Benefizturnier in Mühlenbeck
: Fußball-Familie kickt für die Zukunft von Mattis (12)

UPDATE 31.8.2026: Eine Elterninitiative und der SV Mühlenbeck 47 helfen mit einem Fußballturnier dem nach einer Sepsis-Erkrankung amputierten Mattis. Warum die Summe der Spenden alle überrascht.
Von
Roland Becker
Mühlenbeck
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Gemeinsam für Mattis Benefizturnier beim SV Mühlenbeck 47 für den nach einer Sepsis an Händen und Füßen amputierten Mattis

Beim Benefizturnier, das der SV Mühlenbeck für Mattis ausrichtet, packen auch Luise Sternke-Wege (Mitte) und Ehemann Nico Wege mit an. Beide kennen Mattis als besten Freund ihres eigenen Sohnes.

Roland Becker
  • Benefizturnier in Mühlenbeck: Unterstützung für Mattis (12) nach Sepsis und Amputationen.
  • SV Mühlenbeck 47, Verband Oberhavel/Barnim und Elterninitiative organisieren das Event.
  • Bereits rund 135.000 Euro über Gofundme gespendet, Ziel des Tages sind weitere 10.000.
  • Elf Teams spielen, über 40 Sponsoren helfen – Tombola, Verkauf und Aktionen bringen Geld.
  • Familie rechnet mit hohen Kosten für Prothesen, Umbauten und ein rollstuhlgerechtes Auto.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Mattis (12) hat mit Leidenschaft für den SV Mühlenbeck 47 in der D-Jugend gekickt. Ebenso leidenschaftlich setzen sich jetzt weit über hundert junge Fußballer für den Jungen ein, dessen Leben im Juni dieses Jahres eine dramatische Wende genommen hat. Unter dem Motto „Gemeinsam für Mattis“ haben sein Sportverein, der Fußballverband Oberhavel/Barnim und eine Elterninitiative zu einem Spendenturnier eingeladen.

„Dieses Turnier soll Mattis zeigen: Du bist nicht allein. Wir kämpfen mit dir, wir glauben an dich!“ Emotionen, manchmal recht ruppige, gehören zum Fußball. Doch an diesem Sonntag (30. August) prägen andere Emotionen das Spiel auf dem grünen Rasen. Schon diese Worte, mit denen Fußballtrainer Michael Quanz das Benefizturnier für den zwölfjährigen eröffnet hat, offenbaren Sensibilität, strahlen Wärme aus.

Nach einer Sepsis-Erkrankung, die Mattis im Juni aus all dem herausriss, was sein bisheriges Leben ausmachte, schwebte der Junge in Lebensgefahr. Zehn Tage lag er im künstlichen Koma und rang um sein Leben. Am 17. Juni, einen Tag vor seinem zwölften Geburtstag, wachte er daraus auf.

Bereits 135.000 Euro für Mattis gespendet

Doch wenig später ereilte ihn und seine Familie die nächste Hiobsbotschaft. Während des Komas hatten nicht alle Körperregionen genügend Sauerstoff erhalten. Dem Jungen mussten beide Hände und Füße amputiert werden.

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Dieses Schicksal hat seine Fußballfreunde, den Sportverein, ja ganz Mühlenbeck und Menschen weit darüber hinaus berührt. Ariane Eybe, eine Freundin der Familie, hat über die Online-Plattform Gofundme einen Spendenaufruf gestartet. Schon vor dem Turnier am Sonntag waren darauf rund 135.000 Euro eingegangen. Für das Turnier treten mehr als 40 Firmen – große Marken und kleine Betriebe – als Sponsoren auf.

„Dieser Tag ist für dich. Deine Fußballfamilie steht hinter dir!“, ruft Quanz ins Megafon, bevor die ersten Partien angepfiffen werden. Für Quanz sind solche Sätze eine Herzensangelegenheit. Er hat bis zu diesem verhängnisvollen Tag Mattis trainiert. Und er weiß, dass Mattis ihn hören kann. Denn nach fast drei Monaten im Krankenhaus erlebt der leidenschaftliche Kicker dieses allein ihm geltende Turnier vor Ort.

Mattis und seine Eltern halten sich im Hintergrund auf, wollen nicht im Fokus stehen. Auch Mattis zuliebe. Ariane Eybe verschwindet kurz, um mit den Eltern zu sprechen. „Das ist ein sehr bewegender Moment für sie. Den wollen sie einfach unter sich genießen“, erzählt sie. Die Familie sei überwältigt von dem, was über Wochen vorbereitet wurde und jetzt zu einem großen Erfolg führen dürfte.

