Krankenhaus Angermünde: GLG-Kliniken in der Uckermark droht Insolvenz

Protest vor der GLG-Zentrale in Eberswalde. Seit Monaten kämpfen Beschäftigte und Vertreter von Gewerkschaft und Marburger Bund um den Erhalt der GLG-Kliniken in Angermünde und Prenzlau.
Daniela Windolff- GLG-Kliniken Angermünde und Prenzlau droht Insolvenz; 2,8 Mio. Euro Schulden.
- Landrätin Karina Dörk erwägt Austritt aus GLG und Gründung eigener Gesellschaft.
- Kreistag Uckermark prüft Finanzierung; Sonderkreistag am 30. April 2025.
- Massive Proteste gegen Schließung der Kliniken; Reha-Klinik Wolletz betroffen.
- Konflikt spitzt sich zu; Entscheidung bis 15. Mai nötig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Atempause im Streit um den Erhalt der GLG-Krankenhäuser in der Uckermark war kurz. Der Konflikt in der kommunalen Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) spitzt sich erneut dramatisch zu. Nach dem Stopp der umstrittenen Sanierungspläne der Geschäftsführung für die Tochtergesellschaft MSZ Uckermark (Medizinisch soziales Zentrum) mit den Krankenhäusern in Angermünde und Prenzlau droht nun die Insolvenz.
Darüber informierte die Geschäftsführung am 8. April 2025 den GLG-Mitgesellschafter Landkreis Uckermark. Ein Prüf-Gutachten einer beauftragten Berliner Rechtsanwaltskanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass das MSZ Uckermark mit 2,8 Millionen Euro überschuldet ist und somit ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss, sofern es nicht gelingt, dieses Defizit auszugleichen.
Zwar hatte der Landkreis Uckermark mit Beschluss des Kreistages angekündigt, für 2025 und 2026 insgesamt vier Millionen Euro aus dem Kreishaushalt für die Sicherung der Standorte in Angermünde und Prenzlau bereitzustellen, die zum MSZ Uckermark gehören. Doch das genügt offensichtlich nicht.
GLG-Geschäftsführung fordert Mitfinanzierung
Die GLG-Geschäftsführung hatte in ihrem neuen Konzept zur Sanierung der GLG, das vom Aufsichtsrat am 11. 3. 2025 gefordert wurde, eine Mitfinanzierung des Landkreises Uckermark in Höhe von jährlich 4 bis 5 Millionen Euro gefordert. Ein unzumutbarer Deal für die Uckermark.
Der Landkreis Uckermark ist mit 25,1 Prozent der Anteile nur Minderheitsgesellschafter im GLG-Verbund. Die Mitgesellschafter Landkreis Barnim und Stadt Eberswalde halten zusammen 74,9 Prozent der Anteile.
Uckermark-Landrätin Karina Dörk will deshalb erneut den Austritt aus dem GLG-Verbund und die Gründung einer eigenen Gesellschaft prüfen. Sie hatte sofort nach der Information der Geschäftsführung noch am Dienstag die Chefärzte der betroffenen Kliniken darüber informiert. Diesen mutigen Vorstoß hatte sie schon einmal ins Auge gefasst, als die GLG-Geschäftsführung unnachgiebig an ihren eigenmächtigen Sanierungsplänen festhielt, die die Schließung von Kliniken in Angermünde und Prenzlau vorsahen.
Uckermark-Landrätin will raus aus der GLG
Erst massive Proteste, auch in der Öffentlichkeit, sowie gravierende rechtliche Verstöße im Verfahren der Geschäftsführung brachten den Aufsichtsrat dazu, die Geschäftsführung zu stoppen. Sie sollte ein Konzept vorlegen, wie die Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau in ihrer bestehenden Form mit Grund- und Notversorgung gesichert und zukunftsfähig werden.
Mit dem Ergebnis des aktuellen Gutachtens kommt es angesichts der 2,8 Millionen Euro Schulden für das MSZ Uckermark wohl dazu nicht. Damit müsste die Geschäftsführung laut Gesetz bis zum 15. Mai die Insolvenz einleiten, oder aber das Defizit ausgleichen. Letztere Option wurde allerdings nur der Mitgesellschafterin Uckermark aufgebürdet.
Auch die Reha-Klinik Wolletz ist betroffen
Nun steht für den Landkreis Uckermark und seine Kliniken in Prenzlau und Angermünde wieder alles auf Anfang. Einzige Chance, die Kliniken und die Krankenhausversorgung in der Uckermark zu sichern, ist nach Auffassung der Landrätin ein Austritt aus der GLG und die Übernahme des MSZ Uckermark wieder in Eigenregie.
Dazu würden dann auch die Fachklinik Wolletzsee sowie die Psychiatrie Angermünde und die Tageskliniken gehören. Zu diesen Anträgen soll es einen Sonderkreistag in Prenzlau geben, voraussichtlich am 30. April 2025. Auch der von der Angermünder Bürgermeisterin Ute Ehrhardt einberufene Runde Tisch wird aktiviert.




