Westlich von Rathenow, hinter der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, müssen über 80-jährige Menschen nicht mehr zum Corona-Impftermin gelangen. Denn im Landkreis Stendal werden sich mobile Impfteams auf den Weg in  die Verbands- und Einheitsgemeinden begeben.

Noch kein Impfzentrum im Havelland

Im Havelland gibt es bislang noch kein Impfzentrum. Wenn es kommen sollte, dann sehr wahrscheinlich in Falkensee bei Spandau. Rathenow liegt etwa 70 Kilometer entfernt. Von der Kreisstadt aus gesehen, befinden sich die nächstgelegenen märkischen Impfzentren in Kyritz (rund 45 Kilometer Entfernung) und Brandenburg an der Havel (rund 31 Kilometer).

Hausärzte impfen woanders

Indessen macht das am Mittwoch im Land Brandenburg gestartete Modellprojekt, bei dem erstmals Hausärzte impfen können, um die Region einen Bogen. Am Projekt sind je eine Praxis in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge beteiligt. Laut Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) hätten mehr als 1.000 Praxen im Land ihre Bereitschaft signalisiert, Corona-Impfungen bei sich vornehmen zu wollen.

Herdenimmunität bis zum Ende des Sommers?

KVBB-Vorstandschef Dr. Peter Noack dazu: „Wenn jede Praxis nur 100 Menschen wöchentlich impft, können wir in unseren Praxen über 100.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger pro Wochen impfen! Nur so ist das politische Ziel zu erreichen, eine Herdenimmunität bis zum Ende des Sommers aufzu­bauen.“

Impfen im „3-Wochen-Ruck“

Und was macht gegenwärtig der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt? In einem „3-Wochen-Ruck“ will man alle impfwilligen Menschen über 80 Jahre impfen, so hat es der Landkreis am Donnerstag angekündigt. Er will im April mit mobil aufgebauten Impfstrecken und Personal an neun verschiedene Standorte reisen.

Aktionsstart in Tangermünde

Einen Termin bekomme jeder 80-Jährige und über 80- Jährige, der geimpft werden will, wie es heißt. Noch bis ein Tag vor der Großimpfaktion in der jeweiligen Verbands-und Einheitsgemeinde könnten Termine besorgt werden. Los geht es am 6. April in Tangermünde, also in rund 20 Kilometer Entfernung von der Grenze zum Havelland und zum Bundesland Brandenburg.

Täglich bis zu 800 Impfungen geplant

Sebastian Stoll, Erster Beigeordneter des Landkreises Stendal, erklärte am Donnerstag: „Wir reisen nicht eher ab, bis alle dran waren, das ist der Plan.“ Die Zweitimpfungen sollen jeweils fünf Wochen später an denselben Standorten erfolgen.
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