Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist Zentrum der evangelischen Gemeinde in Rathenow. Einst bildete sie mit anderen Gemeinden der Umgebung einen eigenen Kirchenkreis, deren Oberhäupter als Superintendenten bezeichnet wurden. Der nach der Reformation geprägte Begriff ist noch heute in Gebrauch.  Wer im Laufe der Zeit als Superintendent in Rathenow tätig war, lässt sich bis  ins Jahr 1540 lückenlos zurückverfolgen.

Erster Superindentent ab 1540 in Rathenow belegt

Am Anfang dieser lokalen Kirchengeschichte steht ein Peter Richter. „Er kam aus Baruth und war wohl schon vor 1540 hier tätig“, wie es auf www.kirchen-rathenow.de heißt. Die längste Dienstzeit von 35 Jahren erlebte Arminius Emil  Leberecht Glokke von 1866 bis 1901. Von 1998 bis 2003 war Hans-Joachim Tutzschke der 29. in der Chronologie.
2003 fusionierten Rathenow und Nauen zu einem gemeinsamen Kirchenkreis, dessen Chef Tutzschkes Sohn Thomas seither ist. Sein Dienstsitz befindet sich in Nauen. Tutzschkes Stellvertreter ist Pfarrer Andreas Buchholz von der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde.

Aktuell 24 Kirchenkreise in der EKBO

Zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gehörten bis zum Jahr 2000 noch 40 Kirchenkreise und daher 40 Superintendenten. Die Zahl hat sich auf aktuell 24 reduziert. 2023 dürften die Weichen zu weiterer Reduzierung gestellt werden. Anfang 2020 erging die Bitte der Kirchenleitung, dass man sich in den Kreisen Nauen-Rathenow, Falkensee und Potsdam darüber Gedanken machen möge, wie ein Neuzuschnitt aussehen könnte. Laut Thomas Tutzschke könnte es auf eine Fusion von Nauen-Rathenow und Falkensee hinauslaufen.

Tutzschke betreut die Kirchengemeinde Havelluch

Im hiesigen Kirchenkreis bestehen gegenwärtig 43 Gemeinden mit insgesamt rund 13.500 Mitgliedern und etwa 100 Gotteshäusern. Auch Thomas Tutzschke ist aktiver Pfarrer.  Er betreut die Kirchengemeinde Havelluch, zu der Berge, Lietzow, Königshorst und Ribbeck gehören.