Hochwasser im Oderbruch
: Entwarnung an der Oder dank der Warthe

Das Oderbruch kämpfte mit dem größten Hochwasser seit 2010. Jetzt hat sich die Lage entspannt. Alle Informationen zur Hochwasserlage 2024 gibt es hier zum Nachlesen.
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Frank Fiedler, Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch (l.) und Karl Abromeit, Sachbearbeiter Ordnungswidrigkeiten und Hundewesen, bei der Deichwanderung am Sonnabend. Größere Schäden konnten nicht festgestellt werden.

Frank Fiedler, Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch (l.) und Karl Abromeit, Sachbearbeiter Ordnungswidrigkeiten und Hundewesen, bei der Deichwanderung am Sonnabend. Größere Schäden konnten nicht festgestellt werden.

Felix Krone
  • Oderbruch bereitet sich auf größtes Hochwasser seit 2010 vor.
  • Grenzbrücke Küstrin-Kostrzyn bleibt offen, aber auf 3,5 Tonnen beschränkt.
  • Pegel Kienitz bei 3,66 m, Alarmstufe 4 nächste Woche möglich.
  • Deichläufer an 17 Stationen aktiv; Biberjagd am Deich wegen Standsicherheit.
  • Keine Einschränkungen an Grenzübergängen Frankfurt/Oder und Hohenwutzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Hochwasserlage zwischen Hohensaaten und Lebus entspannt sich zunehmend. Kritische Wasserstände werden nicht mehr erwartet. Am Sonnabend (28.9., 09:00 Uhr) liegt der für die Region wichtige Pegel Kienitz bei 5,47 Meter.

Der Hochwasserstab des Landkreises hat die Aufgaben wieder an die Fachabteilungen abgegeben. Die Deichläufer in den Bereichen Lebus und Golzow waren noch bis Sonntag, 29. Sepember um 18 Uhr im Einsatz.

+++ Liveblog zur Hochwasserlage in Brandenburg +++

+++ Liveblog zur Lage in der Ziltendorfer Niederung +++

+++ Liveblog zur Hochwasserlage in Frankfurt (Oder) +++

Liveblog zur Hochwasserlage im Oderbruch:

+++Montag, 30. September 13.00 Uhr+++ Der Landrat von Märkisch-Oderkand hat für die Oderabschnitte Lebus und Golzow die Alarmstufe III aufgehoben.

+++Sonntag, 29. September,19:30 Uhr+++ Mit dem Ende des Einsatzes der Deichläufer in den Bereichen Lebus und Golzow endet auch unser Live-Blog zum Oderhochwasser 2024. Die Lagemeldungen des Kreises Märkisch-Oderland sind bereits am Samstagvormittag (28. September) eingestellt worden. Wir danken allen Leserinnen und Lesern.

+++15:50 Uhr+++ Am Deich in Reitwein ist eine kleine Schadstelle entdeckt worden. Das teilt die Pressesprecherin des Landkreises mit. Kameraden der Freiwillige Feuerwehr verbauen derzeit in dem betroffenen Abschnitt 100 Sandsäcke, der Einsatz laufe noch. Es bestehe kein Anlass zur Sorge, so die Sprecherin.

+++12:00 Uhr+++ Bei Deichwanderungen zwischen Neuranft und Güstebieser Loose konnten keine größeren Schäden am Deich festgestellt worden.

Gemütlicher Ausklang der Deichwanderung mit Erfrischungsgetränken an der Europabrücke Neurüdnitz/Sikierki. Die Erleichterung ist zu spüren. Die Älteren tauschen Erinnerungen an das Hochwasser 1997 aus.

Gemütlicher Ausklang der Deichwanderung an der Europabrücke Neurüdnitz/Sikierki. Die Erleichterung ist zu spüren. Die Älteren tauschen Erinnerungen an das Hochwasser 1997 aus.

Felix Krone

+++Samstag, 28. September, 10:30 Uhr+++ Der Landkreis Märkisch-Oderland versendet zum letzten Mal eine tägliche Lagemeldung. Im nördlichen Bereich der Oder hat die Polderöffnung zu einer Entlastung des Pegels Stützkow geführt. Von einem Erreichen des Richtwertes für die Alarmstufe II wird aktuell nicht mehr ausgegangen. Der Einsatz wird voraussichtlich am 29. September um 18:00 Uhr beendet.

