Erfolgsgeschichte im ländlichen Raum: Kleßen-Görne: Telekom berichtet aus geschlossenem Funkloch

Großer Moment im damals bekanntesten Funkloch Deutschlands: Der Bundesminister für digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (li.), und andere schlossen im Juli 2018 endlich das Funkloch.
WeberGemeinhin ist von Deutschlands bekanntestem Funkloch die Rede. Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom, berichtet im neuen Video von der Schließung des rund 60 Kilometer westlich von Berlin befindlichen Lochs. Zu Wort kommt auch der ehemalige Bürgermeister Joachim Tessenow (CDU), der laut Darstellung der Telekom am Anfang der Entwicklung steht. Tatsächlich saß er mit am Tisch, als im Januar 2017 die Geschichte in die Welt gebracht wurde.
BRAWO war dabei, als Kommunalvertreter den damaligen SPD-Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher im Funkloch begrüßten. Im Kleßener Dorfgemeinschaftshaus waren Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD) und Bürgermeister Joachim Tessenow sowie Amtsbrandmeister Michael Mirschel und der Kleßener Ortsvorsteher Michael Austen die Gastgeber. Niemand musste befürchten, von lästigen Handy-Anrufen gestört zu werden.
Tessenow, Aasmann und die anderen verdeutlichten, dass es nicht daran scheitern würde, geeignete Stellen für Masten zu finden und die Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Doch hätten Anfragen bei Netzbetreibern bis dato nichts gebracht. Niemand wollte das Loch schließen, wobei auf die nicht vorhandene Wirtschaftlichkeit hingewiesen worden sei. Von Holzschuher wurde in der Folge nichts mehr laut zu dem ihm vorgetragenen Anliegen. Die rot-rote Landesregierung wurde derweil zur Erkenntnis genötigt, dass es weit mehr Funklöcher in ganz Brandenburg gibt als bislang angenommen. Die CDU-Landtagsfraktion hatte Anfang Mai 2017 einen Online-Funklochmelder in Betrieb genommen. BRAWO schrieb in dem Zusammenhang: „Das Mobilfunknetz ist mehr als löchrig im ländlichen Raum. Teilweise ist es überhaupt nicht vorhanden. Und das betrifft nicht nur das mobile Internet, sondern auch den ganz normalen Telefonie-Empfang, so dass es an einigen Stellen im Westhavelland nicht mal möglich ist, einen Notruf abzusetzen.“ In Kleßen-Görne gehörte das zum Alltag.
Einen Monat später nahm sich das ZDF-Ländermagazin der Sache in Kleßen-Görne an. Vor laufender Kamera berichteten die Dorfbewohner Nico Heider und Tatjana Milatz über ihre persönlichen Mobilfunkprobleme. Im Juli erreichte dieses Funkloch die Ebene der Bundespolitik, als der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke die Gemeinde im Rahmen seiner „Funklochtour 2017“ besucht hatte. Im Mai 2018 stand endlich fest, dass die Telekom investieren wird. Steineke stellte in diesem Zusammenhang klar, dass das Land Brandenburg daran keine Aktie gehabt hätte: „Hier haben insbesondere die Menschen vor Ort so lange dafür gekämpft, bis es geklappt hat und die Telekom nun baut.“ Im Juli 2018 nahm der Bundesminister für digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (CSU), die beiden provisorischen Funkmasten in Betrieb. Er kommt mit damaligen Äußerungen im aktuellen Video der Telekom zu Wort.
Kunden des Mobilfunkanbieters haben es jetzt gut, Leute die die Netze von Vodafone und Telefonica nutzen, bleiben vorerst weiter im Loch stecken. Wie Rhinows Amtsdirektor Aaasmann auf BRAWO-Anfrage am Dienstag bestätigte, hegt Vodafone inzwischen den Plan, in Dickte (zwischen Kleßen und Görne) einen eigenen Mast zu errichten. Die Gemeinde könne dafür ein Grundstück zur Verfügung stellen. Wie Aasmann weiter berichtete, wolle Telefonica (O2) sozusagen als Untermieter mit auf den Mast. Allerdings herrsche seitens Vodafone seit ein paar Wochen zum Thema Funkstille.