In Sachen Wirtschaftsförderung in Premnitz hat Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) Unterstützung gesucht und gefunden. Anja Führlich ist seit Anfang 2021 in der Stadtverwaltung tätig. Das Sachgebiet, das die Neue zu bearbeiten hat, umfasst neben der Wirtschaftsförderung auch Tourismus und Klima. Zuvor war Anja Führlich für die Handwerkskammer  (HWK) Potsdam als Betriebsberaterin tätig gewesen.

Markenbotschafterin der Wirtschaftsregion Westbrandenburg

Die Diplom-Betriebswirtin hat sogleich zwei Hochkaräter mit auf dem Schreibtisch. Die Stadt Premnitz ist in der Wirtschaftsregion Westbrandenburg, wozu auch Rathenow, Brandenburg an der Havel und der Landkreis Havelland gehören, neuerdings die Markenbotschafterin. Zudem will die Stadt Teil eines überregionalen Wasserstoff-Zentrums Berlin-Brandenburg werden.

W-Marke in die Köpfe bringen

Die Wirtschaftsregion setzte bis 2020 auf ein externes Projektbüro, das die Steuerung übernommen hatte. Seit Oktober regeln die Kooperationspartner ihre Angelegenheiten allein. Aufgaben und Zuständigkeiten wurden verteilt. Premnitz steht dabei unter anderem vor der Herausforderung, die Marke bzw. das Logo der Wirtschaftsregion Westbrandenburg in den Kommunen und in den Unternehmen zu etablieren.

Multiplikator im Wasserstoff-Zentrum

Indessen läuft das Auswahlverfahren für ein in Deutschland zu schaffendes Wasserstoff-Zentrum. Verschiedene Akteure aus der Region Berlin-Brandenburg, in der Premnitz Multiplikator sein will, bewarben sich im Wettbewerb um ein Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen. Diesen hatte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Herbst 2020 ausgelobt. Im April werden drei Gewinner-Regionen ausgewählt, die Machbarkeitsstudien (ohne Anspruch auf spätere Umsetzung) vorlegen sollen. Letztlich wird aber nur eine Region das Rennen um das Wasserstoff-Zentrum machen.

Wasserstoff-Produktion ab 2024?

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs macht die „Stadt voller Energie“, wie sich Premnitz selbst nennt, womöglich noch in diesem Jahrzehnt in Wasserstoff. Wenn bei der Neue Energien Premnitz GmbH alles wie gewünscht und nach Fahrplan verläuft, soll auf dem früheren Viskose-Gelände im Industriepark  ab dem Jahr 2024 Wasserstoff produziert werden. Laut Anja Führlich habe die Firma aktuell einen IPCEI-Fördermittelantrag bei der EU gestellt. Die Abkürzung stehe für „Important Project of Common European Interest“. Zu Deutsch: Ein Vorhaben, welches ein gemeinsames europäisches Interesse nach sich zieht.