Landtagswahl: Profis und Neulinge im Podium

Vorgestellt: Mariannne Wendt (re.) vom DGB moderierte das Forum im Brauwerk mit Carla Kniestedt (B90/Grüne), Heike Heise-Heiland (Die Linke), Sascha Lademann (FDP), Silke Nessing (CDU), Torsten Gärtner (BVB/ Freie Wähler) und Mike Bischoff (SPD).
Michael Dietrich/MOZWas wollen Sie voranbringen, wenn Sie in den Landtag gewählt werden, fragte die DGB–Kreisvorsitzende Marianne Wendt die Runde der sechs Kandidaten zur Landtagswahl. Fünf von ihnen empfahlen sich den zirka 80 Zuhörern im Saal des Brauwerks für ihre Wahl: Politprofi Mike Bischoff (SPD), der erst mal alle Erfolge der SPD aufzählte, will einen höheren Mindestlohn und öffentliche Aufträge nur für Tarif–Zahler, die Kita–Beitragsfreiheit in fünf Jahren und mehr Unterstützung für Neugeborene. Politik–Newcomer Silke Nessing (CDU) will Bildung nicht mehr vom Geldbeutel abhängig machen und den Landwirten, die sich im Stich gelassen fühlten, mehr Beachtung schenken. Heike Heise–Heiland (Die Linke) will sich für mehr Lehrer und ein Antirassismusgesetz einsetzen. Torsten Gärtner (BVB/ Freie Wähler) sprach von seiner Vision, die Arbeitslosigkeit in zehn Jahren unter zehn Prozent zu bekommen und erst mal den ersten Strukturwandel in der Region abzuschließen. Sascha Lademann (FDP) wünschte sich neue Ideen und Impulse für die Region sowie neue Förderprogramme.
Zwei Kandidaten fehlten
Die sechste im Podium, Carla Kniestedt, die in Schwedt nicht direkt gewählt werden kann, vertrat Kandidat Sven Uerkvitz, konnte zumindest Positionen der Bündnisgrünen wie dezentrale Windkraftnutzung oder Stärkung des Handwerks vertreten.
Aus dem Publikum beschwerte sich ein Mann, dass die AfD ausgeladen wurde. Er habe den Eindruck, alle haben vor der AfD Angst, dabei hätte er dem Kandidaten gern Fragen gestellt. Die Moderatorin widersprach, Sie habe sich an einen Gewerkschaftsbeschluss zu halten, der verbietet, AfD–Vertreter einzuladen und ihnen eine Bühne zu bieten, solange diese rechtspopulistische Forderungen verbreitet. „Wenn Sie Fragen an die AfD haben, müssen Sie in Foren gehen, die die AfD einladen, der DGB tut es nicht“, so Marianne Wendt.
Heftig wurde die Debatte, als die Moderatorin sagte, sie erwarte klare Worte der Politik, wenn eine Firma in der Kuhheide gerade mal Mindestlohn zahle, aber satte Gewinne einstreiche. Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen im Publikum protestierte lautstark, das sei eine Frechheit, Unterstellung und Diffamierung.
Aus dem Publikum wurden Fragen zu Windrädern und zur Zukunft des PCK gestellt. Kritisiert wurden die Hysterie ums Klima, Flops der SPD wie Kreisgebiets– und Polizeireform und die lange Zeit bis zur Beitragsfreiheit in den Kitas.