Wahl 2024 in Schwedt
: Wer als Kandidat um das Mandat kämpft und wer nicht

149 Kandidaten kämpfen in Schwedt um 32 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung. Wer sind die Spitzenkandidaten und wer hat es nicht auf die Wahlzettel geschafft?
Von
Matthias Wagner
Schwedt
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Viele Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren nach Schwedt. Damit bei der Verteilung des Geldes nichts versickert, setzen einige Politiker auf mehr Transparenz als bisher.

Schwedt, 25.03.2020:  Rathaus der Stadt Schwedt

Die Wahl der Stadtverordneten in Schwedt wirft ihre Schatten voraus. Wer kämpft um die Sitze?

Oliver Voigt

Für Brandenburg und somit auch für Schwedt steht ein Superwahljahr ins Haus. Auch in Schwedt wird nach der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 9. Juni sicherlich ein frischerer Wind durch manche Fraktion wehen. Oder doch nicht? Schließlich sind viele der Kandidaten, die in Schwedt zur Wahl stehen, in einem durchaus betagten Alter. 32 Sitze gilt es mit der Wahl in Schwedt neu zu besetzten.

149 Kandidaten kämpfen in Schwedt um diese lediglich 32 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung und wie man an unzähligen Laternen und anderen Orten in Schwedt und seinen Ortsteilen bereits seit einigen Wochen deutlich sieht, ist der Wahlkampf bereits in vollem Gange. Zum Teil wird dieser mit recht subtilen Nachrichten, zum Teil mit alt hergebrachten Sprüchen und Weisheiten oder mit provokativen und recht populistischen Botschaften geführt.

Eine Kandidatin nicht zur Wahl in Schwedt zugelassen

Lediglich eine Kandidatin hat es nicht auf den Stimmzettel in Schwedt geschafft, teilte Stadtsprecherin Corina Müller auf Nachfrage mit. Die selbstständige Sattlermeisterin Karolin Werkmeister aus Heinersdorf, hat die benötigte Anzahl an Unterstützerunterschriften nicht erreicht. Andere hatten da mehr Glück und konnten im wahrsten Sinne in letzter Minute noch die benötigten Unterschriften ergattern.

Schwedt bemüht sich, spätestens seit der Notwendigkeit der Transformation der PCK, um ein neues Image, das die Abwanderung junger Menschen stoppen und den Zuzug junger Fachkräfte befeuern soll. Dafür weisen die Stadtverordneten durch ihre Beschlüsse den Weg und bewilligen die notwendigen Gelder, Bauvorhaben und andere wegweisende Schritte, um diese Vision wahr werden zu lassen.

Viele Kandidaten älter als der Durchschnitt der Bevölkerung

Schaut man sich die Altersstruktur der Listen, der einzelnen Parteien und Gruppen einmal an, stellt man fest, dass der Altersdurchschnitt oftmals weit über dem der Schwedter Bevölkerung liegt. Laut Stadt Schwedt lag der Altersdurchschnitt im Dezember 2022 bei 51,2 Jahren. Dem am nächsten kommt die Fraktion BVB/Freie Wähler mit einem Durchschnitt von 51,5 Jahren. Die jüngste Liste hat die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) mit 43 Jahren.

Die älteste Liste bietet dagegen das neue Bürgerbündnis Uckermark für Vernunft und Gerechtigkeit (BfVG). Dort liegt der Altersdurchschnitt bei 68,6 Jahren. Auch die Länge der Listen variiert stark. Während „Die Heimat“ gerade einmal drei Kandidaten motivieren konnte, auf die Wahlliste zu kommen, sind es beim BVB/Freie Wähler 29 Kandidaten, die sich zur Wahl stellen. Auch liegen zwischen dem ältesten Kandidaten Dr. Markus Kockert (CDU), Geburtsjahr 1935, und dem jüngsten Kandidaten Jean-Luca Sakalla (Bunte Liste), Geburtsjahr 2005, stolze 70 Jahre.

