Wenn sich Pluto und die Sonne am 18. Juli 2021 gegenüberstehen, ist von so genannter Opposition die Rede. Der Zwergplanet ist im Jahresverlauf nun am besten zu beobachten. Was heißt das aber für einen Beobachter?
Genau genommen gar nichts, denn Pluto ist nicht einfach so zu beobachten. Er ist so lichtschwach, dass schon ein sehr großes Teleskop zum Einsatz kommen muss, um ihn direkt sehen zu können. Dafür sind seine geringe Größe von etwa 2.350 Kilometern und seine große Entfernung von über sechs Milliarden Kilometern verantwortlich.

Genau vor dem Band der Milchstraße

Die Fotografie macht es einem da schon einfacher. Erschwerend kommt aber hinzu, dass Pluto momentan genau vor dem Band der Milchstraße im Sternbild Schützen entlang wandert. Das bedeutet: Er ist von tausenden ähnlich heller Sterne umgeben, so dass eine Identifizierung nur möglich ist, in dem der Beobachter zwei oder mehr Bilder mit einigen Tagen Abstand anfertigt und dann schaut, welcher der „Sterne“ sich bewegt hat.
Das sollte zudem an der entsprechend genauen Stelle passieren, denn es bewegen sich auch viele Asteroiden ähnlicher Helligkeit in diesem Himmelsgebiet. Das Aufspüren von Pluto ist also nicht ganz einfach.

Ansammlungen von mehreren zehn- bis hunderttausend Sternen

Simpler und deutlich lohnender ist da die Beobachtung der so genannten Kugelsternhaufen. Das sind kugelförmige Ansammlungen von mehreren zehn- bis hunderttausend Sternen. Sie sind fast so alt wie die Milchstraße selbst und umkreisen diese auf weiten Umlaufbahnen.
Durch die große Schwerkraft ihrer vielen Sterne blieben sie seit Milliarden Jahren in einem engen Verbund vereint. Da die Sommermilchstraße derzeit hoch am Himmel steht, sind besonders viele helle Kugelsternhaufen zu sehen.

Messier  12 rund 16.000 Lichtjahre entfernt

Diese sind auch am aufgehellten Sommerhimmel relativ leicht zu beobachten. In einem Feldstecher oder kleinen Teleskop zeigen sich nur rundliche Nebelfleckchen. In größeren Teleskopen ab etwa 20 cm Optik-Durchmesser lösen sich die Nebel in unzählige Einzelsterne auf und bieten einen großartigen Anblick. Zum Aufsuchen ist aber eine Sternkarte notwendig.
Im Sternenpark Westhavelland gelang am 17. Juni 2021 ein Foto vom Kugelsternhaufen Messier  12 im Sternbild Schlangenträger. Mit rund 16.000 Lichtjahren Entfernung ist uns Messier recht nahe, während er in enger Umlaufbahn um das galaktische Zentrum eilt.

Im Sommer nachtleuchtende Wolken

In den hellen Nächten des Monats Juli sind die Chancen ideal, nachtleuchtende Wolken zu erspähen. Im Juni zeigten sich die silbrig leuchtenden Schleier am nördlichen Horizont recht verhalten am Firmament. Vielleicht holen sie das ja im Juli auf. Während „normale“ Wolken im Erdschatten dunkel erscheinen, erstrahlen die nachtleuchtenden Wolken in rund 83 Kilometern Höhe im strahlenden Sonnenschein. Bereits im August verschwinden sie wieder vom Nachthimmel.