Seit Mitte Januar 2021 weiß der in der Kreisstadt Rathenow ansässige Landrat Roger Lewandowski (CDU), dass es auch im Landkreis Havelland ein Impfzentrum geben soll. Die seinerzeit von ihm angekündigte Suche nach einem Standort ist nun offenbar beendet.  In einem Schreiben an den Corona-Krisenstab des Landes Brandenburg werde die Stadthalle Falkensee vorgeschlagen, wie die Kreisverwaltung am Mittwoch wissen ließ.

Auch Impfungen durch Hausärzte empfohlen

Damit einher geht die dringende Empfehlung, eine zweite Impfstelle in Rathenow einzurichten. Ferner schlägt der Landkreis vor, auch Hausärzten das Impfen zu ermöglichen, um möglichst kurze Wege zu den Impfangeboten zu ermöglichen.

100 Straßenkilometer von West nach Ost

„Das Havelland ist ein Flächenlandkreis mit einer Ost-West-Ausdehnung von etwa 100 Straßenkilometern. Deshalb hätten wir uns ein Impfzentrum in der Mitte des Landkreises gewünscht, was jedoch mangels geeigneter Objekte nicht zu realisieren ist. Daher besteht unser Vorschlag zur Umsetzung der Impfstrategie im Havelland aus drei Teilen“, so Landrat Lewandowski (CDU) in einer Pressemitteilung.

Kriterienkatalog abgearbeitet

In dieser wird erläutert,  dass eine Projektgruppe der Kreisverwaltung anhand eines vom Land vorgegebenen Kriterienkatalogs verschiedene Objekte im Landkreis auf Eignung als Impfzentrum hin untersucht und besichtigt habe. In die engere Auswahl kamen neben der Stadthalle in Falkensee auch die Brandenburg-Halle im MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien, die Havellandhalle in Rathenow sowie die Sporthalle des Oberstufenzentrums in Nauen.

Stadthalle soll am besten geeignet sein

Zu den Auswahlkriterien hätten etwa die verfügbare Nutzfläche, eine ausreichende Internetanbindung, die zur Verfügung stehenden Parkplätze, die Anbindung an den ÖPNV, die Barrierefreiheit oder die Möglichkeit zur Notstromversorgung gehört. Dabei soll sich herausgestellt  haben, dass die Stadthalle in Falkensee am besten als Impfzentrum geeignet ist. „Die Stadt Falkensee, in deren Eigentum sich die Stadthalle befindet, hat für die Nutzung als Impfzentrum bereits ihr Einverständnis erklärt“, so Lewandowski und erklärt zudem: „Angesichts der Entfernung bis nach Falkensee sehen wir die Notwendigkeit eines weiteren Impfangebots im westlichen Teil des Landkreises.“

Erleichterung für viele Havelländer

Was die Impfungen durch Hausärzte betrifft, wie sie der aus Rathenow stammende Allgemeinmediziner Dr. Hanjo Pohle fordert, sagt der Landrat: „Außerdem haben wir angeregt, aufgrund der Flächenausdehnung und des hohen Anteils an Menschen fortgeschrittenen Alters in unserem Landkreis auch den Hausärzten die Möglichkeit einzuräumen, ihre Patienten gegen das Coronavirus impfen zu können. Bei den teils weiten Wegen in unserem Landkreis wäre dies eine große Erleichterung für viele Havelländerinnen und Havelländer.“