Als am Mittwochmorgen die neuen Corona-Infektionszahlen für Brandenburg auf der Internetseite des Landes bekannt gegeben wurden, leuchtete der Landkreis Ostprignitz-Ruppin rot auf. Das bedeutet, dass die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz bei über 50 liegt – genauer bei 50,6. Ermittelt wird dieser Wert aus der Zahl der neuen Covid-19-Fälle der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Im Landkreis liegt die Einwohnerzahl bei rund 98.000.
„Wir haben damit gerechnet, dass die Zahlen hoch gehen werden“, erklärte Landkreis-Sprecherin Britta Avantario am Mittwochmorgen. Laut Umgangsverordnung des Landes Brandenburg seien die Zahlen, die auf der Homepage des LAVG veröffentlicht werden, maßgeblich für weitergehende Maßnahmen. Da das Infektionsgeschehen nicht ausschließlich auf bestimmte Einrichtungen oder ähnliches zurückzuführen oder einzugrenzen sei, gelten jetzt bis mindestens zum 6. November Einschränkungen im Landkreis. Bereits am Dienstagmorgen hatte der Inzidenzwert schon bei knapp unter 35 gelegen, bevor am Nachmittag weitere 18 Neuinfektionen bekannt gegeben wurden.

Das sind die Folgen für die Ostprignitz-Ruppiner

Doch was bedeutet die Inzidenz von über 50 für die Bürger in Ostprignitz-Ruppin? Veranstaltungen unter freiem Himmel mit mehr als 150 zeitgleich anwesenden Gästen und in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 zeitgleich anwesenden Gästen sind ab dem Tag der öffentlichen Bekanntgabe der Überschreitung des Inzidenzwertes von 50 für die Dauer von mindestens zehn Tagen untersagt. Dazu gehören auch Gottesdienste und religiöse Zeremonien. Und das gilt unabhängig davon, ob der Inzidenzwert von 50 in diesem Zeitraum durchgängig überschritten wird, heißt es in der Umgangsverordnung.

Anzeigepflicht auch für private Feiern

Auch für private Feierlichkeiten gibt es Einschränkungen. So sind diese im privaten Wohnraum und auf dem eigenen Grundstück mit mehr als zehn zeitgleich Anwesenden aus mehr als zwei Haushalten untersagt. Im öffentlichen Raum oder in angemieteten Räumen dürfen bei privaten Treffen nicht mehr als zehn Personen zeitgleich anwesend sein. Zudem müssen private Feierlichkeiten mindestens drei Tage vor der Veranstaltung beim Gesundheitsamt angemeldet werden. Das gilt auch für Treffen in privaten Räumlichkeiten, wenn mehr als sechs Personen außerhalb des eigenen Haushaltes anwesend sind.
Ab dem Tag der öffentlichen Bekanntgabe der Überschreitung des Inzidenzwertes von 50 dürfen sich auch im öffentlichen Raum für mindestens zehn Tage nur noch maximal zehn Personen oder die Mitglieder eines Haushaltes gemeinsam aufhalten. Auch der Ausschank von alkoholischen Getränken in Gaststätten im Sinne des brandenburgischen Gaststättengesetzes ist bis mindestens zum 6. November in der Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr untersagt.

Maskenpflicht wird ausgeweitet

Zudem wird die Maskenpflicht ausgeweitet. So sind alle Menschen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr verpflichtet eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen nicht nur wenn sie einkaufen gehen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen, sondern jetzt auch, wenn sie Aufzüge nutzen. Außerdem müssen in Gaststätten die Beschäftigten mit Gästekontakt sowie Gäste, soweit sie sich nicht auf ihrem festen Platz aufhalten, eine Maske tragen. Das gilt auch bei geschlossenen Gesellschaften in Gaststätten oder sonstigen für Feierlichkeiten angemieteten Räumlichkeiten. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist auch in Büro- und Verwaltungsgebäuden Pflicht für Beschäftigte und Besucher, sofern sie sich nicht auf einem festen Platz aufhalten und der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht sicher eingehalten werden kann.
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