+++18:00 Uhr+++ In einer ersten Auswertung zieht das THW eine positive Bilanz vom Hochwassereinsatz an der Oder. „Insgesamt waren wir mit 211 Einsatzkräften beim Oderhochwasser im Einsatz“, berichtet Max Löscher, Beauftragter für Öfftenlichkeitsarbeit beim THW. Dabei kamen die ehrenamltichen Helfer aus vier Bundesländern – Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. „Vom Ortsverband Seelow waren 16 Kameradinnen und Kameraden im Einsatz“, ergänzt Uwe Gaede und sagt zufrieden weiter: „Dieser Einsatz hat gezeigt, dass sich das stetige Üben dieser Szenarien auszahlt. Alles hat reibungslos funktioniert.“ Die Aufgabe vom THW war neben dem mobilen Pegel an der Europabrücke auch die Koordinierung der freiwilligen Helfer bei der Befüllung der Sandsäcke sowie die Logistik dazu. „Auch die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen klappte Prima“, so Uwe Gaede. Aktuell wird mit der Rückverlegung der Einsatzkräfte begonnen.

Ziehen eine positive Bilanz Einsatzbilanz - Uwe Gaede vom THW Seelow (li.) und THW-Pressesprecher Max Löscher.

Ziehen eine positive Einsatzbilanz - Uwe Gaede vom THW Seelow (li.) und Max Löscher vom THW Ortsverband Cottbus und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit.

Peter Grenz

+++15:00 Uhr+++ Die Hochwasserlage entspannt sich weiter und der Pegel sinkt kontinuierlich. Bis auf ein Boot von der Katastrophenschutzeinheit der DLRG aus Hennickendorf, das voraussichtlich noch bis Sonntag in Frankfurt (Oder) bleiben wird, ziehen THW und Wasserwacht ab und kehren in ihre Standorte zurück. Der Katastrophenschutzstab übergibt die Aufgaben zurück an die Fachabteilungen, heißt es in einer Mitteilung vom Landkreis. Entgegen erster Prognosen nimmt die Warthe, die bei Kostrzyn in die Oder mündet, aufgrund ihres niedrigen Wasserstandes riesige Wassermengen auf. Das habe zur Folge, dass die Einsatzabschnitte Letschin, Barnim-Oderbruch und Bad Freienwalde die Alarmstufe 2 nicht erreichen.

Die Hochwasserlage entspannt sich dank des deutlich niedrigeren Wasserstandes der Warthe bei Küstrin-Kietz.

Die Hochwasserlage entspannt sich dank des deutlich niedrigeren Wasserstandes der Warthe bei Küstrin-Kietz.

Peter Grenz

+++14:00 Uhr+++ Der Hilfspegel an der Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki, der von Mitgliedern des THW Ortsverbandes Lübeck installiert wurde, ist seit Freitagmittag ausser Betrieb und wurde abgebaut. Das bestätigte das THW Seelow auf Nachfrage. „Aus diesem Grund ist er auf der Webseite des THW für mobile Pegel nicht mehr aufgeführt“, sagt Uwe Gaede.

+++12:40 Uhr+++ Wie die Leiterin für Ordnungsdienste der Gemeinde Letschin, Steffi Katzorke, auf Nachfrage mitteilt, werden die Deichläufer ihren Dienst im Einsatzabschnitt 3 (Bereich Letschin) vorerst nicht aufnehmen. „Das gilt auch für die nachfolgenden Einsatzbereiche 4 und 5,“ teilt die Pressesprecherin des Landkreises dazu mit. Ursprünglich war die Dienstaufnahme der Deichläufer für Samstagmorgen geplant.

+++12:18 Uhr+++ Obwohl sich das Wasser dem Deich näher, ist die Lage in Zollbrücke noch entspannt. Das Gasthaus direkt an der Oder hat nach wie vor geöffnet und zahlreiche Touristen sowie Ausflügler machen sich bei einem Softeis ein persönliches Bild von der Hochwasserlage.

In Zollbrücke nähert sich das Wasser der Oder allmählich dem Deich.

In Zollbrücke nähert sich das Wasser der Oder allmählich dem Deich.

