Demo gegen rechts
: Kundgebung in Neuruppin – Bündnis ruft zum Protest gegen die AfD auf

Neuruppin setzt Zeichen: Breite Allianz ruft am 26. Januar zu Protest gegen AfD und für Demokratie auf.
Von
Jens Karraß
Neuruppin
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In Berlin fand am 21. Januar 2024 eine Demonstration gegen Rechtsextremismus und die AfD unter dem Motto „Demokratie verteidigen: zusammen gegen Rechts“ statt. Nun wird es auch in Neuruppin eine Kundgebung geben.

Bernd Elmenthaler / Future Image

Auch in Neuruppin formiert sich Widerstand: Nachdem in den zurückliegenden Tagen in Dutzenden Städten Hunderttausende gegen rechtes Gedankengut auf die Straße gegangen sind, wird es auch in Neuruppin noch im Januar 2024 eine Demo geben.

Ein breites Bündnis ruft in der Fontanestadt für Freitag, 26. Januar 2024, zur Teilnahme an einer Kundgebung auf. Das Motto „Nie wieder ist jetzt! AfD stoppen – Gemeinschaft stärken“. Die Demonstration beginnt um 17 Uhr auf dem Schulplatz in Neuruppin.

Der Grund für die Aktion in Neuruppin

Auslöser für die bundesweiten Proteste – bei denen am Wochenende 20./21. Januar Hunderttausende auf die Straßen gingen – sind die Enthüllungen des Recherchezentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten am 25. November, an dem AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion in Potsdam teilgenommen hatten.

Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über „Remigration“ gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Das sagen die Initiatoren

Angemeldet wurde die Kundgebung in Neuruppin von der Initiative Fasan (Feministischer Antifaschistischer Schüler Austausch Neuruppin), die generationenübergreifend und parteiunabhängig ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft vereint.

Jannik Vogel, Schüler aus Neuruppin, bezeichnet „die menschenfeindlichen Deportationspläne der AfD“ nur als Spitze des Eisbergs. „Der asylpolitische Rechtsruck und gemeinsame Abstimmungen von FDP und CDU mit der AfD machen deutlich: Die Brandmauer bröckelt.“ Weil die Politik viel zu lange weggesehen habe, stehe die Zivilgesellschaft jetzt gegen rechte Hetze, Spaltung und Demokratiefeindlichkeit auf.

„Auch und vor allem im ländlichen Raum ist es wichtig, eine klare Haltung gegen Rechts zu zeigen und aktiv gegen den Rechtsruck zu arbeiten“, meint Tamara Schnaider vom Jugendwohnprojekt „MittenDrin“. Die Vergangenheit dürfe sich nicht wiederholen. „Wir stehen klar in der Verantwortung, dass das auch nicht passieren wird.“ Während die AfD in Ostprignitz-Ruppin immer mehr an Zuspruch gewinnen würde, „ist es umso wichtiger, dass wir uns gemeinsam stark machen und Forderungen stellen. ,Nie wieder‘ ist jetzt!“ Es gelte, die AFD zu stoppen und die Gemeinschaft zu stärken.

Moritz Leist, Sprecher von Fridays for Future Neuruppin, blickt Richtung Bundespolitik: Wer massenhafte Abschiebungen fordern würde, wie es aus seiner Sicht Unions-Fraktionschef Friedrich Merz oder Kanzler Olaf Scholz tun, „macht sich zum Wegbereiter eines neuen Faschismus“. Seine Forderung: „Wir brauchen jetzt ein klares Versprechen von allen demokratischen Parteien und Politikern: Niemals darf es irgendeine Form der Zusammenarbeit mit der AfD geben, nirgendwo und auf keiner Ebene“.

Der Pressesprecher der Veranstaltung, Corvin Drößler berichtete davon, dass die Veranstaltung mit 50 Teilnehmern angemeldet wurde. „Wir gehen aber davon aus, dass wir diese Zahl deutlich übertreffen werden. Wir sind darauf vorbereitet“.

Am Wochenende finden bundesweit in vielen weiteren Städten unter dem Motto #ZusammenGegenRechts Proteste gegen die AfD statt. Die Demonstrationen werden dabei von verschiedenen Organisationen aus der lokalen Zivilgesellschaft organisiert. Eine deutschlandweite Übersicht über die Proteste finden Sie hier.