Wahl 2024 Brandenburg
: So wählt Angermünde für den Landtag

In Angermünde lieferten sich die Direktkandidaten von SPD und AfD, Hanka Mittelstädt und Felix Teichner, ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl. Eine Panne gab es bei der Briefwahl.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Wahlplakate am Ortseingang von Angermünde. Sie sind inzwischen Makulatur. Die Wähler haben entschieden.

Wahlplakate zur Landtagswahl am Ortseingang von Angermünde. Sie sind inzwischen Makulatur. Die Wähler haben entschieden.

Daniela Windolff
  • Angermünde: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Landtagswahl zwischen SPD und AfD-Kandidaten.
  • AfD mit 39,6% vor SPD mit 35,5% der Erststimmen.
  • SPD legte bei Erst- und Zweitstimmen zu, CDU, Linke, Grüne und FDP verloren.
  • Panne bei der Briefwahl: doppelte Briefwahlunterlagen versendet.
  • BSW überraschte mit 12,9% Zweitstimmen, überholte etablierte Parteien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Duell: Felix Teichner von der AfD gegen Hanka Mittelstädt für die SPD, so zeichnete sich schon gleich nach den ersten Auszählungsergebnissen in den Angermünder Wahllokalen der Trend für Landtagswahl 2024 in Brandenburg ab. Die beiden Direktkandidaten ließen alle anderen Mitbewerber weit hinter sich. Bei den Zweitstimmen für Parteien und Wählergruppen ist das Ergebnis ebenso wenig überraschend. Als um 19.30 Uhr 29 der insgesamt 35 Wahlvorstände in der Kernstadt und den Ortsteilen ihre ausgezählten Stimmen meldeten, lag Felix Teichner mit 39,6Prozent der Stimmen vor Hanka Mittelstädt mit 35,5 Prozent.

Weit abgeschlagen die CDU mit der Direktkandidatin Ellen Fährmann aus Angermünde, die es bis zu diesem Zeitpunkt auf 12,4 Prozent der Wählerstimmen brachte. Thomas Richter von der BVB Freie Wähler kam zunächst auf 5,5 Prozent. Linke, Grüne, FDP und die rechtsextreme Partei III. Weg fielen bei den Erststimmen der Direktmandate weit unter die 5-Prozent-Marke.

Kopf-an-Kopf-Rennen von Hanka Mittelstädt (SPD) und Felix Teichner (AfD)

Nicht viel anders zeichnete sich zu Beginn des Abends das Ergebnis der Zweitstimmen ab. Die AfD lag mit 36,7 Prozent vor der SPD mit 29,6 Prozent. Auf den 3. Platz schob sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das mit 12,9 Prozent alle übrigen Parteien und Gruppierungen deutlich abhängte. Die junge Partei, die erstmals zu einer Landtagswahl antritt, hat in der Uckermark ein starkes Unterstützerbündnis, allerdings noch keinen Direktkandidaten aufgestellt.

Die etablierten Parteien CDU, Linke, Grüne und FDP müssen sich im Wahlkreis Uckermark I für Angermünde hinten anstellen. Vor allem die CDU, Grüne und Linke haben im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl zwischen 6und 7 Prozent Stimmenverluste zu verbuchen. Dagegen konnte die SPD sogar um einige Prozente (7,9 Prozent) bei den Erststimmen und Zweitstimmen (3,8 Prozent) noch etwas zulegen.

Menschen in der Uckermark wählen bekannte Gesichter

Das Ergebnis zeigt, dass die Wähler in der Uckermark bei den Erststimmen schon stark auch Personen und Gesichter wählen. Hanka Mittelstädt ist in der Region als Landwirtin und Unternehmerin und Gründerin der Firma Ucker-Ei recht bekannt und hatte sich im Wahlkampf stark engagiert.

Unter „ferner liefen“ schneidet die FDP ab, die mit 0,4 Prozent bei den Zweitstimmen in der Uckermark quasi untergeht. Das ist nicht überraschend, spielt doch die FDP auch in der Kommunalpolitik in der Uckermark kaum eine Rolle. Auch die Grünen konnten mit ihrem neuen hoffnungsvollen Direktkandidaten Arno Heuermann aus dem Angermünder Ortsteil Steinhöfel nicht punkten und kommen nur auf 1,3 Prozent der Wählerstimmen. In absoluten Zahlen sind das bei 11.264 Wahlberechtigten, von denen allerdings nur die Hälfte tatsächlich zur Wahl gingen, gerade mal 76 Stimmen. Mittelstädt gewann immerhin 2.114, Teichner 2.338.

Auszählung der Landtagswahl bot wenig Überraschung

Wer die Wahlergebnisse im Laufe des Wahlabends in Angermünde verfolgte, erlebte keine großen Verwerfungen. Der Trend der ersten Auszählergebnisse setzte sich mit kleineren Auf und Ab fort. Allerdings holte die SPD den anfangs recht großen Vorsprung der AfD deutlich auf.  Das vorläufige Wahlergebnis nach Auszählung aller 35 Wahlvorstände in Angermünde am Sonntag um 21 Uhr: Die AfD liegt mit 36 Prozent bei den Erststimmen für Felix Teichner, und 33,2 Prozent bei den Zweitstimmen nur ganz knapp vor der SPD mit 35,7 Prozent für Direktkandidatin Hanka Mittelstädt und 29,9 Prozent bei den Zweitstimmen.

Panne bei der Briefwahl in Angermünde

Drittstärkste Partei bei den Erststimmen ist die CDU mit 14,1 Prozent für Direktkandidatin Ellen Fährmann. Bei den Zweitstimmen überholt die Sahra-Wagenknecht-Partei BSW mit 14,8 Prozent die CDU (10,5 Prozent). Die Linke schafft es nur auf 3.1, die Grüne auf 2,9 bei den Zweitstimmen.

Allerdings gab es in Angermünde eine Panne bei der Briefwahl. Das Wahlbüro der Stadt hatte etliche Briefwahlunterlagen versehentlich doppelt ausgestellt und deshalb nochmals versendet. Bei einigen Briefwählern kamen die Unterlagen verspätet an. Die Panne wurde ordnungsgemäß der Kreiswahlbehörde des Landkreises Uckermark gemeldet. Ob das für die Anerkennung der Wahl von Bedeutung ist, wird sich erst noch zeigen.