Felix Krone

+++8 Uhr+++ Etwas entspannter als an den Tagen zuvor wirkt auch Stefan Metzkow, Inhaber des Restaurants „Oderblick“ in Lebus. Kühlraum und Gastraum sind bisher trocken geblieben. „Der Wasserstand ist etwa zehn Zentimeter niedriger“, vergleicht er die Lage zum Vortag. Trotzdem hatten freiwillige Helfer von 23 bis 6 Uhr auf dem Gaststätten-Areal Wache gehalten. Inzwischen konnten einige Pumpen abgestellt werden. „Jetzt beraten wir schon, wie wir die Aufräumarbeiten organisieren“, so der Gastronom.

+++Freitag, 27. September, 7:30 Uhr+++ In Lebus sind Kietzer Straße und Oderstraße teilweise noch immer überflutet. Als Luki Dervisi, Betreiber der „Trattoria Anglerheim“, wie jeden Morgen nach dem Rechten schaut, stellt er aber fest, dass das Wasser sich über Nacht leicht zurückgezogen hat. Mit seinen Gummistiefeln komme er schon ein gutes Stück weiter als am Vortag, ohne dass sie voll Wasser laufen.

Luki Dervisi ist am Freitagmorgen auf dem Weg zu seiner Trattoria Anglerheim. Gestern wären die Gummistiefel an dieser Stelle schon Wasser gewesen, sagt er.

Luki Dervisi ist am Freitagmorgen auf dem Weg zu seiner „Trattoria Anglerheim“. Er sagt: „Gestern wären die Gummistiefel an dieser Stelle schon Wasser gewesen“.

Katja Gehring

+++15 Uhr+++ Das Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigt die Einschätzung von Deichverbandschef Julian Butschke zur Gefahr eines Binnenhochwassers im Oderbruch: „Aktuell wird nach Öffnung der Polder in Schwedt im ungünstigsten Fall ein Pegelstand am Pegel Gartz im Bereich der 6,00 Meter-Marke erreicht werden, was zu einem Rückstau der HoFriWa führt“, informiert Thomas Frey vom LfU. In Folge dessen werden die Stauziele am Wehr Hohensaaten leicht übertroffen. Dem auf Grund des Rückstaueffektes und des Drängewassers der Oder zu erwartende Grundwasseranstieg im Bereich des Niederoderbruchs werde durch die Inbetriebnahme der Schöpfwerke begegnet.

Die Situation werde durch die seit Tagen günstigen Windverhältnisse positiv beeinflusst. Die vorherrschenden, vorwiegend südlichen und südwestlichen Wind sorgen für niedrige Wasserstände an der deutschen und polnischen Ostseeküste, sodass das Wasser der Oder optimal in die Ostsee abfließen kann. „Die im Laufe des Tages auffrischenden und bis zum Wochenende andauernden stürmischen Winde können diesen Effekt noch verstärken“, so Frey.

Deichzufahrten geschlossen: Die Scheitelwelle des Hochwassers wird zum Wochenende auch im Bereich Barnim-Oderbruch erwartet. Vorsorglich wurden die Deichzufahrten wie hier in Zollbrücke geschlossen.

Deichzufahrten geschlossen: Die Scheitelwelle des Hochwassers wird zum Wochenende auch im Bereich Barnim-Oderbruch erwartet. Vorsorglich wurden die Deichzufahrten wie hier in Zollbrücke geschlossen.

Ulf Grieger

+++14:50 Uhr+++ Bereits seit Dienstagnachmittag besteht entlang der Oder zwischen Ratzdorf und Lebus ein Überflugverbot für Modellflugzeuge und für Drohnen, die keinen behördlichen Auftrag haben. Auf Nachfrage bestätigt die Kreisverwaltung , dass dieses Verbot auch für den Landkeis Märkisch-Oderland gilt. Das Flugverbot besteht aktuell bis Sonntag, 29. September, um 22:00 Uhr.

+++14 Uhr+++ Die Zahl der seit dem 19. September am Deich entlang der Oderbruches geschossenen Biber ist auf 40 gestiegen, so Kreis-Sprecherin Johanna Seelig . Die Jäger sind am gesamten Deich von Kilometer Null bei Lebus bis 78 bei Hohensaaten im Einsatz, erklärt Michael Saß, Biberbeauftragter des Deichverbandes.

