Krankenhaus in Neuruppin
: Aus für Abteilung der Uniklinik – Landesärztekammer warnt

Ende 2024 muss die Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie in Neuruppin schließen. Patienten stehen bald vor verschlossenen Türen. so reagiert die Landesärztekammer.
Von
Burkhard Keeve
Neuruppin
Jetzt in der App anhören
Chirurgie - OP-Zentrum: ARCHIV - 29.11.2023, Schleswig-Holstein, Rendsburg: Ein Patient wird in den OP-Saal im OP-Zentrum der Schön Klinik gebracht. Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Blinddarmentzündungen ist in NRW drastisch gesunken. (zu dpa: «Ministerin: Notfallversorgung von Kliniken gewährleistet») Foto: Frank Molter/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Weg damit! Die Klinik Mund-Kiefer-Gesicht-Chirurgie (MKG)  an der Uniklinik Neuruppin muss Ende 2024 schließen. Das gehört zum Sanierungskonzept des angeschlagenen Krankenhauses. Die Landesärztekammer Brandenburg protestiert (Symbolbild).

Frank Molter/dpa
  • Klinik für MKG-Chirurgie in Neuruppin schließt Ende 2024; 100 Mitarbeiter betroffen.
  • Landesärztekammer fordert sichere Patientenversorgung.
  • Schließung Teil eines Sanierungskonzepts des finanziell angeschlagenen UKRB.
  • Schlechte Kommunikation bei der Entlassung der Mitarbeiter.
  • Kritik an fehlender Übergangsfinanzierung und Verzögerungen bei Reformen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Beim finanziell angeschlagenen Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg (UKRB) in Neuruppin wird der Rotstift angesetzt. Knapp 100 Beschäftigte sollen gehen, eine komplette Klinik wird zum Ende des Jahres 2024 geschlossen. Das ruft die Landesärztekammer Brandenburg auf den Plan.

Die Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) fordert nach der Ankündigung der Schließung der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie (MKG) am Neuruppiner Uniklinikum, dass die Versorgung der Patienten sichergestellt wird. Klinik-Sanierer Alexander Lottis hatte mitgeteilt, dass ab 2025 an der MKG keine Behandlungen mehr durchgeführt werden. Die Abteilung existiert dann nicht mehr.

Landesärztekammer beklagt schlechte Kommunikation

Die geplante Schließung bedeutet einschneidende Veränderungen für die Versorgung in der Region. Das betont die Landesärztekammer Brandenburg in einer schriftlichen Erklärung vom Mittwoch, 11. Dezember. Dass darüber hinaus 100 Beschäftigte von ihrer Entlassung durch einen Bericht bei moz.de erfahren hätten, stelle keine gute Kommunikation dar.

„An diesem Beispiel zeigt sich, dass gerade die bereits von der Insolvenz bedrohten Krankenhäuser nicht auf die für 2027 angekündigten Gelder aus dem Transformationsfonds warten können", kommentiert LÄKB-Präsident Frank-Ullrich Schulz die Entwicklungen. Da es keine Übergangsfinanzierung gibt, fehle es diesen Häusern an Planungssicherheit. „Vor genau dieser Entwicklung warnen wir seit langem.“

Damit offenbare sich schon vor Inkrafttreten der Krankenhausreform eine ihrer größten Schwächen. Die Bundespolitik lasse die Krankenhäuser sehenden Auges in die Insolvenz schlittern, so Schulz weiter.

Darüber hinaus sei fraglich, wann und in welcher Form der Transformationsfonds überhaupt umgesetzt werde. Das Problem: Die neue Bundesregierung müsse nicht nur die entsprechende Rechtsverordnung auf den Weg bringen. Der Bundesrat müsse dieser auch zustimmen, so Schulz.

Das sei ein Prozess, der noch einige Zeit in Anspruch nehme. „Wir fordern die politisch Verantwortlichen eindringlich dazu auf, schnellstmöglich die notwendigen Nachbesserungen auf den Weg zu bringen." Nur so sei es möglich, weitere Schließungen abzuwenden, „damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert bleibt“.

Bei einem Krisengespräch am Dienstag, 10. Dezember, in Neuruppin mit OPR-Landrat, Ralf Reinhardt, UKRB-Geschäftsführer Alexander Lottis und Gewerkschaftsvertretern war eine ähnliche Forderung in Richtung Landes- und Bundespolitik geäußert worden.