Immobilien in Hohen Neuendorf: Stadt plant Bau bezahlbarer Wohnungen – der Zeitplan

Schön wäre es, wenn in Hohen Neuendorf eine Wohnung zu günstigen Konditionen gemietet werden kann. Doch das ist nur selten der Fall. Der Andrang auf verhältnismäßig teure Wohnungen ist groß. Nun plant die Stadt den Bau neuen, bezahlbaren Wohnraum.
Armin Weigel/dpa- Hohen Neuendorf plant 2026 Bau günstiger Wohnungen, Bewerbungen ab Januar 2025 möglich.
- Bürgermeister Apelt unterstützt kommunalen Wohnungsbau; Mietpreise aktuell hoch.
- Stadt investiert 2025 11,8 Mio. Euro in Schul- und Kulturbau; fünf Mio. Euro Eigenmittel.
- Verkauf von Baugrundstücken für Einheimische; Einnahmen von zwei Mio. Euro erwartet.
- Abriss der Himmelspagode für Wohnbauprojekt in Erwägung gezogen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer in Hohen Neuendorf zur Miete wohnen möchte, muss viel Glück oder ein hohes Einkommen haben. Denn gerade die modernen Neubauwohnungen kosten im Schnitt pro Quadratmeter 14 Euro und mehr. Für eine vierköpfige Familie ist da schnell die Hälfte des Einkommens weg. Das soll sich in Zukunft ändern.
Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) hat bei der Vorstellung des Haushalts für das Jahr 2025 angekündigt, den kommunalen Wohnungsbau zu forcieren. Direkt im Anschluss an die Fertigstellung des städtischen Wohnungsbauprojektes an der Feldstraße soll ein weiteres kommunales Projekt folgen.
Hohen Neuendorf: Stadt will 2026 günstige Wohnungen bauen
„Wir bauen auch 2026 günstige Mietwohnungen“, kündigte Apelt an. Die planerischen Vorbereitungen laufen bereits. Weitere Details nannte er aber nicht.
In der Feldstraße baut die Stadt aktuell vier Häuser mit 30 Wohnungen. Zwei Drittel davon können zu günstigen Konditionen von einkommensschwachen Menschen gemietet werden. Die Bewerbungsphase beginnt im April 2025. Der Abschluss der Mietverträge ist für Juni oder Juli 2025 geplant. Dann sollen die Häuser bezugsfertig sein.

Projekt Feldstraße: Im Sommer 2025 sollen die Mietverträge unterschrieben werden können. Bewerbungen können ab Januar eingereicht werden.
Jürgen LiebezeitBereits im Januar werden die Vergabekriterien veröffentlicht. Das Interesse an einer Wohnung in der Feldstraße ist groß. „Wir haben bereits viele Gespräche mit Interessenten geführt. Wir gehen davon aus, dass sich mehr als ein Interessent pro Wohnung bewerben wird“, sagt Kristina Zimmermann, Leiterin des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft.
Hohen Neuendorf: Baugrundstücke für Einheimische
Die 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen an der Ecke Feldstraße/B96 werden teilweise sozial gefördert und können nach Angaben der Stadt zu Nettokaltmieten von 6 Euro beziehungsweise 7,50 Euro pro Quadratmeter sowie von 11 Euro pro Quadratmeter freifinanziert angeboten werden.

Viel Lob bekamen Kämmerin Michaela Müller-Lautenschläger und ihre Mitarbeitenden für die digitale Aufstellung des Haushalts für 2025. In neun Ausschuss-Sitzungen wurde das umfangreiche Zahlenwerk beraten. 80 Anfragen der Politiker wurden geduldig beantwortet.
Jürgen LiebezeitIm neuen Jahr sollen auch sieben Grundstücke in Bergfelde nach dem Einheimischen-Modell verkauft werden. Der frühere Fußballplatz soll bebaut werden. Geplant ist auch die Anlage eines kleinen Parks. Die Stadt rechnet durch den Verkauf mit Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro. Auf die Grundstücke können sich Einwohner der Stadt bewerben. Es gibt einen Kriterienkatalog, in dem die Vergabe und die Bedingungen, zum Beispiel ein Finanzierungsnachweis, geregelt sind.
Hohen Neuendorf: Abriss der Pagode scheint unausweichlich
Vorangetrieben wird weiter die Bebauung der Freiflächen beiderseits der B96, für die in einigen Jahren die Himmelspagode abgerissen werden könnte. Laut Bürgermeister hat der Eigentümer des heimlichen Wahrzeichens von Hohen Neuendorf weiterhin großes Interesse daran, das architektonisch ungewöhnliche Restaurant an Investoren in der Immobilienbranche zu verkaufen.
„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum auch für Hohen Neuendorf“, verdeutlichte Steffen Apelt die Dringlichkeit des Mammut-Projektes. Nur aus eigener Kraft könne die Stadt das nicht schaffen.

