Bleibt es bei der schon geplanten Erweiterung des Hortes in Schildow – oder wird es doch einen Neubau geben? Die Diskussion wird aktuell im Mühlenbecker Land neu aufgerollt. Eine erste Entscheidung hätte am Montag in der Gemeindevertretung fallen können.
Ein parteiübergreifender Antrag von CDU, SPD, Bündnis 90/Grüne, Freien Wähler und AG Mühlenbecker Land/Friedrich sah vor, die Verwaltung mit einer Kostenschätzung für einen Neubau zu beauftragten. Mario Müller (CDU) sprach von einer Komplexität und von neuen Erkenntnissen. „Wir sollten größer denken“, sagte er.

Geld schon für Anbau ausgegeben

Dazu sind aber offenbar weitere Gespräche notwendig. Müllers Vorschlag: Im Bau- und Sozialausschuss sollte noch einmal diskutiert werden, ob ein Anbau noch Sinn macht oder ob die Verwaltung mit einer Kostenschätzung für ein neues Gebäude beauftragt werden soll. „Bevor wir etwas umsetzen, sollten wir überlegen, ob es immer noch der richtige Weg ist“, argumentierte Dennis Hentschel (CDU). Zumal ein neues Gebäude ökologische Vorteile gegenüber einem alten habe.
Gegenwind kam von Hartmut Lackmann (Linke). „Wir müssen überlegen, welchen Zirkus wir jetzt machen“, sagte er. Die Planungen für den Anbau sind zur Genehmigung schon eingereicht. „Wenn wir jetzt abreißen und neu bauen, schmeißen wir 600.000 Euro an schon angefallenen Kosten mit beiden Händen zum Fenster raus.“

Unterschiedliche Summen

Woher Hartmut Lackmann diese Summe hat, war zu dem Zeitpunkt unklar. Mario Müller fragte am Folgetag im Rathaus nach. Die Auskunft, die er vom Fachbereich erhielt: Bisher seien 252.000 Euro für die Planungen eines Anbaus ausgegeben worden. „Das ist zwar immer noch viel Geld, aber eben ein Unterschied“, sagt Müller. Er will zukunftsfähig planen und setzt darauf, auf schon vorhandene Planungen eventuell aufbauen zu können, sollte es zum Neubau kommen.
Hartmut Lackmann wiederum, der sich ebenfalls im Nachgang schlau machte, spricht von 270.000 Euro, die schon abgerechnet wurden. „Diese Kosten beinhalten zum Beispiel Teilabrechnungen von Architektenleistungen, Fachplanungen Tragwerk/Statik, Heizung-Lüftung-Sanitär, Baugrunduntersuchungen, Lagepläne und Brandschutzkonzept“, berichtet er. „Jedoch sind insgesamt Leistungen in Höhe von 730.000 Euro in der bauvorbereitenden und Planungsphase beauftragt worden.“ Rund 460.000 Euro seien noch offen beziehungsweise nicht abgerechnet worden.
Ob sich bisher erbrachte Planungsleistungen mit den neuen Planungsanforderungen verrechnen lassen oder ob man auf diesen aufbauen kann, so wie es Mario Müller versuchen will, stehe „in den Sternen“. Lackmann geht davon aus, bekräftigt er sein Ausgangsstatement, dass vermutlich Leistungen in Höhe 600.000 Euro „nicht weiter zu gebrauchen sein“ werden.

SPD-Fraktion ist sich uneins

Teile der SPD können sich mit einem Neubau durchaus anfreunden. „An dieser Stelle ist es richtig, noch einmal anzuhalten und zu überlegen, was die Zukunft bringt“, sagte die Fraktionsvorsitzende Ursel Liekweg. Sie sprach von weiterem Zuzug, der berücksichtig werden müsse. „Wir müssen langfristiger denken als nur die nächsten drei bis fünf Jahre.“
Fraktionseinigkeit gibt es in diesem Punkt nicht. Eine gegenteilige Meinung äußerte Gerhard Peter (SPD). „Die Baukosten steigen jährlich“, sagte er. „Wir müssen nicht lange überlegen, sondern endlich bauen.“ Bei der Rückerstattung für die Notfallbetreuung sei über 22.000 Euro gesprochen worden. „Und hier wollen wir so viel Geld rausschmeißen.“ Zumal ein Neubau nach bisherigem Stand nicht für mehr Kinder als in dem Anbau ausgelegt wäre.

Geplante Kosten für Anbau liegen bei 7,8 Millionen Euro

Die Kosten für die Planungen explodieren seit Jahren. Momentan liegen sie bei rund 7,8 Millionen Euro für die Anbauvariante. Geplant ist, 365 Kinder unterbringen zu können. Einen Dachgeschossausbau des Bestandsgebäudes soll es nicht geben. Mit 220.000 Euro wäre dieser laut Verwaltung zu teuer geworden. Dafür soll neben dem Erweiterungsbau ein Pavillon für 20 Kinder entstehen.
Im jüngsten Hauptausschuss war die Rede davon, dass ein kompletter Neubau etwa 11,5 Millionen Euro kosten könnte. Tino Matzke aus dem Bauamt sieht noch keinen erhöhten Bedarf an Hort-Plätzen. „Wir haben in Mühlenbeck 15 und in Schildow 43 Plätze mehr als notwendig“, sagte er.
Ob erneut ein Neubau ins Spiel gebracht wird und die Verwaltung eine Kostenanalyse durchführen muss, soll sich am 7. Dezember in der Gemeindevertretung entscheiden. Bis dahin werden sich die Fachausschüsse mit der Thematik beschäftigen.