03391 6885376 aufnehmen. Dieses regelt dann die Terminvereinbarung mit dem OGD. Doch auch sogenannte Selbstzahler haben die Möglichkeit, in der Teststation in Neuruppin einen Corona-Abstrich machen zu lassen. Die Kosten dafür liegen bei rund 100 Euro, das Ergebnis liege nach rund 24 Stunden vor und der Befund wird per E-Mail verschickt. Das sei alles in anderen Orten keine Selbstverständlichkeit, so Rost. „Wir sind durch das Labor vor Ort in einer sehr guten Situation“, betont sie. So können auch Urlauber, die einen negativen Corona-Test benötigen, sich beim OGD für einen Termin bei der Hotline 03391 3911333 melden.
Im Landkreis gibt es indes zwei neue Corona-Fälle, die im Zusammenhang mit den jüngst vermeldeten neun Covid-19-Fällen stehen. Damit gibt es insgesamt 130 Personen in Ostprignitz-Ruppin, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, 115 davon sind bereits genesen. Somit liegt die derzeitige Sieben-Tages-Inzidenz bei rund 15.