Verbraucherschutz Uckermark: Verbraucherzentrale mit neuem Service für Bürger

Start für ein bundesweites Modell in Angermünde: Die Verbraucherzentrale schließt eine Kooperation mit dem Landkreis Uckermark ab, die bisher einmalig in Deutschland ist. Projektleiterin Lucienne Böhm und Vorstand Christian Rumpke von der Verbraucherzentrale sowie Uckermark-Landrätin Karina Dörk und der Beigeordnete Henryk Wichmann (v.l.) haben die Vereinbarung unterzeichnet.
Daniela Windolff- Neues Pilotprojekt in der Uckermark: Verbraucherzentrale kooperiert mit dem Landkreis.
- Ziel ist mehr Beratung vor Ort – auch ohne lange Wege zu Beratungsstellen.
- LISA-Bürgerservice soll Videochats mit Expertinnen und Experten der Verbraucherzentrale anbieten.
- Digimobil bleibt im Einsatz in Angermünde, Schwedt, Prenzlau und Templin – Technik vor Ort vorhanden.
- Bis zum 31.12.2027 läuft das Projekt, gefördert vom Land Brandenburg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Verbraucherschutz soll in ländlichen Regionen gestärkt und bürgerfreundlicher werden. Weite Wege zum nächsten Beratungsbüro der Verbraucherzentrale sollen künftig kein Hinderungsgrund mehr sein, Bürger unabhängig über ihre Rechte aufzuklären und in Streitfragen zu helfen. Denn die Fälle nehmen deutlich zu und die Maschen von Abzockern und Betrügern werden immer raffinierter. Das reicht von dubiosen Gewinnversprechen, Abo-Fallen und fragwürdigen Energieberatern über Online-Betrug und Fakeshops im Internet bis hin zu Ärger mit Handwerkern oder undurchsichtigen Verträgen.
Diese Erfahrung macht Oliver Sydow von der Verbraucherzentrale Brandenburg jeden Tag. Er begleitet das sogenannte Digimobil, ein mobiles digitales Beratungsbüro der Verbraucherzentrale, durch Brandenburg. Der große rote Bus macht seit fünf Jahren regelmäßig auch einmal im Monat in den großen Städten der Uckermark, in Angermünde, Schwedt, Prenzlau und Templin Halt.
Hier haben Bürger die Möglichkeit, sich nach Voranmeldung per Videochat von erfahrenen Experten in fast allen Fragen des Verbraucherrechts beraten zu lassen und sich rechtliche Unterstützung bei Verträgen, im Streit mit Dienstleistern oder bei Betrug und zu Abzocke zu holen. Oliver Sydow ist der Servicedienstleister im Bus, der die Technik bedient, die Live-Chats knüpft, und die Ratsuchenden vor Ort betreut.
Digimobil der Verbraucherzentrale hält in Angermünde und Schwedt
Das Angebot des Digimobils wird gut genutzt und ersetzt die oft unzureichende Infrastruktur und Mobilität in ländlichen Regionen wie der Uckermark. Die nächstgelegenen Beratungszentren der Verbraucherzentrale sind in Eberswalde und Oranienburg.
Jetzt soll es für die Bürger in der Uckermark in Sachen Verbraucherschutz noch bequemer und einfacher werden. Denn auch die vier Stationen der mobilen Beratung einmal im Monat reichen nicht aus und sind für Einwohner in abgelegeneren Orten noch immer schwer zu erreichen.
Deshalb starten die Verbraucherzentrale Brandenburg und der Landkreis Uckermark als Pilotkommune das Modellprojekt „Verbraucherschutz in Kommunen leben“. Die Vereinbarung dieser bisher einzigartigen Kooperation wurde jetzt in Angermünde unterzeichnet. Doch was steckt dahinter und was soll sich für die Bürger ändern?

Verbraucherschutz macht mobil: Uckermark-Landrätin Karina Dörk informiert sich in Angermünde bei Christian Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg, über das digitale Beratungsangebot im Digimobil.
