Der brandenburgische Haushalt 2021 ist beschlossene Sache: Darin enthalten sind die Kofinanzierungsmittel für die finale Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Für ihren weiteren Wiederaufbau teilen sich nun Bund und Land Brandenburg die Kosten von 7,5 Millionen Euro.

Knackmuß dankt dem lieben Gott

Der Initiator und Vorsitzende des 1996 gegründeten Förderkreises zum Wiederaufbau, Dr. Heinz-Walter Knackmuß, weiß freilich, dass  hier der Politik zu danken ist: „Aber vor allen Dingen danken wir Gott, für seinen Segen, der uns mit Hilfe von vielen Menschen dazu verholfen hat, das Gotteshaus weiter aufzubauen.“

„Bereinigungssitzung“ im November 2018

Schon Anfang November 2018 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags  in einer sogenannten „Bereinigungssitzung“ beschlossen, dass die Sanierung des Rathenower Bauwerks in Höhe von 50 Prozent der Gesamtkosten durch den Bund gefördert wird. Hinter dem Millionen-Coup stecken die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (Wahlkreis 56: Prignitz/Ostprignitz-Ruppin/Havelland) und ihr damaliger Fraktionskollege Johannes Kahrs, der im Mai 2020 sein Bundestagsmandat niederlegte. Der Kofinanzierungs-Ball lag sodann zwei Jahre lang beim Land Brandenburg.

Kofinanzierung in Haushaltsentwurf geschrieben

„Unsere Kultusministerin Manja Schüle hat dafür gesorgt, dass die Kofinanzierung durch das Land im Haushaltsentwurf der Landesregierung enthalten war“, so die westhavelländische Landtagsabgeordnete Katja Poschmann (SPD). Sie lässt weiter wissen: „Ich danke allen für die Unterstützung und freue mich sehr für Rathenow. Die Kirche ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler unseres schönen Havellands. Sie ist eine wahre Heimstätte von Geschichte und eine Bereicherung für die Region, die es zu bewahren gilt.“

Strahlkraft über Havelland hinaus

Die Sanierung der Kirche in Rathenow werde Strahlkraft weit über das Havelland hinaus entfalten, meint die Landespolitikerin und zeigt sich sicher, dass  die irgendwann vollends sanierte Kirche kulturell und touristisch einen echten Zugewinn für das ganze Bundesland Brandenburg darstellen wird.

Zerstörung vor 75 Jahren

Die weitgehende Zerstörung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erfolgte in den letzten Kriegstagen 1945. Das liegt zwar 75 Jahre zurück, doch kam der Wiederaufbau erst nach Gründung des Förderkreises richtig auf Touren. Etwa die Turmspitze wurde 2001  aufgesetzt.

Knackmuß will auch Orgel und Kanzel

Mit den 7,5 Millionen Euro sei der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen, so Knackmuß, „aber wir sind dann wieder ein Stück weitergekommen, die Kirche zum Lobe Gottes wiederaufzubauen.“ Der Förderkreischef gibt wohl erst Ruhe,  wenn auch eine Orgel  für etwa eine Million Euro neu angeschafft und eine Barocke Kanzel für etwa 1,1 Millionen Euro nachgeschnitzt wurde. Beide Elemente waren ebenso im Krieg zerstört worden.