Kriminalität bei Schwedt: Kritik an Straftäter-Wohnprojekt – das fürchten Anwohner

Die Grundschule in Casekow. Dort fand im Nebengebäude (Vordergrund rechts) das Treffen statt, bei dem auch die Petition gegen die Wohngruppe für junge Straftäter auf den Weg gebracht worden ist.
Kerstin Unger- EJF plant Wohngruppe für pädophile Jugendliche in Luckow-Petershagen.
- Anwohner und Politiker äußern Sicherheitsbedenken.
- Petition gegen das Projekt gestartet, Unterschriften gesammelt.
- Konzept und therapeutische Betreuung unklar, Projekt noch nicht genehmigt.
- Bürger fordern Standort in Berlin für bessere Betreuung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Sorgen der Menschen in der Gemeinde Casekow sind groß. Doch nicht nur dort. Selbst im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern sind die Bürger alarmiert, was da nur wenige Kilometer jenseits der Landesgrenze in der Uckermark passiert. So informierte sich an diesem Abend auch Penkuns Bürgermeisterin Antje Zibell (CDU) über die geplante Wohngruppe „Meilenstein“.
Viel Neuigkeiten indes gab es nicht zu berichten. Nur die Eckdaten sind bekannt: In Luckow-Petershagen soll eine Wohngruppe für intelligenzgeminderte männliche Jugendliche mit einer speziellen Ansprechbarkeit des kindlichen Schemas eingerichtet werden. Umgangssprachlich würde man wohl sagen, dass dort jugendliche Pädophile untergebracht werden sollen.
Acht Plätze sollen in der Wohngruppe geschaffen werden
Denn Voraussetzung, dass die jungen Menschen in die Wohngruppe kommen, sei, dass sie bereits straffällig geworden seien. Acht Plätze sollen geschaffen werden. Der Start der Einrichtung sollte bereits zum Jahreswechsel erfolgen. Doch der Zeitplan erwies sich als zu ehrgeizig. Das Besondere daran: Nicht nur die Bürger zeigen sich besorgt, auch die Kreisverwaltung mit Sozialdezernent Henryk Wichmann und Landrätin Karina Dörk (CDU) lehnen das Projekt in seiner aktuellen Form ab.
Weil vieles noch unklar ist – insbesondere das Sicherheitskonzept – hatten Politiker aus dem Amt Gartz zu einem Treffen in Casekow geladen. Geladen waren auch Vertreter des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks, doch diese sagten ab. Allerdings hatten sie sich schon bereit erklärt, zum Amtsausschuss in Gartz zu kommen, um dort mit Fachleuten im Team Rede und Antwort zu stehen.
Bevölkerung lehnt die Arbeit des EJF nicht generell ab
In der Versammlung mit mehr als 100 Menschen wurde schnell deutlich, dass die Bevölkerung die Arbeit des EJF in der Region nicht ablehnt. Es gibt bereits etliche Wohngruppen – auch mit straffällig gewordenen Jugendlichen. Die vorhandene Struktur in der Uckermark mit dem entsprechenden Know-how gibt das EJF auch als Begründung an, warum gerade in der Region auch die Wohngruppe „Meilenstein“ untergebracht werden soll.
Das Know-how in der Uckermark steht auch nicht zur Debatte für die meisten Bürger an diesem Abend in Casekow. Die Wohngruppe mit den jugendlichen Sexualstraftätern sehen jedoch viele Nachbarn – nicht nur in Luckow-Petershagen – kritisch. Ellen Fährmann, Landtagsabgeordnete und Mitglied im Kreistag Uckermark, stellte an diesem Abend daher auch klar: „Das EJF soll nicht schlechtgemacht werden. Allerdings soll die spezielle Wohngruppe konkret verhindert werden.“
Landkreis kritisiert Lücken im Konzept mit Blick auf die Sicherheit
Vor allem fehlt es dem Landkreis an einem Konzept, was den therapeutischen Bedarf der Jugendlichen angeht. Die Organisatoren des Treffens –Tino Kisicki, Bürgermeister der Gemeinde Casekow, Angelika Böcker, Vorsitzende des Amtsausschusses in Gartz sowie Luca Piwodda, Bürgermeister der Stadt Gartz – haben zudem eine Petition auf den Weg gebracht. Diese werden Ellen Fährmann und Norbert Rescher (AfD) schließlich mit nach Potsdam nehmen, wo beide auch Mitglied im Petitionsausschuss sind.
Hier kann die Petition unterzeichnet werden
Unterschriftenlisten für die Petition gegen die Wohngruppe Meilenstein liegen unter anderem an folgenden Orten aus.
- Tankstelle Casekow
- Baumarkt Casekow
- Bau Casekow
- Amtsverwaltung Gartz
- Pin Up Café in Gartz (ehemaliger Eckkonsum)
- Praxis Dr. Otto, Schwedt
- Asklepios Rettungsstelle Schwedt
- Rossmann-Filiale Prenzlau
Aktuell ist die Wohngruppe noch nicht genehmigt. Und da wollen die Aktiven ansetzen. Denn grundsätzlich könne nicht verhindert werden, dass das EJF die Gruppe in der Uckermark etabliert. Allerdings muss das Konzept im Hintergrund überzeugend sein – aber genau das ist es aus Sicht der Kreisverwaltung nicht.
So werde das Projekt von der Charité in Berlin betreut. Doch gerade die Fahrtwege zwischen der Bundeshauptstadt und der Uckermark sind sehr lang. Die Bürger in Casekow waren sich in ihren Redebeiträgen einig, dass solch eine Wohngruppe besser in Berlin zu etablieren sei – eben näher auch an der therapeutischen Betreuung und einer ortsnahen Krisenintervention im Ernstfall.



