Krasse Katzen in Brandenburg: Lilly aus Fürstenwalde ist eine echte Diva

„Prinzessin“ Lilly im Kreise ihrer Untertanen Kathleen, Helene und Sven Baer aus Fürstenwalde.
Angela BollDienstag,13.30 Uhr, in Fürstenwalde Süd. Rasenmäher rattern, in den Heimbüros flackern die Bildschirme, aus einigen Küchen schallt Besteckgeklimper. Nur bei Familie Baer herrscht absolute Ruhe. Lilly macht Mittagspause. Lilly, so sagt Kathleen Baer, sei „die Prinzessin“ im Haus: „Wir sind ihr Hofstaat.“ Leise schleichen wir uns durchs Erdgeschoss auf die Terrasse.
Die Adlige weilt im Obergeschoss, ihrem Tagesrhythmus folgend genießt sie ihren Mittagsschlaf. Heute hat sie sich das Ehebett ausgesucht, bisweilen lässt sie sich auch auf der Bettdecke von Helene (12) oder Hanna (7) nieder. Das entscheidet Lilly spontan. Je nach Laune, Verfassung, Stimmung.
Bei Familie Baer den Thron zurückerobert
Familie Baer - die Eltern Kathleen und Sven sowie die Töchter Helene und Hannah - hat Lilly vor zwei Jahren aufgenommen. Bis dato lebte die britische Kurzhaarkatze bei den Nachbarn, die dann nach Mexiko auswanderten. Sie habe ein wenig gelitten, berichtet Kathleen Baer aus Lillys Vergangenheit, denn bei den Vorgängern habe sie nach dem Einzug eines Hundes über Monate hinweg die zweite Geige spielen müssen. Ungewollt, versteht sich. Erst bei den Baers konnte sie den Thron zurückerobern, seitdem genießt sie royale Sonderrechte ganz im britischen Stil. So ist Majestät „not amused“, sobald andere Katzen in ihr großzügiges Anwesen mit Garten eindringen. Wer das Fauchen nicht verstehen will, muss fühlen. Adel verpflichtet.
Der Krasse-Katzen-Tracker soll Lillys letzte Geheimnisse lüften
Dass Lilly nun in den Stand der krassen Katzen erhoben wurde, hat sie ihrem Personal zu verdanken. Familie Baer hat sie angemeldet, um der Prinzessin ihre letzten Geheimnisse zu entlocken. „Wir haben uns schon immer gefragt, wo sie herum stromert und wie weit sie davonläuft“, sagt Sven Baer, der sogar schon mal daran gedacht hat, die Wege seiner „Vorgesetzten“ mit der Kamera zu überwachen. Da kommt der Krasse-Katzen-Tracker*, der jetzt Lillys Wege eine Woche lang aufzeichnet, gerade recht. Was die Baers wissen, ist bisher nur, dass Lilly zeitweise von anderen Haushalten verköstigt wird. Wobei das die Familie nicht nachvollziehen kann. Denn als Haus- und Hofverkoster achten sie penibel darauf, Lillys Geschmack* zu treffen.
„Aber was Lilly heute schmeckt, kann sie morgen schon wieder verwehren“, erklärt Sven Baer, sie sei eben eine „Fressdiva“. Für die Baers ist klar, dass die adlige Britin an solchen Tagen erhobenen Hauptes das Haupthaus verlässt und zu den Nachbarn stolziert, um sich dort bedienen zu lassen.
Es wundert nicht, dass Lilly zur Gattung der Schönwetterkatzen gehört. Während sie bei angenehmen Temperaturen immer am Mittag und nachts unterwegs ist, bleibt sie bei Regen gern einfach unterm Vordach sitzen und bewegt sich kaum. „Dann schaut sie uns so an, als würde sie uns sagen wollen: Bringt das mal in Ordnung! Packt mal die Sonne aus!“, erzählt Kathleen Baer und würde das glatt auch noch machen, denn sie liebt Allüren-Lilly sehr, auch wenn sie weiß, dass sie im Hofstatt nur für die niederen Arbeiten zuständig ist. „Ich bin lediglich der Dosenöffner“, ist sie sich ihrer Aufgabe vollkommen bewusst.

Nicht zu schnell aufstehen: Für den perfekten Start in den Nachmittag wünscht Lilly eine ausführliche Streicheleinheit.
Angela BollEine Runde Katzenyoga bevor Lilly in die Nacht verschwindet
Hannah, der jüngste Baer-Spross, hat sich bereits hochgearbeitet und begleitet Hoheit ins Schlafgemach. Jeden Abend würden die beiden gemeinsam die Vorbereitungen treffen und dann zusammen ins Bett gehen, sagt Mama Baer. Wobei Lilly immer das Fußende vereinnahmt. Denn zu viel Nähe, so richtiges Zusammenkuscheln, sei nicht das Ding des ranghohen Stubentigers. Irgendwann, im Laufe des Abends, sobald Lilly Lust verspürt, würde sie dann, so berichten es die Baers, nach einer kleinen Katzenyogarunde in die Nacht spazieren. Frühstück nehme sie dann aber gern wieder im heimischen Königreich ein.
Die majestätischen Geschichten wecken die Sehnsucht nach einem Katzenleben. Aber führt Lilly tatsächlich ein divengleiches Dasein? Oder erzählen die Baers Prinzesinnen-Märchen? Nach 14 Uhr sei es erlaubt, einen Blick ins Schlafzimmer zu werfen, schlagen sie vor. Leise, sanft, sachte...
Und da liegt sie. Umschlungen von ihrer eigenen Schönheit, hebt sie in göttlicher Anmut ihr silbergrau gestreiftes Köpfchen. Was so viel heißt wie: Streicheleinheiten, bitte! Dafür scheint Sven Baer zuständig zu sein. Mit voller Hingabe wühlt er am Katzenhals entlang. Lilly bestätigt mit einem zarten Schnurren die Druckstärke. Auf Besuch möchte sie offenbar heute nicht näher eingehen. Der wird gekonnt ignoriert. Eine letzte Streicheleinheit, dann zieht sie los. Ahnungslos, dass sie ab jetzt nicht mehr nur ein Krönchen trägt.
MOZ.de Aktion „Krasse Katzen“
Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ wurden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.