Gemeinsam für Mattis Benefizturnier beim SV Mühlenbeck 47 für den nach einer Sepsis an Händen und Füßen amputierten Mattis

Elf Mannschaften aus zehn Orten beteiligten sich am Benefiz-Turnier für Mattis, das am Sonntag auf dem Sportplatz des SV Mühlenbeck 47 stattfand.

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Ariane Eybe hofft darauf, dass dieser Tag 10.000 Euro aufs Spendenkonto spült. Die lange Schlange am Tombolastand lässt ahnen, dass der Wunsch nicht unrealistisch ist. Ein junger Friseur verpasst Jungsköpfen einen coolen Schnitt, seine Standnachbarin ist fürs Schminken verantwortlich. Kuchen, belegte Brötchen, Bratwürste und Getränke – alles hilft, um das Spendenkonto für Matti zu füllen.

Luise Sternke-Wege steht hinter einem Berg von Fußballschuhen und Trikots, der in ihren Augen gar nicht schnell genug kleiner werden kann. „Mein Sohn ist der beste Freund von Mattis. Das sagt alles“, begründet sie ihr Engagement. Kurz hält sie inne, dann schiebt sie einen Satz nach: „Ich weiß gar nicht, ob Mühlenbeck so etwas schon mal erlebt hat.“

Familie von Mattis weiß noch nicht, welche Kosten auf sie zukommen

„Nein, auf keinen Fall!“ Sandy Kuniger reagiert spontan. Gerade hat sie das Geld für ein Fußballtrikot in die Spendenkasse gesteckt. Für sie sei es vollkommen klar gewesen, zum Benefizturnier zu kommen: „Ich möchte das finanziell, aber auch mit meiner Anwesenheit unterstützen.“

Dank dieses Tages und mit Blick auf weitere Aktionen könnte auf dem Spendenkonto bald die Marke von 150.000 Euro geknackt werden. Viel Geld. Aber vielleicht längst nicht genug, dass die Familie alle Kosten, die auf sie zukommen, begleichen kann. Auch Ariane Eybe sagt: „Das hört sich viel an, wird aber nicht annähernd reichen.“

Höhe der Spenden für Mattis überrascht alle Helfer

Am Ende dieses Tages werden Eybes und die vielen Helfer von der Spendensumme überwältigt sein. Statt der erhofften 10.000 sind es 18.000 Euro geworden. Darunter befindet sich auch eine Spende des Berliner Kinder- und Hilfsvereins Quäntchen Glück über 1.111 Euro. 330 Euro brachte die Versteigerung prominenter Fußballschuhe ein. Die stammen vom Bundesliga-Profi National- und Bundesliga-Spieler (Borussia Dortmund) Nico Schlotterbeck.

Gemeinsam für Mattis Benefizturnier beim SV Mühlenbeck 47 für den nach einer Sepsis an Händen und Füßen amputierten Mattis

Michael Quantz ist der Fußballtrainer von Mattis. Zum Turnierbeginn versichert er diesem: „Dieser Tag ist für dich. Deine Fußballfamilie steht hinter dir.“

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Noch ist unklar, wie viel die Familie für die Prothesen zuzahlen muss. Hinzu kommt: Mattis wächst weiter, die Prothesen müssen angepasst oder ausgewechselt werden. In seinem Zuhause ist für Matthis schon der Weg zur Haustür umgestaltet worden. Derzeit tüftelt ein Architekt daran, welche Umbauten im Haus nötig sind. Dann, so gibt Eybe zu bedenken, müsse ein Auto angeschafft werden, in dem Mattis’ Rollstuhl Platz findet.

Von den beiden Fußballplätzen schallt Lärm herüber. Jungs von zehn Mannschaften kämpfen um den Turniergewinn. Es ist Lachen zu hören, es gibt Anfeuerungsrufe und Torjubel. All die jungen Spieler wissen, weshalb und für wen sie an diesem Tag kicken. Beim Angreifen und Verteidigen, beim Toreschießen und Bällehalten vergessen sie das für den Moment. Und das ist auch gut so.

„Es gibt ihn noch, diesen Zusammenhalt.“
Ariane Eybes
Initiatorin der Spendenaktion

Wenn Ariane Eybes Blick übers Fußballfeld und dann über die Flohmarkt- und Imbissstände streift, weiß sie, dass dieser Tag ein Erfolg wird. Für Mattis, für seine Familie, für seine Freunde, für Mühlenbeck. Die Freundin der Familie drückt das so aus: „Ich finde das super, wenn man sieht, wie die Leute hier für Mattis zusammengekommen sind. Das ist megatoll. Es gibt ihn noch, diesen Zusammenhalt.“