Daniela WindolffDas Projekt zielt darauf ab, Verbraucherschutz wirksamer und nachhaltiger in kommunale Strukturen einzubinden und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Vereinen, Bildungseinrichtungen und weiteren regionalen Akteuren auszubauen.
Beratungsangebot für Verbraucher in der Uckermark wird erweitert
Das Serviceangebot soll dabei deutlich erweitert und vereinfacht werden. Geplant sind unter anderem neue Kommunikationswege, Informationsangebote für kommunale Akteure sowie Veranstaltungsformate, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren, erklärt Christian Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg.
„Wir wollen ausprobieren, ob die vielfältigen Beratungsleistungen der Verbraucherzentrale künftig auch über unseren digitalen Bürgerservice LISA angeboten werden können“, ergänzt Landrätin Karina Dörk.
Die digitalen Bürgerbüros bieten bereits an sechs öffentlich zugänglichen Standorten, meist in Sparkassenfilialen, in Angermünde, Templin, Lychen, Gartz, Gerswalde und Gramzow vielfältige und wohnortnahe Hilfe- und Beratungsangebote von unterschiedlichen sozialen Behörden und Institutionen zu Themen wie Pflege, Sozialleistungen, Wohngeld, Elterngeld oder Kitabetreuung an. Sie ersparen Wege in die Kreisverwaltung.
Standorte des Digimobils in Angermünde, Schwedt, Templin und Prenzlau
Karina Dörk begrüßt die Kooperation: „Verbraucherschutz ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge. Mit unserer Beteiligung möchten wir dazu beitragen, dass unsere Bürger auch in ländlichen Regionen gut informiert sind und Unterstützung bekommen, wenn und wo sie sie brauchen.“ Gleichzeitig könnte der LISA-Bürgerservice noch besser ausgelastet werden.
Auch die Verbraucherzentrale geht damit Neuland. „Wir freuen uns, dass sich die Uckermark als Pilotkommune für Verbraucherschutz in der Region einsetzt“, erklärt Christian Rumpke. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Menschen bei Problemen aus ihrem Alltag in allen Regionen Brandenburgs mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit sie Konzernen oder kriminellen Machenschaften nicht hilflos ausgeliefert sind. Dafür schaffen wir einen starken Verbund von Kommune und Organisationen vor Ort.“
Wie das neue Modell in der Uckermark funktionieren soll
Für den Bürger könnte das ähnlich funktionieren wie im Digimobil. Man vereinbart vorab einen Termin mit seinem Thema und seinen Fragen. Die Verbraucherzentrale stellt die Verbindung per Videochat mit Experten aus der Verbraucherberatung her, sodass Ratsuchende per Liveschaltung am Bildschirm immer die richtige Ansprechperson für ihre Frage erhalten, egal, ob diese in Potsdam, Cottbus oder Eberswalde sitzt oder es um Vertragsrecht, Patiententrechte, Telekommunikation, Energieberatung, Online-Handel oder anderes geht. In den Servicestellen wie im Digimobil stehen auch Drucker, Kopierer und Scanner zur Verfügung.
Als Ergänzung zum bestehenden Digimobil könnten noch mehr Orte im ländlichen Raum eingebunden werden und Öffnungszeiten entsprechend den Sprechzeiten öffentlicher Einrichtungen erweitert werden
In den kommenden Monaten erarbeitet die Verbraucherzentrale gemeinsam mit dem Landkreis Uckermark und lokalen Akteuren konkrete Maßnahmen für die Praxis. Bewährte Ansätze des Modellvorhabens sollen anschließend in einer mehrjährigen Kooperation münden und weiteren Brandenburger Kommunen angeboten werden.
Das von der Verbraucherzentrale initiierte Projekt „Verbraucherschutz in Kommunen leben“ läuft bis zum 31.12.2027 und wird gefördert durch das Ministerium für Ernährungs- und Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.



