Krankenhaus Angermünde
: Durchbruch in der GLG-Krise – so geht es jetzt weiter

Die Gesellschafter Landkreis Barnim, Uckermark und Stadt Eberswalde einigten sich auf eine Lösung. Wie es nun weiter geht für die Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde:  Die Pläne zur Schließung der Klinik für Innere Medizin sind gestoppt. Das Krankenhaus blickt auf fast 130  Jahre Geschichte zurück. Jetzt soll es weiterbestehen.

Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde: Die Pläne zur Schließung der Klinik für Innere Medizin sind gestoppt. Das Krankenhaus blickt auf fast 130 Jahre Geschichte zurück. Jetzt soll es weiterbestehen.

Daniela Windolff
  • Die Schließung der Klinik für Innere Medizin in Angermünde wurde gestoppt.
  • Die drohende Insolvenz des Medizinisch-Sozialen Zentrums Uckermark (MSZ) wurde abgewendet.
  • Der Landkreis Uckermark investiert 4 Millionen Euro zur Rettung der Klinik Prenzlau.
  • Die Versorgung im Krankenhaus Angermünde läuft weiter.
  • Eine externe Prüfung zur zukünftigen Ausrichtung des MSZ wird beauftragt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Ereignisse in der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) überschlagen sich. Gerade noch sorgte das neue Sanierungskonzept der GLG-Geschäftsführung und das Ergebnis eines Gutachtens zur Verschuldung der Uckermark--Gesellschaft Medizinisch-Soziales Zentrum MSZ für großen Unmut und erneute Unruhe in der Uckermark.

Jetzt zeichnet sich nach dem Abstimmungstermin der GLG-Gesellschafter am 10. April 2025 in Eberswalde eine hoffnungsvolle Wende ab. Die drohende Insolvenz der GLG-Beteiligungsgesellschaft Medizinisch-Soziales Zentrum Uckermark (MSZ) mit den Krankenhäusern in Angermünde und Prenzlau konnte erfolgreich abgewendet werden.

Das ist ein entscheidender Durchbruch im Konflikt um die Zukunft der GLG-Kliniken in der Uckermark.

Dramatik um die Zukunft der Krankenhäuser

Die drei Gesellschafter GLG, der Landkreis Barnim, der Landkreis Uckermark und die Stadt Eberswalde, einigten sich auf eine Vereinbarung, die den Fortbestand des MSZ und des am stärksten gefährdeten Krankenhauses Prenzlau in seiner derzeitigen Struktur sichert.

Einen erheblichen Anteil an dieser Entscheidung und an dessen Umsetzung hat der Landkreis Uckermark. Was war bisher geschehen? Nach massiven öffentlichen Protesten gegen die Sanierungspläne der Geschäftsführung, die Klinikschließungen in Angermünde und Prenzlau vorsah, hatte die Landrätin Karina Dörk (CDU) als Mitgesellschafterin der Gesellschaft für Gesundheit und Leben bis zum Äußersten gekämpft und sogar eine Abspaltung der Uckermark-Krankenhäuser aus der GLG erwogen sowie die Ablösung der Geschäftsführung gefordert.

Auch die Bürgermeister in Prenzlau und Angermünde verbündeten sich mit dem Kreis, Ärzten, Pflegekräften und Bürgern im Kampf gegen die Sparpläne der Geschäftsführung.

Vorschläge der GLG-Geschäftsführung waren unzumutbar

Der Aufsichtsrat hatte am 11. März 2025 einstimmig diese Pläne gestoppt und ein neues Sanierungskonzept der GLG-Geschäftsführung gefordert. Das legte sie am 4. April 2025 der Mitgesellschafterin Landkreis Uckermark vor, mit einem externen Gutachten, das ein hohes Defizit und damit eine drohende Insolvenz des MSZ Uckermark beinhaltete.

Das Ergebnis war nicht nur niederschmetternd. Das neue Sanierungskonzept der Geschäftsführung bezeichnete Landrätin Karina Dörk als völlig unakzeptabel. Die darin vorgeschlagenen Varianten zum Erhalt des Krankenhauses Prenzlau als Krankenhaus der Grundversorgung sahen allein für das laufende Jahr 2025 eine Mitfinanzierung des Landkreises Uckermark in Höhe von 4 und 5 Millionen Euro vor. Diesen Weg wäre die Minderheitsgesellschafterin Uckermark nicht mitgegangen.

Nach der jüngsten Abstimmung der Gesellschafter gibt es einen Lösungsvorschlag, der eigentlich schon einmal von Uckermark-Landrätin vorgeschlagen wurde.

Uckermark investiert Millionen in Rettung der Klinik Prenzlau

Der Landkreis Uckermark stellt nun zunächst 2 Millionen Euro bereit und hat verbindlich zugesagt, in einem nächsten Schritt weitere 2 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Diese Mittel wurden bereits vom Kreistag Uckermark für die Jahre 2025 und 2026 beschlossen und sollen zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität des MSZ eingesetzt werden.

„Diese Entscheidung sichert den Fortbestand des MSZ Uckermark mit den Krankenhausstandorten Angermünde und Prenzlau in der im Landeskrankenhausplan festgeschriebenen Struktur“, erklärte Landrätin Karina Dörk nach der Sitzung am Donnerstag (10. April 2025).

Die Zitterpartie um die Zukunft der Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau weicht erneut einem vorsichtigen Aufatmen. Vor allem die Mitarbeiter, aber auch Patienten waren von den Querelen und immer wieder neuen Entwicklungen verunsichert. Im Krankenhaus Prenzlau sorgte eine Kündigungswelle schon dafür, dass einige Bereiche heruntergefahren oder geschlossen werden mussten.

Versorgung im Krankenhaus Angermünde läuft weiter

Im Krankenhaus Angermünde läuft die Versorgung uneingeschränkt weiter und die Ärzte und Pflegekräfte bemühen sich trotz der Turbulenzen und eigener Verunsicherung, nichts die Patienten spüren zu lassen und die Versorgung wie immer in bester Qualität und Fürsorge zu sichern, betonen die Chefärzte Dr. Christoph Arntzen für die Innere Medizin und Dr. Lorenz Gold für die psychiatrische Klinik. Das jüngste Ergebnis verschafft allen wieder Hoffnung und Zuversicht.

Der GLG-Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Daniel Kurth dankte seiner uckermärkischen Kollegin für das wichtige Signal und betont: „Mit diesem gemeinsam abgestimmten Vorgehen, sichern wir auch die Verbundstärke der GLG in unserer gemeinsamen Versorgungsregion Uckermark/ Barnim.“

GLG beauftragt erneute externe Prüfung

Um die zukünftige Ausrichtung des MSZ auf eine solide Grundlage zu stellen, haben die Gesellschafter vereinbart, einen externen Dritten mit einer erneuten Prüfung zu beauftragen. Diese umfasst eine medizinische Bedarfsanalyse sowie eine medizinrechtliche und wirtschaftliche Bewertung. Der Berater wird von den Gesellschaftern gemeinsam ausgewählt, um eine neutrale und fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.