Wer sind die 19 Spitzenkandidaten in Schwedt?

Auf dem ersten Listenplatz der CDU findet sich Thomas Büsching, 62 Jahre, Techniker. Die SPD schickt auf dem ersten Platz Mike Bischoff, 59 Jahre und Landtagsabgeordneter, ins Rennen. Für die AFD in Schwedt ist Norbert Rescher, 55 Jahre, Dachdeckermeister auf Listenplatz eins. Spitzenkandidatin für die Linke ist Heike Heise-Heiland, 60 Jahre, Förderschullehrerin. Die Bündnis-Grünen haben ihren ersten Listenplatz mit Elisabeth Becker, 42 Jahre, Lehrerin und Unternehmerin besetzt.

Für die BVB/Freie Wähler steht Axel Reineke, 56, Lehrer, auf Platz eins. Die FDP schickt Detlef Viert, 68 Jahre, Diplomökonom, auf dem ersten Platz ins Rennen. Für die Heimat steht David Weide, 35 Jahre, Bürokaufmann an erster Stelle. Das Bürgerbündnis Uckermark für Vernunft und Gerechtigkeit (BfVG) hat Reinhard Simon, 73 Jahre, Rentner, auf dem ersten Platz. Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) hat Sascha Kunkel, 39 Jahre, Schichtleiter, auf Platz eins ihrer Liste.

Für die unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) steht René Körtge, 35 Jahre, Chemikant, auf Platz eins. Auf Listenplatz eins der bunten Liste findet sich Peter Fuchs, 62 Jahre, Lehrer. Die Allianz für Schwedt besetzt ihren ersten Listenplatz mit Christiane Möbius, 67 Jahre, Rentnerin. Die Schwedter Menschen miteinander füreinander schicken Frank Bornschein, 63 Jahre, Wirtschaftswissenschaftler und Dozent, mit dem ersten Platz ins Rennen.

Altersdurchschnitt der Wahllisten und Anzahl der Kandidaten

Der Altersdurchschnitt der Wahllisten wurde anhand der, durch Stadt Schwedt mitgeteilten, Geburtsjahre der einzelnen Kandidaten ermittelt.

  • CDU, 20 Kandidaten, Altersdurchschnitt 59,9 Jahre
  • SPD, 17 Kandidaten, Altersdurchschnitt 61 Jahre
  • AFD, 18 Kandidaten, Altersdurchschnitt 56,3 Jahre
  • Die Linke, fünf Kandidaten, Altersdurchschnitt 60,8 Jahre
  • Bündnis 90 / Die Grünen, vier Kandidaten, Altersdurchschnitt 48,8 Jahre
  • BVB / Freie Wähler, 29 Kandidaten, Altersdurchschnitt 51,5 Jahre
  • FDP, 13 Kandidaten, Altersdurchschnitt 62,7 Jahre
  • Die Heimat, drei Kandidaten, Altersdurchschnitt 47,3 Jahre
  • Bürgerbündnis Uckermark für Vernunft und Gerechtigkeit (BfVG), fünf Kandidaten, Altersdurchschnitt 68,6 Jahre
  • Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI), vier Kandidaten, Altersdurchschnitt 43 Jahre
  • Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG), sieben Kandidaten, Altersdurchschnitt 45,4 Jahre
  • Bunte Liste, sechs Kandidaten, Altersdurchschnitt 44 Jahre
  • Allianz für Schwedt, sieben Kandidaten, Altersdurchschnitt 65 Jahre
  • Schwedter Menschen miteinander füreinander, elf Kandidaten, Altersdurchschnitt 54,2 Jahre
Uckermark Update
Freitag um 16.30 Uhr
Von Schwedt bis Templin, von Angermünde bis nach Prenzlau: Wir zeigen Ihnen was die Region in dieser Woche bewegt hat und geben Ausblick.