Die mit der Öffnung der Polder bei Schwedt verbundene Gefahr eines Rückstaus für das Oderbruch und eines damit verbundenen Binnenhochwassers habe sich aktuell etwas beruhigt. „Die Windverhältnisse sind günstig für uns“, erklärt Deichverbandschef Julian Butschke. Das Wasser kann abfließen. Allerdings können in bestimmten Bereichen (Neutrebbin)  Keller nass werden. Schon jetzt sind deichnahe Gräben gut geüllt.

Deichstelle bei Reitwein muss beobachtet werden: Die von den Deichläufern festgestellten Gefahrenstellen werden von den Fachberatern des Landesamtes für Umwelt begutachtet. Grüne Markierungen bedeuten: "unbedenklich". Rote hingegen müssen im Blick behalten werden.

Deichstelle bei Reitwein muss beobachtet werden: Die von den Deichläufern festgestellten Gefahrenstellen werden von den Fachberatern des Landesamtes für Umwelt begutachtet. Grüne Markierungen bedeuten: „unbedenklich“. Rot markierte hingegen müssen im Blick behalten werden.

Ulf Grieger

+++13:30 Uhr+++ In Kienitz befüllen Feuerwehr und Hilfkräfte weitere fünftausend Sandsäcke.

Seit 13:30 Uhr werden am Donnerstag weitere 5.000 Sandsäcke befüllt.

Seit 13:30 Uhr werden am Donnerstag in Kienitz weitere 5.000 Sandsäcke befüllt.

René Kaplick

+++13 Uhr+++ Seit 6 Uhr ist die SPD-Bundestagsabgeordnete Simona Koß auf dem Deich bei Reitwein als Deichläuferin unterwegs. Die Politikerin ist dabei  bereits auf vieles hingewiesen worden, was sich bei der Hochwasserbekämpfung als problematsich herausstellt. Das reicht vom vielen Totholz im Deichvorland , über die Biber-Wühltätigkeit im Deich bis zur Aufwandsentschädigung der ehrenamtliche Einsatzkräfte, auch für Rentner. Der Lohnausfall der Deichläufer muss durch Gemeinden geschultert werden, die z.T. sehr finanzschwach sind. Aber auch die Schöpfwerkskosten-Problematik und die Einsparung beim Hochwaserschutz und Biberschaden-Entlastzung durch das Land will die Politikerin ansprechen.

Deichläufer im Bereich Sturmvogel 3 bei Reitwein. Der Reitweiner Gemeindevertreter Falk Prütz und die SPD-Bundestagsabgeordnete Simona Koß nehmen am Donnerstag an der Tagschicht (6 bis 18 Uhr) teil.

Deichläufer im Bereich Sturmvogel 3 bei Reitwein. Der Reitweiner Gemeindevertreter Falk Prütz und die SPD-Bundestagsabgeordnete Simona Koß nehmen am Donnerstag an der Tagschicht (6 bis 18 Uhr) teil.

Ulf Grieger

+++11:30 Uhr+++ Laut Lagemeldung des Katastrophenstabes sind in den Deichabschnitten Lebus und Golzow bislang 41 Schadstellen am Deich bzw. Treibgut gemeldet worden. Davon wurde bereits 22 verbaut. Der Stab beziehe bei der Lagebeurteilung sowohl die deutschen als auch die polnischen Prognosen der Regelstände ein, so Kreis-Sprecherin Johanna Seelig. Die Prognosen liegen etwas auseinander. Am Freitag (27. September) soll entschieden werden, ob der Deichwachdienst (Alarmstufe III) ab Samstag (6 Uhr Stützpunkte, 8 Uhr Deichläufer) auch in den Bereichen Letschin, Barnim-Oderbruch und Bad Freienwalde ausgerufen wird.

Verbaute Schadstelle: Ein Pegel am landseitigen Dammfuß bei Reitwein lässt klares Wasser aussprudeln. Der Pegel hat einen Ringdeich bekommen, in dem Gegendruck erzeugt werden soll.

Verbaute Schadstelle: Ein Pegel am landseitigen Dammfuß bei Reitwein lässt klares Wasser aussprudeln. Der Pegel hat einen Ringdeich bekommen, in dem Gegendruck erzeugt werden soll.

