Laesicke verband sein Bedauern mit einem Gruß nach Israel, dem sich Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) anschloss. Oranienburg solle sich mit Israel auseinandersetzen, wünscht sich Laesicke. Die Ausstellung böte dafür eine gute Grundlage. Die Schau wurde vom Verein DEIN (Demokratie und Information) zusammengestellt, Schirmherr ist Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung.  Eine Begleitbroschüre, die auf www.oranienburg.de/1948 zu finden ist und die im Ausstellungsraum ausliegt, bereitet auf die Geschichte des Staates vor. Die Schau beginnt mit der Antike, erklärt Israel im Römischen Reich und zeigt, wie über 2 000 Jahre lang Antisemitismus in Europa immer wieder aufkam und schließlich in der Shoa des Nationalsozialismus gipfelte. Erklärt werden Auseinandersetzungen in Nahost, aber auch das friedliche Zusammenleben. Bis in die 1930er-Jahre hinein gab es eine funktionierende jüdisch-arabische Zusammenarbeit.
Welchen Verlust der von Deutschland ausgegangene Holocaust hatte, kann die Ausstellung nur ansatzweise zeigen. Beispielhaft werden Erfinder genannt, darunter Josef Ganz, der mit dem "Maikäfer" den Vorläufer des von den Nazis gefertigten KdF-Wagens (später VW Käfer) schuf.
Auf 32 Tafeln wird in Texten, auf Bildern und Karten auch auf die seit der Staatsgründung schwelenden Konflikte in der Region eingegangen. Es wird nichts beschönigt, doch helfen Erklärungen, zu verstehen. "Die Ausstellung zeigt vieles, was man wissen sollte", sagte Laesicke. Die Informationen könnten helfen, Missverständnisse auszuräumen und würden zu Diskussionen einladen.
Gezeigt wird "1948" bis zum 22. September. Dann wandert die Ausstellung weiter. Der Termin in Oranienburg ließ sich deshalb auch nicht verschieben. Rund um die Schau gibt es ein Begleitprogramm (siehe Infokasten). Kommenden Donnerstag wird über Antisemitismus in Brandenburg berichtet. Zum Abschluss lädt die Deutsch-Israelische Gesellschaft zu einem Israel-Tag nach Oranienburg ein. Vor der Bibliothek stehen dann Info-Stände der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
Die Stadtbibliothek stellt ab Montag begleitend Literatur zum Thema Israel in einer Sonderausstellung im Lesesaal zur Verfügung, darunter auch Kochbücher. Einige Titel wurden als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Weitere Buchspenden werden gern entgegengenommen.
Die Ausstellung in der Tourist-Info am Schlossplatz ist bis zum 22. September montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 13 Uhr mit Mund-/Nasenschutz kostenlos zu besuchen. Gruppen sollten sich unter 03301 600 8110 anmelden.

Begleitprogramm zur Ausstellung


Antisemitismus in Brandenburg:  Referentin Dorina Feldmann, Fachstelle Antisemitismus des Landes Brandenburg am Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam. 3. September, 18.30 Uhr Stadtbibliothek.

Midissage der Ausstellung unter Beteiligung des Gesandten Botschaftsrats der Israelischen Botschaft Berlin, Yaki Lopez, am 8. September um 19 Uhr in der Stadtbibliothek.

Israel-Tag der Deutsch-Israelischen Gesellschaft am 22. September: Helke Eikelmann, ehemaliger Generalkonsul Israels,  steht vormittags Schülern für Gespräche über Israel zur Verfügung. Ab 19 Uhr ist ein Get-Together in der Bibliothek geplant.