Das Bahnhofsgebäude hinter der Bienenskulptur in Hohen Neuendorf wird zum Kulturbahnhof umgebaut. Ende 2025 ist die Eröffnung geplant. Einziehen soll unter anderem die Bibliothek.
Jürgen LiebezeitLangfristig könnte die Stadt die Marke von 30.000 Einwohnern knacken. „Das Potenzial haben wir“, sagt Apelt, der es als Herausforderung sieht, die Balance zwischen städtischer Entwicklung und sozialer Verantwortung zu wahren.
Kritiker dieser Entwicklung wie der parteilose Stadtverordnete Michael Gerlach befürchten dagegen, dass sich der Charakter der Stadt zu Ungunsten der heutigen Bevölkerung ändern werde. Apelt ist dagegen überzeugt, dass die alternde Stadt durch einen kontrollierten Zuzug profitiert, denn Hohen Neuendorfs wichtigste Einnahmequelle sind die Einkommenssteuer und die Schlüsselzuweisungen, die abhängig von der Zahl der Einwohner ist. Nur so konnte der Etat für 2025 ausgeglichen werden.
Diese Straßen werden 2025 in Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Bergfelde ausgebaut
Hier die wesentlichen Straßenbaumaßnahmen, die für das Jahr 2025 geplant sind:
Waidmannsweg Borgsdorf/Birkenwerder (für Fußgänger und Radfahrer sowie als Rettungsweg), Lindaustraße Hohen Neuendorf, Summter Weg Schönfließ (Anfahrt zum Sportplatz und zur künftigen Schule), Weiterführung Heideplan Bergfelde, Gehweg Schönfließer Straße Hohen Neuendorf, Planung barrierefreier Bahnübergang Borgsdorf.
Bei der Umsetzung von Großprojekten der Stadt ist die Verwaltung derzeit auf der Suche nach neuen Wegen. Apelt prüft mit seiner Verwaltungsspitze, ob das Modell der „Public Privat Partnership“ infrage kommt. Mit dieser Kooperation wurde auch der nördliche Berliner Ring (A10) modernisiert.
Hohen Neuendorf: Die wichtigsten Investitionen in der Stadt
Der Haushalt für das Jahr 2025 hat ein Volumen von 71,3 Millionen Euro. Davon investiert die Stadt nächstes Jahr 11,8 Millionen Euro unter anderem in die Erweiterung der Ahorn-Grundschule in Bergfelde sowie in die Fertigstellung des Kulturbahnhofs und der Eisenbahnunterführung an der Karl-Marx-Straße in Hohen Neuendorf. Rund fünf Millionen Euro davon trägt die Stadt selbst. Der Rest wird über Fördermittel finanziert. 1,6 Millionen gibt Hohen Neuendorf für die Tilgung von Krediten aus.
Für freiwillige Aufgaben wie die Förderung von Vereinen sowie außerschulische Kinder- und Jugendbetreuung gibt die Stadt fast eine Million Euro aus.
Hohen Neuendorf: Bürgermeister mit Kritik an Gewerkschaft
Kritisch äußerte sich Apelt zu den Forderungen der Gewerkschaft, die Mehrkosten von einer Million Euro pro Jahr zur Folge hätte. Gefordert wird, dass Angestellte im öffentlichen Dienst acht Prozent beziehungsweise 350 Euro pro Monat mehr und drei zusätzliche freie Tage bekommen. Gewerkschaftsmitglieder sollen sogar einen weiteren freien Tag erhalten. „Für mich sieht das etwas nach Selbstbedienung aus“, sagte er in Richtung Gewerkschafter.
Der Haushalt 2025 ist nach kontroverser Debatte auf einer Sondersitzung der Stadtverordneten am 21. November 2024 mit 17 Ja- und 8 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen worden.



