Uckermark gegen Leukämie
: Große Rewe-Hilfsaktion für Kinder mit Krebs

Warum die Rewe-Märkte in Uckermark und Barnim Spenden für Familien krebskranker Kinder sammeln und wofür das Geld dringend gebraucht wird.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Spendenaktion im REWE-Markt Angermünde:  Gemeinsam mit anderen Märkten in Uckermark und Barnim wurden über 22.000 Euro Spenden gesammelt, die dem Verein Uckermark gegen Leukämie in Angermünde übergeben werden. Doreen Rösler, Marktleiterin in Angermünde (2.v. l.) , überreicht den symbolischen Scheck der Vereinsvorsitzenden Ines Baumgarten (3.v .l.). Der ehrenamtliche Verein unterstützt schwerkranke Kinder und Erwachsene und deren Familien in ganz Brandenburg und finanziert sich nur durch Spenden.

Spendenaktion im REWE-Markt Angermünde: Gemeinsam mit anderen Märkten in Uckermark und Barnim wurden über 22.000 Euro Spenden gesammelt, die dem Verein Uckermark gegen Leukämie in Angermünde übergeben werden. Doreen Rösler, Marktleiterin in Angermünde (2.v. l.) , überreicht den symbolischen Scheck der Vereinsvorsitzenden Ines Baumgarten (3.v .l.). Der ehrenamtliche Verein unterstützt schwerkranke Kinder und Erwachsene und deren Familien in ganz Brandenburg und finanziert sich nur durch Spenden.

Daniela Windolff

Noch einmal ans Meer, ein Turnier der Lieblings-Fußballmannschaft live erleben oder ein eigenes Tablet für die langen einsamen Tage im Krankenhaus ... solche Herzenswünsche von schwerstkranken Kindern und Erwachsenen, manchmal auch letzte, erfüllt der Verein Uckermark gegen Leukämie e. V. seit 15 Jahren. Und es werden immer mehr.

Der ehrenamtliche Verein ist mittlerweile nicht mehr nur in der Uckermark für Kinder mit Leukämie da, sondern inzwischen in ganz Brandenburg und Berlin auch für Menschen mit anderen Krebsarten oder lebensbedrohlichen Erkrankungen und deren Familien, die Unterstützung, Zuwendung und Begleitung in der schweren Zeit benötigen. Und dabei sind die zwei Dutzend ehrenamtlichen Herzensmenschen nicht allein.

Uckermark gegen Leukämie hat viele Partner

Sie können mittlerweile auf ein großes Netzwerk von Partnern, Unterstützern und Sponsoren zählen. Dazu gehört seit zwei Jahren auch REWE Nordost. Märkte in der Uckermark und im Barnim veranstalteten 2024 erneut eine gemeinsame Spendenaktion zugunsten von Uckermark gegen Leukämie und sammelten bei verschiedenen Sonderaktionen und Veranstaltungen Geld für den guten Zweck. Mit dabei sind der REWE-Markt Angermünde als fester Partner des Vereins, REWE-Filialen in Prenzlau, Templin, Eberswalde und erstmals sogar aus Pritzwalk.

Vom Kuchenbasar über Tombola, Würstchengrillen bis zum Verkauf selbst gehäkelter Sorgenwürmchen reichten die Initiativen und Ideen der REWE-Teams, um in ihren Märkten Spenden zu sammeln und gleichzeitig auf ihr Anliegen, krebskranken Kindern und Familien zu helfen, aufmerksam zu machen.

Mit Pfandbons krebskranken Kindern helfen

„Wir haben Uckermark gegen Leukämie für unsere Spendenaktion ausgewählt, denn wir kennen den Verein durch sein großes Engagement in der Region schon seit vielen Jahren und haben Hochachtung vor dieser Arbeit, die die Mitglieder uneigennützig, mit viel Herzblut leisten und so vielen Menschen helfen. Krebs kann schließlich jeden treffen, erklärt Doreen Rösler,“ Leiterin des REWE-Marktes in Angermünde. Hier kommen übrigens auch die gespendeten Pfandbons dem Verein Uckermark gegen Leukämie zugute.

Innerhalb einer Woche ist bei der REWE-Spendenkampagne 2024 die unfassbare Summe von insgesamt 22.294,90 Euro zusammengekommen. 2023, bei der ersten Spendenaktion von REWE, kamen rund 17.000 Euro zusammen.

Überwältigt von Spendenbereitschaft

Das Geld wurde nun von allen Beteiligten REWE-Märkten der Gründerin und Vereinsgründerin von Uckermark gegen Leukämie, Ines Baumgarten, übergeben wurde. „Ich bin völlig überwältigt und unglaublich dankbar, allen, die Geld gespendet haben und auch den Markt-Teams für ihr Engagement“, sagte Ines Baumgarten sichtlich gerührt bei der Spendenübergabe im REWE-Markt Angermünde.

