Corona
: Landrat von MOL gegen regionale Lockerungen

Landrat Gernot Schmidt hat im Kreisausschuss Märkisch-Oderland Forderungen auf regionale Lockerungen zurückgewiesen. Es gilt Landesrecht.
Von
Anett Zimmermann
Seelow
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Landrat Gernot Schmidt hat im Kreisausschuss Märkisch-Oderland Forderungen auf regionale Lockerungen zurückgewiesen. Es gilt Landesrecht.

Gerd Markert/MOZ

Das war am Mittwoch eine der vielen Fragen, die die Mitglieder des Gremiums bei ihrer Sitzung in Seelow bewegten.

„Wir können da nichts machen und würden auch nichts machen“, erklärte der Beigeordnete Friedemann Hanke (CDU) und verwies auf das brandenburgische Infektionsschutzgesetz. Die Nachmittag auf Bundesebene angekündigten Öffnungen bezeichnete er als „nachvollziehbar aber wohl zu schnell“. Er begründete dies damit, dass die Auswirkungen der ersten Lockerungen letztlich noch nicht bekannt seien. Nach regionalen Aspekten dürfe der Kreis nur entscheiden, wenn es um notwendige Verschärfungen geht.

Lob an Bevölkerung

Das bekräftigte Landrat Gernot Schmidt (SPD). „Wir müssen noch Strukturen vorhalten, um zeitnah reagieren zu können.“ Die Frage sei, ob durch Lockerungen jetzt das verspielt wird, was bisher erreicht worden ist, oder ob die Ausbreitung des Virus wirklich am Abflauen ist. „Es ist gefährlich, im Raum zu schwimmen und nicht zu wissen wohin“, sagte er. Wenn es Mitte März nicht gelungen wäre, die schnell steigende Zahl an Verdachts- und dann auch bestätigen Fällen im Norden des Landkreises abzuarbeiten, hätte Märkisch-Oderland zu einem weiteren Heinsberg werden können, mahnte Schmidt. Mit Blick auch auf die Zahl der auszustellenden Bußgeldbescheide lobte er, dass sich die Bevölkerung bisher sehr verantwortungsbewusst verhalten hat.

„Wartet doch mal fünf Tage ab, liebe Leute“, entfuhr ihm angesichts aufkommender Unruhe im kleinen Saal des Seelower Kulturhauses, in dem die Ausschussmitglieder und Vertreter der Verwaltung an einzelnen Tischen saßen. Im Moment seien 21 der 31 Beatmungsplätze in den Krankenhäusern in Märkisch-Oderland frei. Aber tagtäglich gebe es Unfälle und andere Ereignisse, nach denen diese Plätze benötigt werden könnten.

Auf Fragen zur Kita-Notbetreuung und zum Trainingsbetrieb im Freien verwies Friedemann Hanke auf das Land. Es werde Neuregelungen ab Sonnabend treffen, die man sich dann auch erst einmal genauer anschauen müsse. Gernot Schmidt ergänzte, dass noch ein Gespräch mit dem Kreissportbund anstehe und man frühestens Montag oder Dienstag mit eigenen Details und einer neuen Allgemeinverfügung am Start sein könne.

Steffen Hampel, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, erläuterte auf Nachfrage, dass als genesen gilt, wer nach überstandener Krankheit weitere 48 Stunden ohne Symptome ist. Von den bisher 198 bestätigten Fällen seien 155 symptomatisch gewesen. Wie lange jemand infektiös ist, sei die entscheidende Frage, auf die es aber noch keine Antwort gebe. Mit den Krankenhäusern sei seit einer Woche der Übergang zum Normalbetrieb vereinbart.

Ausschussarbeit wieder regulär

Kritik an der Absage der April-Sitzung wies Sybille Bock (SPD) als Vorsitzende aus seuchenrechtlichen Gründen zurück. Danach sei eine neue Sitzung zwar angeregt, aber nicht – wie gefordert – beantragt worden. Die Ausschüsse des Kreistags werden künftig wieder regulär beraten, hieß es später. Der Kreisausschuss tritt am 3. Juni wieder zusammen, der Kreistag dann am 17. Juni.

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Die aktuelle Situationin Märkisch-Oderland

Laut Lagebericht vom Donnerstag gibt es zurzeit 30 an Covid-19 Erkrankte. Das sind vier weniger als am Vortag. Unverändert bei 198 liegt die Zahl der bestätigten Fälle. Fünf Betroffene werden in Krankenhäusern behandelt. 164 Personen gelten als genesen. Vier Risiko-Patienten sind verstorben.

Die Zahl der Verdachtsfälle ist im Vergleich zum Vortag um 17 auf 1877 gestiegen. Davon gelten 776 als begründet. 1101 Kontaktpersonen zeigten keine Symptome.

1868 Menschen mussten sich in häusliche Isolation begeben, 1652 konnten daraus bereits entlassen werden. Damit befinden sich 216 Betroffene aktuell in Quarantäne.

Die Zahl der Abstrichuntersuchungen wurde auf 1205 beziffert.⇥azi