Mit einem blauen Auge sind die Stadtwerke Schwedt bisher durch die Corona-Pandemie gekommen. Denn Energie wurde trotzdem gebraucht, wenn vielleicht nicht in den Betrieben, dann aber zumindest im Home-Office. „Unsere Gewinnaussichten sind trotz Corona stabil“, sagte Stadtwerke-Chef Dirk Sasson beim Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke.
Der Politiker machte sich ein Bild von der Lage und sprach mit Sasson auch über zukunftsträchtige Themen wie den Glasfaserausbau im östlichen Brandenburg und im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern. Denn die Stadtwerke Schwedt sind bei dem Projekt dabei und hoffen darauf, bei dieser Gelegenheit, neue Kunden zu akquirieren. Partner dabei ist die edis.com.

Abstecher zum Industrie-Hafen in Schwedt

Einen Abstecher machte Zierke mit Sasson und Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) schließlich noch zum Hafen, der ebenfalls zum Unternehmensverbund Stadtwerke gehört. Der Leiter der Technischen Werke, Gunnar Pertermann, stellte die Entwicklung des Hafens vor, der ebenfalls der Corona-Krise getrotzt hat. „Wir erwarten eines der besten Ergebnisse“, sagte Sasson.
Dabei herrschte für die Binnenschifffahrt nicht nur wegen der Pandemie in den ersten Monaten des Jahres mächtig Gegenwind: „Im ersten Quartal haben wir darunter gelitten, dass das Schiffshebewerk in Niederfinow außer Betrieb war“, sagte Pertermann. Überhaupt sei das Problem für den Schwedter Binnenhafen das stiefmütterliche Verhalten des Bundes mit Blick auf den Ausbau ostdeutscher Wasserstraßen.

„Binnenschifffahrt findet nicht nur auf Rhein und Mosel statt“

„Wir hoffen, dass der Bund erkennt, dass Binnenschifffahrt nicht nur auf dem Rhein und auf der Mosel stattfindet“, sagte Pertermann mit Blick auf den Besucher aus dem Bundestag. Zierke bestätigte seine Beobachtung, dass Schleusen in den Neuen Bundesländern oft nicht für moderne Schlepper-Verbände ausgelegt seien.
Für den weiteren Ausbau des Hafens fordert Pertermann eine bessere Vernetzung von Straßen, Schienen und Wasserwegen – vor allem im Osten und Norden. „Doch solange die Verkehrsminister aus Bayern kommen und von der CSU gestellt werden, ist es dort einfacher, Infrastrukturprojekte umzusetzen“, sagte er.

Wasserstraßen zwischen Berlin und Stettin nicht vernachlässigen

Am Ende zog Zierke das Fazit, dass der Bund die Wasserstraßen ausbauen müsse. „Insbesondere dürfen wir die Verbindung zwischen Berlin und Stettin auf dem Wasser nicht vernachlässigen“, sagte er. Der Hafen in Schwedt und seine beispielhafte Entwicklung sei der Beleg dafür, dass es sich lohne, auf alternative Verkehrswege zu setzen – zum Wohl der Wirtschaft, aber auch der Umwelt.