Johann Heinrich August Duncker und Herrmann Duncker – Hier besteht Verwechslungspotential. In der Stadt der Optik sind sich die Namen sehr nah gekommen.

J.H.A. Duncker, ein Sohn der Stadt

In Rathenow wird der hiesige Begründer der optischen Industrie verehrt. Ihm ist ein Denkmal auf dem Dunckerplatz vor dem Bahnhof gewidmet.  Johann Heinrich August Duncker lebte von 1767 bis 1843. Seine Vornamen sind an der nach ihm benannten Oberschule durch die Initialen J.H.A. zusammengefasst.

Kein Vorfahr von Hermann Duncker

Dieser J.H.A. Duncker hatte 1801 eine Vielschleifmachine patentieren lassen, was in Rathenow den Startschuss gab für die industrielle Herstellung von Linsen für Brillen und andere optische Produkte. Der Pfarrerssohn vom Kirchberg ist definitiv kein Vorfahr von Hermann Duncker, der 1874 in Hamburg geboren und zunächst zu einem Sozialdemokraten, später zu einem Kommunisten und letztlich zu einem SED-Mitglied wurde.  Mehrere Jahre lang, bis zu seinem Tod 1960, leitete Duncker die DDR-Gewerkschaftsschule.

VEB Augenoptik bekam Ehrennamen

Ihm zu Ehren wurde Anfang der 1970er Jahre der Rathenower Duncker aus der städtischen Brillenindustrie verdrängt. Die Produktionsgenossenschaft J.H.A. Duncker wurde verstaatlicht und in den Volkseigenen Betrieb (VEB) Augenoptik umgewandelt. Diesem wurde der Ehrenname Hermann Duncker verliehen, der nach der Fusion des VEB Augenoptik mit den Rathenower Optischen Werken (ROW) weiter bestand.