18 neue Covid-19-Fälle gab das Gesundheitsamt am Freitagnachmittag für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin bekannt. Dabei sind zwei Coronafälle sogenannte Nachmeldungen von zwei Erkrankten, die bereits im Krankenhaus in Pritzwalk behandelt werden, jedoch in OPR wohnen.

Kontakt-Einschränkungen in drei Orten

Als Hotspots haben sich beim Infektionsgeschehen zudem die Stadt Kyritz, das Amt Neustadt sowie die Gemeinde Heiligengrabe herausgestellt. Für diese drei Gebiete wurde zusammen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ermittelt.
Das hat jetzt Konsequenzen. So gelte ab Sonnabend, 24. Oktober, für die Dauer von mindestens zehn Tagen, dass sich im öffentlichen Raum in Kyritz, im Amt Neustadt und in der Gemeinde Heiligengrabe nur bis zu zehn Personen oder die Angehörigen des eigenen Haushalts gemeinsam aufhalten dürfen, gab der Landkreis bekannt. Grundlage dafür ist die Umgangsverordnung des Landes Brandenburg, erklärte Landkreis-Sprecher Alexander von Uleniecki.

Notbetrieb in Kyritzer Kita

Von den neu gemeldeten Covid-19-Fällen stehen fünf in Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen in der Stephanus-Kita in Kyritz. „Durch die neu bekannt gewordenen Fälle verlängert sich die häusliche Isolierung für das Personal bis zum 3. November“, erklärte von Uleniecki. In der Kita soll ein Notbetrieb eingerichtet werden.
Zwei weitere positiv getestete Personen sind zudem dem Infektionsgeschehen in der Kinderarztpraxis in Wittstock zuzuordnen. „Bei einer Person davon besteht eine Verbindung zur Kita Herzsprung“, so der Sprecher des Landkreises. Da auch in der Kita in Herzsprung ebenso wie in der Stephanus-Kita in Kyritz eine Gruppentrennung nicht möglich ist, muss auch diese in einem Notbetrieb weiterlaufen.

Fälle in Kyritz und Heiligengrabe

Dem Corona-Ausbruch in der Jobcenter-Geschäftsstelle in Kyritz ist ebenfalls eine weitere Neuinfektion zuzuordnen und ein anderer Corona-Fall steht im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen in einer Bildungseinrichtung im Landkreis Prignitz. „Zwei Personen sind einer Firma in Heiligengrabe zuzuordnen“, berichtete zudem der Landkreis-Sprecher. Und bei zwei anderen Fällen besteht ein Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen in einem Kinderheim in der Prignitz. „Diese positiv getesteten Personen wohnen allerdings im Landkreis Ostprignitz-Ruppin“, so Alexander von Uleniecki.
Somit liegt die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2-Virus infizierten Personen mit Stand am Freitag bei 169. „Davon gelten 121 inzwischen als genesen“, so der Landkreis-Sprecher, weshalb es aktuell 48 aktive Covid-19-Fälle im Landkreis gibt. „Der Inzidenzwert liegt auf Landkreisebene bei 27.“

Vorbereitung auf steigende Zahlen in den Kliniken

In den Ruppiner Kliniken werden aktuell zwei Covid-19-Patienten stationär behandelt, berichtet Kliniksprecherin Verena Clasen. Die Kliniken bereiten sich aktuell auf eine mögliche Infektionswelle im Landkreis vor. „Ziel ist weiterhin, die strikte Trennung zwischen ‚reinen’ und Covid-19-Bereichen innerhalb des Krankenhauses aufrecht zu erhalten – auch bei dramatisch steigenden Zahlen“, so Clasen.
In der vergangenen Woche waren vier Mitarbeitende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nachtests von 100 Patienten sowie allen direkten Kollegen der Infizierten hatten keine weiteren Infektionen ergeben. Trotzdem sollen jetzt Serientestungen der Mitarbeiter beginnen, so Clasen. Diese seien freiwillig und beschränken sich vorerst auf diejenigen, die in den Covid-19-Bereichen arbeiten oder Pendler aus Risikogebieten.
Da die Verunsicherung in der Bevölkerung wieder zunimmt, hat der Landkreis die Erreichbarkeit der Corona-Hotline wieder ausgedehnt. Diese ist jetzt auch wieder zusätzlich sonnabends von 9 bis 13 unter 03391 6885376 erreichbar. Um die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zu unterstützen, helfen jetzt andere in der Kreisverwaltung Tätige aus. Auch die Unterstützung der Bundeswehr sei laut Landkreis-Sprecher angefragt.