Wahl in Neuruppin 2024
: 292 Bewerber für den Kreistag – die Kandidaten und Parteien

Die Auswahl ist groß: Bei der Kommunalwahl 2024 bewirbt sich eine Rekordzahl von Kandidaten um den Einzug in den neuen Kreistag von Ostprignitz-Ruppin.
Von
Burkhard Keeve
Neuruppin
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Symbolbild: Am 14. April wählen die Schrozberg eine Bürgermeisterin/einen Bürgermeister: Zwei Bewerber sind im Rennen.

23.10.2022, Baden-Württemberg, Tübingen: Ein Wähler steckt bei der Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt seinen Wahlzettel in eine Urne. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am 9. Juni 2024 wird auch in Ostprignitz-Ruppin gewählt. Neben der Europawahl findet an diesem Tag die Kommunalwahl statt. Wem die Wählerinnen und Wähler dann ihre Stimme geben können. (Symbolbild)

Bernd Weißbrod/dpa

292 Frauen und Männer wollen in den neuen Kreistag von Ostprignitz-Ruppin einziehen. Nicht nur Parteien und Wählergruppen stellen Kandidaten. Unter diesen sind auch Einzelbewerber. Klar ist: Zehn Mandatsträger des aktuellen Kreistags treten nicht wieder an.

Die Wahl zum Kreistag Ostprignitz-Ruppin findet am 9. Juni statt, zeitgleich mit der Europawahl. Für den Kreistag sind 50 Sitze zu vergeben, also vier mehr als im derzeitigen Parlament. Die vom Kreiswahlausschuss abgesegnete Bewerberliste für den Kreistag ist deutlich länger als vor fünf Jahren, als es 255 Kandidatinnen und Kandidaten gab. Die erhöhte Anzahl an zu vergebenden Sitzen hängt mit der gestiegenen Zahl an Einwohnern in Ostprignitz-Ruppin zusammen.

Listenvereinigung dominiert mit starker Präsenz

Die Wählerinnen und Wähler können ihre Kreuze hinter den Kandidaten von sechs Parteien, einer Liste, einer Wählergruppe, einer Wählergemeinschaft, einem Verein sowie einem Einzelkandidaten machen.

Allein 56 Kandidaten schickt in den drei Wahlkreisen die Listenvereinigung Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung/Freie Wähler (BVB/Freie Wähler) ins Rennen. Dazu gehört „Wir in Neuruppin“, „Rheinsberger Union“, „Bürgerkompetenz OPR“, „Keine weiteren Windindustrieanlagen in OPR“, „Bürgerbündnis Rheinsberg“, „Freie Wähler Vielitz“, „Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung / Freie Wähler / FREIE WÄHLER.

Auf den aussichtsreichen Listenplätzen 1 der drei Wahlkreise stehen unter anderem Thomas Voigt, Georg Kamrath und Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow. Dieser geriet durch den Streit um die Zukunft des Kurt-Tucholsky-Museums in die Schlagzeilen. Die Liste wird von Männern (45) dominiert. Nur elf Frauen treten an.

CDU setzt auf Beständigkeit, SPD auf Frauen

Die Christdemokraten in OPR treten mit 49 Kandidaten für den Kreistag an. Nur das Noch-Kreistagsmitglied Karl Tedsen stellt sich bei der CDU nicht mehr zur Wahl. Die restlichen acht aktuellen CDU-Kreistagsabgeordneten wollen auch im neuen Parlament sitzen.

Auf den Listenplätzen 1 stehen: Jörg Gehrmann, Kreistagspräsidentin Sigrid Nau und Sebastian Steinicke, der sich gerade dafür einsetzt, dass am Neuruppiner Bollwerk mehr mobile Gastronomie möglich ist. Auf der Bewerberliste sind zwölf Frauen und 37 Männer.

Auf der Liste der SPD stehen elf Frauen und 28 Männer. Dafür sind mit der Bundestagsabgeordneten Wiebke Papenbrock, Ina Muhß und Karin Halle alle ersten Listenplätze in den drei Wahlkreisen mit Frauen besetzt. Von den aktuell neun Kreistagsabgeordneten der SPD treten Manfred Richter und Thomas Settgast nicht mehr bei der Kommunalwahl an.

Unter 36 Bewerbern haben die Wählenden bei Die Linke die Auswahl. Elf Frauen und 25 Männer werden ins Rennen um die Posten im Kreistag geschickt. Darunter sind auf den besten Listenplätzen Holger Kippenhahn, Angelika Noack und der Landtagsabgeordnete Ronny Kretschmer. Dieser tritt im September auch als Direktkandidat bei der Landtagswahl 2024 an. Die Linken schicken mit Jannik Vogel (Jahrgang 2004) den jüngsten Kandidaten ins Rennen.

AfD stellt den ältesten Kandidaten

Bündnis90/Die Grünen geht mit 33 Bewerbern ins Rennen, darunter sind zwölf Frauen. Auf jeweils Platz 1 der drei Listen stehen: Wiebke Nowak, Anja Wolff und Paul Schmudlach. Alle fünf aktiven Kreistagsabgeordneten der Grünen treten erneut an, darunter eben auch Anja Wolff.

Die AfD hat 26 Kandidaten auf der Liste. Vier Mitglieder sitzen im aktuellen Kreistag, doch Kai Wiegand will nicht mehr antreten. Sechs Frauen sind auf den Listenplätzen zu finden. Die AfD stellt mit Uwe Lehmann (Jahrgang 1944) den ältesten Kandidaten auf.

Mit 25 Kandidaten ist die Wählergruppe des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin, kurz WG KBV, dabei. Auf Platz 1 der Listen stehen die aktuellen Kreistagsmitglieder Harald Krumhoff, Thomas Schwabe und Hans-Heinrich Grünhagen.

Im aktuellen Kreistag von OPR gab es eine Fraktion „Fraktion Bauern, freie Wähler, FDP“. Auch die vier anderen aktuellen Kreistagsmitglieder dieser Fraktion streben eine weitere Amtsperiode an. Allerdings nicht alle bei der WG KBV. Thomas Voigt steht auf Platz 1 der Listenvereinigung, auch das Fraktionsmitglied Klaus Ribbe tritt für die Listenvereinigung an.

Auch Alt-Bürgermeister Golde tritt an

Die Kandidaten von „Pro Ruppin“ treten nur in Wahlkreisen 1 und 2 an. Insgesamt sind es eine Frau und elf Männer. Unter den Bewerbern ist auch der ehemalige Bürgermeister von Neuruppin, Jens-Peter Golde. André Ballast und Ralph Bormann stehen auf den Spitzenplätzen der Kandidatenliste. Golde belegt den letzten Listenplatz (9) im Wahlkreis 1.

Die Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin (FWG) hat sieben Kandidaten für zwei Wahlkreise (2 und 3) aufgestellt. Auf den beiden ersten Plätzen sind Peter Gorisch und Werner Piest von der aktuellen Kreistagsfraktion „Bauern, freie Wähler, FDP“.

Auf der Liste der FDP stehen sechs Kandidaten. Joachim Pein, Kerstin Pein und Bert Groche besetzen bei den Freien Demokraten Platz 1 der Wahlkreislisten.

Bleibt noch der Einzelkandidat. Im Wahlkreis 2 will Justin König Mitglied des Kreistags von Ostprignitz-Ruppin werden.