Ende des letzten Monats hat die Sonne den Himmelsäquator in Richtung Süden überschritten, so dass nun die Nächte wieder länger andauern als die Tage. Das freut alle Sternfreunde, die in einer klaren Nacht nun wieder viele Stunden Zeit haben, die Himmelsobjekte zu bewundern.

Mit durchschnittlich 58 Millionen Kilometern Abstand umläuft Merkur am dichtesten die Sonne

Ein Objekt, das recht selten und nur für wenige Tage im Jahr am hellen Dämmerungshimmel zu erkennen ist, ist der Planet Merkur. Der mit 4.879 Kilometern kleinste und mit durchschnittlich 58 Millionen Kilometern Abstand am dichtesten die Sonne umlaufende Planet erreicht Ende Oktober seine beste Morgensichtbarkeit des Jahres 2021. Zwischen dem 23. und dem 28. Oktober gegen 7.00 Uhr morgens bestehen die besten Chancen auf eine Sichtung, entweder mit dem bloßen Auge oder mithilfe eines Feldstechers.
Zwar gibt es leider keine Orientierungshilfen in Form heller Sterne, Planeten oder dem Mond, dafür kann Merkur auch kaum mit einem hellen Stern verwechselt werden. Er steht recht allein etwa 7 bis 10 Grad hoch über dem Ost-Südost-Horizont.

Auf der Oberfläche nicht viel zu entdecken

Leider gibt es auch mit einem Teleskop nicht viel auf dem Merkur zu entdecken. Einzig die Phasengestalt des Planeten kann bei ruhiger Luft erahnt werden. Am 24. Oktober ist er genau zur Hälfte beleuchtet. Viel mehr können wir auf seiner Oberfläche nicht erkennen. Schuld daran ist die Luftunruhe.
Da sich Merkur immer sehr nah an der Sonne aufhält, erreicht er am einigermaßen dunklen Himmel nur sehr geringe Höhen über dem Horizont. Dort aber ist die Luftunruhe in der Regel sehr groß, so dass das Merkurscheibchen meistens ein hin und her waberndes, matschiges Lichtfleckchen ist.
Erfolgversprechender ist da eine Beobachtung am Taghimmel. Dann ist die Luftunruhe in größerer Höhe weniger stark, dafür leidet der Kontrast am hellen Himmel. Wer Glück hat, kann dann hellere und dunklere Schattierungen auf der Oberfläche erkennen.

Größte Temperaturschwankungen von allen Planeten des Sonnensystems

Im Großen und Ganzen ähnelt das Aussehen von Merkurs Oberfläche der des Erdmondes. Eine mit Kratern übersäte Einöde. Da der Planet keine Atmosphäre besitzt, herrschen auf ihm die größten Temperaturschwankungen von allen Planeten des Sonnensystems. Die Spanne reicht von rund 430°C bis -170°C.

Kein „Vulkan“ beeinflusst die Merkurbahn

Aufgrund der rosettenartigen Präzessionsbewegung (Drehung) der Merkurbahn wurde früher vermutet, dass es innerhalb der Merkurbahn noch einen weiteren Planeten geben muss, der mit seiner Schwerkraft die Bahn des Merkurs stört, da die messbare Änderung nicht mit der klassischen Mechanik von Isaac Newton erklärt werden konnte. Auch einen passenden Namen hatte man sich schon für den Planeten überlegt, nämlich „Vulkan“.
Schließlich konnte mit Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie die Abweichungen der Merkurbahn aber doch erklärt und genau berechnet werden. Tatsächlich ist es die von der nahen Sonnenmasse gekrümmte Raumzeit, die den Planeten auf die beobachtete Bahn zwingt. Nur eine von vielen exakten Bestätigungen der „Allgemeinen Relativitätstheorie“ des genialen Physikers.

Gemeinsam mit anderen in Milow den Sternenhimmel beobachten

 Wer gemeinsam mit anderen den Abendhimmel über dem Sternenpark Westhavelland beobachten will, erhält dazu am Donnerstag, 21. Oktober 2021, die nächste Gelegenheit. Treff ist um 19.00 Uhr vor dem Naturparkzentrum in Milow. Anmeldungen werden unter 03386/211227 oder E-Mail an npz@nabu-westhavelland.de entgegen genommen. Allgemeine  Infos zum Sternenpark und zu dortigen touristischen Gastgebern gibt es hier.