Übung in Mühlenbeck
: Blaulicht und Hunderte Retter – dieser Ernstfall wird geprobt

Durch Mühlenbeck werden Feuerwehren, THW und Rettungswagen rasen. Doch das ist kein Einsatz, sondern der Ernstfall wird geprobt. Was bei der Katastrophenschutzübung simuliert wird.
Von
Roland Becker
Mühlenbeck
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Katastrophenschutzübung „Löwenzahn“: 10.05.2025, Bayern, Erlangen: Eine verletzte Person (Komparsin) liegt nach ihrer Bergung im Rahmen der Katastrophenschutzübung "Löwenzahn" neben Rettungssanitäter. In dem Szenario der Übung stürzte ein Frachtflugzeug über der Innenstadt ab. Dabei wurden Teile eines Hochhauses stark beschädigt. Ein danebenliegendes Bürogebäude steht in den oberen Stockwerken in Flammen. Und in einem nahegelegenen fiktiven Chemie-Betrieb beschädigte das abgestürzte Flugzeugheck einige Behälter mit Gefahrgut. Das Flugzeug-Cockpit selbst stürzte an der Einfahrt zu einer Tiefgarage auf ein Auto. Rund 800 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehren, Polizei, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk, dem Universitätsklinikum und dem Waldkrankenhaus waren bei der Katastrophenschutzübung eingebunden, mit der die Stadt Erlangen den Katastrophenfall probte. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine große Katastrophenschutzübung findet in Mühlenbeck statt. Neben vier Feuerwehren sind auch das THW, der Katastrophenschutz und Rettungsdienste eingebunden. (Symbolbild)

Daniel Karmann/dpa
  • Große Katastrophenschutzübung in Mühlenbeck am 24. Mai 2025.
  • Feuerwehren, THW und Rettungsdienste simulieren Bahnunfall.
  • Einsatzfahrzeuge rasen durch den Ort, aber es ist nur eine Übung.
  • Ziel: Massenanfall von Verletzten, Statisten als Verletzte.
  • Ort: Abschnitt der Heidekrautbahn, kein Eingriff in Bahnverkehr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sirenen durchschneiden die Stille, Einsatzfahrzeuge rasen durch den Ort: Dieses Szenarium wird sich am Samstagvormittag (24. Mai 2025) in Mühlenbeck abspielen. Allerdings muss niemand besorgt bei der Polizei anrufen. Es handelt sich um eine lange vorbereitete und mehrere Stunden dauernde Übung, die der Landkreis Oberhavel angesetzt hat.

Im Landratsamt wurde noch am Freitag (23. Mai) ein großes Geheimnis daraus gemacht, was für ein Ernstfall simuliert wird und wo er stattfindet. Recherchen dieses Nachrichtenportals haben ergeben, dass ein Bahnunfall nachgestellt wird. In dem geplanten Szenarium steht ein Massenanfall von Verletzten im Mittelpunkt. Dafür wird eine enorme Zahl an Statisten herangezogen, die die Verletzten darstellen.

Unfall auf der Strecke der Heidekrautbahn wird simuliert

Die Übung soll in Mühlenbeck in einem Abschnitt der Bahnstrecke der Heidekrautbahn stattfinden, und zwar in Höhe des Berufsförderungswerks an der Kastanienallee. Das Gelände dürfte auch deshalb ausgewählt worden sein, weil sich direkt neben den Schienen ein großes Freigelände samt Parkplatz befindet.

Neben der Feuerwehr werden auch die Rettungsdienste, der Katastrophenschutz, das Technische Hilfswerk (THW) und Sondereinsatzkräfte an der Übung teilnehmen. Auch Kräfte aus dem benachbarten Kreis Barnim sollen mit eingebunden sein.

Außerdem muss bei dem Streckenabschnitt nicht in den Bahnverkehr eingegriffen werden, da dieser noch immer stillgelegt ist und nur gelegentlich für den Güterverkehr genutzt wird. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NBB) soll nach vorliegenden Informationen den für die Übung benötigten Zug stellen.

Lutz Strausdat, Gemeindewehrführer im Mühlenbecker Land, bestätigt die Informationen zu Ort und Art der Übung. Beteiligt seien die vier Wehren von Mühlenbeck, Schildow, Schönfließ und Zühlsdorf. Für die beteiligten Kameradinnen und Kameraden ist das Ziel des Übungseinsatzes längst nicht so ein Geheimnis, wie es die Pressestelle des Landkreises suggerieren will. „Die können sich das denken, das ist kein Geheimnis“, bestätigt Strausdat. Zudem sei mit der Alarmierung bekannt, dass es sich um eine Übung handelt.

Was eine simulierte Übung vom Einsatz im Ernstfall unterscheidet

Der Wehrführer hält das auch für wichtig: „Da muss man mit Fingerspitzengefühl rangehen.“ Damit meint er, dass bei einer solchen Übung anders als im Ernstfall die Einsatzfahrzeuge nicht mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit durch den Ort rasen und dass am simulierten Unglücksort die Straßensperrungen lockerer gehandhabt werden. Das gilt zwar nicht für den privaten Fahrzeugverkehr, wohl aber zum Beispiel für Linienbusse, die den Bereich passieren dürfen.

Beim simulierten Bahnunfall werden die Kräfte der vier Feuerwehren vor allem für die Bergung und Erstversorgung verletzter Reisender, die von zahlreichen Statisten gespielt werden, verantwortlich sein. Laut Strausdat orientiert man sich damit an realen Einsätzen, bei denen die Feuerwehr häufig als erste Einsatztruppe vor Ort ist – und damit schneller als andere Rettungskräfte.

Mit großem Aufgebot waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Barnim und Oberhavel vor Ort, um den Katastrophenfall zu proben. Das Szenario gab vor dass durch eine Clorgaswolke Verletzte im Waldfrieden von den Einsatz Kräften geborgen und gerettet werden müssen.

Mit großem Aufgebot waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Barnim und Oberhavel vor Ort, um den Katastrophenfall zu proben. Das Szenario gab vor dass durch eine Clorgaswolke Verletzte im Waldfrieden von den Einsatz Kräften geborgen und gerettet werden müssen.

Übungen über Kreisgrenzen hinweg: Im Oktober 2019 beteiligten sich Rettungskräfte aus dem Landkreis Oberhavel an einer Katastrophenschutzübung in Bernau (Barnim). Das damalige Szenario bestand in einem Chemie-Unfall. Durch eine Chlorgaswolke Verletzte mussten geborgen und gerettet werden. (Archivfoto)

Micha Winkler

Die letzten Katastrophenschutzübungen in Oberhavel fanden 2023 und 2018 statt, 2015 gab es eine gemeinsam mit dem Landkreis Barnim. Umgekehrt beteiligt sich Oberhavel auch an solchen Übungen im Nachbarkreis. Die Landkreise in Brandenburg sind verpflichtet, solche Übungen durchzuführen, um im Ernstfall darauf vorbereitet zu sein, Katastrophen zu bekämpfen und abzuwehren sowie deren Folgen zu beseitigen.