Martinimarkt in Neuruppin 2023
: Erfolg trotz Regen – 170.000 Besucher auf Volksfest

Positive Bilanz für den Martinimarkt 2023 in Neuruppin: Das Volksfest lockte 170.000 Besucher an. Für einige war der Spaß komplett kostenlos.
Von
Jens Karraß
Neuruppin
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Der Martinimarkt 2023 in Neuruppin war ein voller Erfolg – und trotz widriger Wetterlage. Speziell ein Tag war etwas ganz Besonderes.

Eckhard Handke

Zehn Tage Martinimarkt 2023 sind am Sonntag, 5. November, zu Ende gegangen. Es ist das wohl größte Volksfest in der Region. War die 367. Auflage auch in diesem Jahr ein Erfolg? Und warum hatten Tausende Menschen kostenlosen Spaß und mussten keine Fahrgeschäfte bezahlen? Ein Rückblick.

Christian Ringleb, Bereichsleiter bei der InKom Neuruppin GmbH und zuständig für das Stadtmarketing, zieht eine erste positive Bilanz. „Gefühlt hat es jeden Tag mindestens einmal geregnet, schon am Eröffnungstag goss es wie aus Kübeln“, berichtet er. „Aber die Neuruppiner haben ihre Wetterjacken angezogen, den Regenschirm mitgenommen und los ging es.“ 170.000 Besucher wurden in diesem Jahr gezählt.

Martinimarkt in Neuruppin: Eine Bilanz der Besucherzahlen und Sicherheitslage

Vor allem an den beiden Wochenenden war es enorm voll. „Wer auf dem Markt war, musste mit dem Strom schwimmen“, sagt Ringleb. Die Sicherheitslage sei aus seiner Sicht die ganze Zeit über stabil gewesen. Und auch den Bäumen rund um den Martinimarkt ging es gut. Bei einem Rundgang mit dem Grünflächenamt und den städtischen Baumbeauftragten wurde festgestellt, dass kein Baum Schaden genommen hat, nur Kleinigkeiten wurden besprochen, wie es in Zukunft noch besser laufen kann.

Bereits nach dem Ende des Martinimarktes am 5. November um 20 Uhr begannen die Schausteller mit dem Einpacken. „Wir sind immer wieder erstaunt, wie schnell es geht, dass der große Strom der Schwertransporte bereits am nächsten Morgen um 8 Uhr zu den Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland unterwegs ist“, sagt Christian Ringleb. Die Sperrung der Präsidentenstraße war am Montag bereits aufgehoben, die restlichen Sperrungen würden im Laufe des Dienstages, 7. November, erfolgen. An dem Tag ist auch der Wochenmarkt auf dem Schulplatz wieder regulär geöffnet.

Auch in diesem Jahr war die Nachfrage der Schausteller größer als das Platzangebot, denn die Schausteller wissen, dass Neuruppin ein besonderes Pflaster ist und die Geschäfte gut laufen.

Eckhard Handke

Martinimarkt in Neuruppin: Standmieten und starke Nachfrage

Die Standgebühren für den Martinimarkt sind kein Geheimnis. So beträgt die Standmiete, gestaffelt nach den Kategorien Händler, Imbiss oder Fahrgeschäft, bis zu 15 Euro pro Frontmeter und Tag. Ein Fahrgeschäft mit 20 Frontmetern zahlt so für den zehntägigen Martinimarkt 3000 Euro netto Miete.

„Beim Strom kommen verbrauchsabhängige Kosten hinzu, die wir aber eins zu eins von den Stadtwerken an die Schausteller weitergeben“, so Ringleb. Die Kosten für die Standmiete sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Trotzdem war auch in diesem Jahr die Nachfrage größer als das Platzangebot.