Ines Baumgarten gründete 2009 aus eigener Betroffenheit den Verein Uckermark gegen Leukämie, der sich auf vielfältige für schwerkranke Menschen engagiert. Von kleinen Geschenken über Beratung, Austausch, Begleitung und Trost in der schweren Zeit der Krankheit, manchmal auch der Trauer, bis zu Freizeitangeboten für Kinder in der Klinik oder sogar Ausflüge mit Patienten und deren Angehörigen an Wunschziele, reicht das Engagement.

Typisierungen für Knochenmarkspende

Außerdem organisiert der Verein Typisierungsaktionen für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei und betreibt sehr intensive Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung, um Betroffene aus dem Schatten zu holen, Möglichkeiten der Hilfe aufzuzeigen und Menschen für Krebs und deren Folgen für die ganze Familie zu sensibilisieren. Und nicht zuletzt, um Spenden zu sammeln, denn der Verein finanziert sich ausschließlich daraus. Jeder Euro ist wichtig und fließt zu 100 Prozent in die Arbeit für die Betroffenen.

Bedarf gibt es immer und die Anfragen an den Verein nehmen ständig zu, bestätigt Ines Baumgarten.

Hilferufe an den Verein aus ganz Brandenburg

„Jeder Mensch mit einer schweren Erkrankung und deren Angehörigen kann sich an uns wenden, egal, welche Diagnose er hat. Denn nicht nur Krebs kann lebensbedrohlich sein und Menschen aus der Bahn werfen. Deshalb haben wir unsere Vereinssatzung erweitert, um auch jenen helfen zu können, die in keine Schublade passen, aber in ihrem Leid sich nicht alleingelassen fühlen sollen. Wir versuchen immer nach unseren Möglichkeiten zu helfen", versichert Ines Baumgarten.

Deshalb sei es auch schwer, Projekte konkret zu planen, weil es immer nach den Bedürfnissen der Betroffenen geht, und denen bleibt oft nicht viel Zeit. Die Mitstreiter im Verein nehmen sie sich.

Kooperation mit Kliniken und Hospiz

Durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken, wie die Charité Berlin, Berlin-Buch oder die Uniklinik Greifswald, mit dem uckermärkischen Hospizverein und dem Hospiz Am Drachenkopf Eberswalde und nun auch mit der neueröffneten Palliativstation des Forßmann-Klinikums erfahren die Vereinsmitglieder von Schicksalen und welche konkrete Hilfe und Unterstützung gebraucht wird.

So hat Uckermark gegen Leukämie unter anderem eine Elternküche inklusive Gefrierschrank in der Kinderonkologie der Charité eingerichtet, die oft über Monate das Zuhause von Familien mit krebskranken Kindern ist. Für den schwerkranken kleinen Ian aus dem Barnim hat sich der Verein um den Kitaplatz gekümmert und eine Typisierungsaktion gestartet.

Verein erfüllt letzte Herzenswünsche

Ein 18-jähriger Leukämie-Patient aus der Uckermark wünscht sich nach einem schweren Rückfall ein Handy für die Klinik, das der Verein ihm persönlich bringen wird, denn auch die Begegnungen sind wichtig. Eine 37-jährige Mutter, Palliativpatientin in Eberwalde, möchte mit ihrem Kind nach Sassnitz fahren. Vielleicht das letzte gemeinsame Erlebnis.

Vereinsmitglied Frank Wernicke, selbst ein Betroffener, ist eine der guten Seelen des Vereins und fährt mit dem Ugli-Patientenmobil Menschen zu ihren Sehnsuchtsorten, oft durch ganz Deutschland. Und hier kommt nun die große REWE-Spende ins Spiel. „Wir brauchen ein zweites Auto, um die zunehmenden Anfragen erfüllen zu können.  Wir möchten ein größeres Fahrzeug anschaffen, um auch Elektro-Rollstühle transportieren oder die Familie mitnehmen zu können“, erklärt Frank Wernicke. Die 22.000 Euro der REWE-Märkte sind dafür schon ein guter Anfang. Und dann stehen Halloween und Weihnachten vor der Tür, wo der Verein Überraschungen für krebskranke Kinder vorbereitet, und sind weitere Typisierungsaktionen geplant, u. a. beim Heimspiel der Eisbären Berlin, bei der AWO in Eberswalde und im Gauß-Gymnasium-Schwedt.

So können Sie Spenden

Spendenkonto:
Uckermark gegen Leukämie e.V.
IBAN: DE 27 170 523 02 0130 00 74 71
BIC: WELADED1UMX              
Stadtsparkasse Schwedt/Oder