Bahnstreik
: Welche Linien in Oberhavel und OPR betroffen sind

UPDATE Mittwoch (11.20): Die Gewerkschaft EVG ruft im morgendlichen Berufsverkehr zum Warnstreik auf. Betroffen sind nicht alle über Oranienburg verkehrenden Züge. Probleme könnte es in Neuruppin geben.
Von
Roland Becker
Oranienburg
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Der Bahnhof in Oranienburg ist gut frequentiert. Mehrere Regionalbahnen, IC-Züge und die S-Bahnlinie S1 halten in der Kreisstadt von Oberhavel. Allerdings kommt es immer wieder zu massiven Einschränkungen.  Auch dieser Sommer wird für Pendler anstregend.

Bahnstreik: Wenn die EVG Teile des Bahnverkehrs nördlich von Berlin bestreikt, wird in Oranienburg voraussichtlich nur eine Linie betroffen sein.

Jürgen Liebezeit
  • EVG-Warnstreik im Regionalverkehr am Donnerstag (15. Januar) von 7 bis 9.30 Uhr angekündigt.
  • Prignitz-Express RE6 zwischen Neuruppin und Löwenberg betroffen; weitere Einschränkungen möglich.
  • RB54 (Löwenberg–Rheinsberg) und RB73 (Pritzwalk–Kyritz) ebenfalls vom Streik betroffen.
  • DB-Verbindungen RE5, RE85 und RB nach Templin nicht betroffen.
  • Tarifverhandlungen mit Region Infra Nordost seit Herbst 2025 ergebnislos.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der für Donnerstag (15. Januar) angekündigte Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Regionalverkehr wird sich auf Oranienburg nur teilweise auswirken. Fast alle den Bahnhof anfahrenden Züge werden verkehren. Einschränkungen wird es aber auf einer wichtigen Verbindung geben.

Vom Warnstreik betroffen ist das von der Regio Infra Nordost (RIN) betriebene Netz. Dabei handelt es sich um ein Bahnunternehmen, das nichts mit der Deutschen Bahn zu tun hat.

Daher die gute Nachricht: Die von der DB betriebenen Verbindungen aus Richtung Rostock und Stralsund (RE5) sowie aus Richtung Schwerin kommend (RE85) und die Regionalbahn von und nach Templin werden weder Richtung Norden noch gen Berlin betroffen sein.

Bahnstreik: Prignitz-Express RE6 ab Neuruppin betroffen

Anders sieht es mit dem Prignitz-Express aus. Der wird zwar von der Deutschen Bahn betrieben. Doch durch die Bauarbeiten auf der Stammstrecke über Kremmen fährt dieser Zug von Neuruppin über Löwenberg und Oranienburg nach Berlin. Das Teilstück zwischen Löwenberg und Neuruppin fällt aber in den Bereich der Regio Infra Nordost. Und das hat Folgen für den Prignitz-Express.

EVG-Sprecher Benjamin Köster bestätigte am Dienstag (13. Januar) auf Nachfrage, dass der RE6 vom Streik betroffen sein wird. Ob das nur den Abschnitt zwischen Neuruppin und Löwenberg betrifft oder weitreichender sein wird, ist unklar.

Landkreis fordert Ausbau der Bahnstrecke nach Berlin: ARCHIV - 28.11.2019, Brandenburg, Neuruppin: Die Wand eines kleinen Gebäudes auf dem Bahnhof Rheinsberger Tor in der Fontanestadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zeigt das Graffiti des Dichters Theodor Fontane und dessen Geburts- und Sterbedatum. Abfahrtbereit steht der Prignitz-Express in Richtung Berlin auf Bahnsteig 1. (zu dpa: «Landkreis fordert halbstündigen Bahntakt nach Berlin») Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Reisende, die zwischen Neuruppin und Oranienburg und weiter Richtung Berlin pendeln, müssen sich am Donnerstag auf einen Streik einstellen. Der Prignitz-Express wird voraussichtlich über mehrere Stunden nicht verkehren.

Soeren Stache/dpa

Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte am Nachmittag mit, dass man bisher keinerlei Information von der EVG oder der Regio Infra Nordost, deren Infrastruktur der RE6 derzeit nutzt, über die geplanten Einschränkungen erhalten habe. Am Mittwoch versicherte der Bahnsprecher: „Wir erwarten keine Auswirkungen. Wir werden fahren.“ Seine Sicherheit ziehe er unter anderem aus Informationen des Streckenbetreibers RIN.

Fährt der RE6? Deutsche Bahn und EVG widersprechen sich

Dem widersprach Minuten später EVG-Sprecher Köster: „Die Umleitungsstrecke führt den RE 6 aktuell am RIN-Stellwerk Alt Ruppin vorbei. Wenn die nicht morgen wieder auf der alten Strecke fahren sollten, müsste der RE 6 entsprechend betroffen sein.“ Offensichtlich hängt das Wohl und Wehe es RE6 morgen davon ab, wie hoch die Streikbereitschaft der Stellwerksmitarbeiter in Alt Ruppin ist beziehungsweise ob diese im Fall der Arbeitsniederlegung kurzfristig ersetzt werden können.

Vom Streik betroffen ist auch die Regionalbahn RB54, die im Zweistundentakt zwischen Löwenberg und Rheinsberg über Herzberg und Lindow verkehrt. Außerdem müssen Pendler damit rechnen, dass die RB73 zwischen Pritzwalk und Kyritz bestreikt wird. Von Kyritz nach Neustadt/Dosse besteht derzeit Schienenersatzverkehr, der laut Köster nicht betroffen ist.

Der Warnstreik wird sich am Donnerstag auf den Zeitraum zwischen 7 und 9.30 Uhr beschränken. Erfahrungsgemäß dauert es danach aber noch einige Zeit, ehe zum regulären Fahrplan zurückgekehrt werden kann.

Ob der Verkehr auf den betroffenen Strecken generell zum Erliegen kommt, ist von der Streikbereitschaft der EVG-Mitglieder abhängig. Vorsorglich sollten Reisende aber damit rechnen, dass diese Züge nicht verkehren.

Verhandlungen seit Herbst ergebnislos verlaufen

Die EVG ruft in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mit der Region Infra Nordost zum ersten Mal zum Warnstreik auf. Bislang gab es seit Herbst 2025 vier Verhandlungsrunden, die laut EVG ergebnislos verlaufen sind. Die Pressestelle der Region Infra Nordost war am Dienstagvormittag nicht erreichbar.

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