Martinimarkt in Neuruppin: Verkaufsschlager und Neuheiten

Auch Kristina Hannaleck, Inhaberin des Geschäftes „Herr Fontane“, zieht eine positive Bilanz: „Die Souvenirs waren bei uns der Renner. Die Martinimarkt- und Neuruppin-Magnete sind ausverkauft, die muss ich jetzt erst einmal nachbestellen“.

Aber auch eine Neuheit, die „0-Euro-Scheine“, wurden massenhaft gekauft. Sie sehen aus wie echte Euro-Banknoten, fühlen sich echt an, haben jede Menge Sicherheitsmerkmale und werden in der französischen Sicherheitsdruckerei Oberthur hergestellt, die auch die echten französischen Euro-Banknoten produziert. Sie sind in Neuruppin im Hannaleck-Laden für fünf Euro erhältlich und zeigen den Namensgeber der Fontanestadt Neuruppin, Theodor Fontane, mit seinem Denkmal und das Wahrzeichen der Stadt: die Klosterkirche St. Trinitatis.

Seit 2015 in Frankreich sehr beliebt, kamen die Scheine 2016 auch nach Deutschland. Zunächst nur als Souvenir des Zoo Duisburgs wurden die Scheine nach und nach auch für weitere Sehenswürdigkeiten in Deutschland hergestellt.

Thomas Gebauer

Thementag für Menschen mit Behinderungen und Senioren

Dass sich die Schaustellerfamilien und die Neuruppiner besonders nahe kommen, zeigt die Tradition des Thementages für Menschen mit Behinderungen, Senioren sowie Kita- und Schulkassen. In diesem Jahr nutzten 2400 Menschen am 2. November die Gelegenheit, die Fahrgeschäfte kostenlos auszuprobieren. Für zwei Stunden, von 10 bis 12 Uhr, öffneten alle Schausteller ihre Fahrgeschäfte und ermöglichten den großen Spaß.

Im vergangenen Jahr gab es 1500 Anmeldungen. „Ältere Menschen saßen mit ihren Rollstühlen einfach vor den Fahrgeschäften und hatten Freudentränen in den Augen“, erzählt Petra Neupert. Die 69-jährige gebürtige Zwickauerin lebt in Berlin und betrieb auf dem Martinimarkt einen „Süßkramstand“, wie sie ihn nennt: „Zum süßen Friesen“.

Die Schausteller verteilten 1500 Lebkuchenherzen. Seit acht Jahren ist es Petra Neupert, die dieses tolle Charityevent schon im Sommer ankurbelt. Sie ist in der Mitte des Fotos (rosa T-Shirt) zu sehen.

Petra Neupert

Seit acht Jahren organisiert sie den „süßen“ Teil des besonderen Tages für Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen. Schon im Sommer bestellt sie in Nürnberg die beliebten Lebkuchenherzen, die dann im November vor allem an die Kinder verteilt werden.

Das Charity-Projekt ist eine Gesamtproduktion aus drei Säulen. Petra Neupert erhält vom Hersteller, der Firma „Zuckersucht“ und deren Geschäftsführer Bernd Dostler, 20 Prozent Rabatt für die Martinimarkt-Aktion, alle Schausteller beteiligen sich mit einem Obolus an der Bezahlung der Lebkuchen und die InKom gibt den fehlenden Betrag dazu.

Das Lebkuchenherz zeigt die Verbindung der Schausteller mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Neuruppin. Freude und Volksfestcharkter.

Petra Neupert

„So verteilten wir in diesem Jahr 1500 Martinimarkt-Lebkuchen. Dabei muss es immer sehr schnell gehen, denn die Kinder haben keine Zeit: Schließlich geht es um zwei Stunden Karussell fahren und nicht um das Anstehen für das Lebkuchenherz“, erzählt Petra Neupert. „Wir sind eine große Schaustellerfamilie, der spezielle Tag wird immer von langer Hand vorbereitet und mit viel Herzblut umgesetzt. Nicht wenige von uns bekommen da auch feuchte Augen“.