Ulf Grieger

+++11 Uhr+++ An verschiedenen Orten versorgen Anwohner Ehrenamtler die Einsatzkräfte mit Essen und warmen Getränken. So brachten zum Beispiel am Donnerstagmorgen Elena und René Kaplick von der Feuerwehr Kienitz-Nord belegte Brote und warme Getränke zu den Einsatzkräften vom THW, die im Hafen von Kientz stationiert sind. Die Pressesprecherin vom Landkreis MOL, Johanna Seelig, freut sich über derartige Initiativen, teilt dazu jedoch, dass der Lankreis die Verpflegung der Einsatzkräfte und Helfer zentral organisiert. Im Übrigen macht sie darauf aufmerksam, dass in den Bereichen ab der Alarmstufe III ein generelles Betretungsverbot für Privatpersonen besteht und somit dort keine derartigen, wenn auch gut gemeinten, Aktionen nicht möglich sind

Einsatzkräfte vom THW aus Seelow in Kienitz.

Einsatzkräfte vom THW aus Seelow in Kienitz.

René Kaplick

+++10 Uhr+++ Mit einer Allgemeinverfügung untersagt der Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland während des Ausrufung der Alarmstufen III und IV  mit sofortiger Wirkung jegliches Befahren und Betreten der Deiche. Das betrifft den Abschnitt zwischen dem Deichkilometer 0 bei Lebus und dem Deichkilometer 32,6 bei Sophienthal (Letschin). Dieses Verbot schließt zugehörige wasserbauliche Anlagen, die beidseitigen fünf Meter breiten Deichschutzstreifen, den Deichverteidigungsweg und die Gräben, die der ordnungsgemäßen Beobachtung und Unterhaltung der Deiche im Hochwasserfall dienen, mit ein. Auch die Zu- und Abfahrten zu den Deichen sind freizuhalten, wie es in der Verfügung heißt. Die Zuwegungen zu diesen sind auf einer Länge von 200 Meter freizuhalten. Einsätzkräfte des Deich- und Hochwasserschutzes sind von der Verfügung ausgeschlossen.

Die bei Reitwein am Donnerstag: Das Wasser hat den Deichfuß erreicht, Viele Tiere retten sich aus dem überschwemmten Deichvorland.

Die bei Reitwein am Donnerstag: Das Wasser hat den Deichfuß erreicht, Viele Tiere retten sich aus dem überschwemmten Deichvorland.

Ulf Grieger

+++7:30 Uhr+++ Derweil wird klar, dass sich die Oder in der Nacht ihren Weg in etliche Keller in der Oderstraße gesucht hat. Anwohner berichten von stundenlangem Auspumpen, weil das Wasser kurz vor dem Hausanschluss stand. Mehrere Abschnitte der Straße sind überflutet. Das Anglerheim ist nicht mehr zu erreichen.

Das Anglerheim in Lebus war Donnerstagfrüh nicht mehr zu erreichen.

Das Anglerheim in Lebus war Donnerstagfrüh nicht mehr zu erreichen.

Katja Gehring

+++Donnerstag, 26. September, 7 Uhr+++ Völlig erschöpft kämpfen Freiweillige am „Oderblick“ gegen die Wassermassen. Am Vorabend drohte der Damm entlang des Restaurants zu brechen. Bis drei Uhr nachts haben die Helfer Sand herangefahren und die damit gefüllten Säcke verlegt. Nach nur drei Stunden Schlaf ging es um 6 Uhr weiter. Auch mit dem Einsatz von Pumpen versucht man Herr der Lage zu werden. „Bis zur Nacht müssen wir durchhalten, dann dürfte der Pegel wieder sinken“, hofft Lokalbetreiber Stefan Metzkow und dankt erneut für die Unterstützung.

Nach einer Nachtschicht und nur drei Stunden Schlaf versuchen freiwillige Helfer seit 6 Uhr am Oderblick weiterhin den Wassermassen mit Sandsäcken und Pumpen Herr zu werden. Am Vorabend drohte der Damm entlang des Restaurants zu brechen.

Nach einer Nachtschicht und nur drei Stunden Schlaf versuchen freiwillige Helfer seit 6 Uhr am Oderblick weiterhin den Wassermassen mit Sandsäcken und Pumpen Herr zu werden. Am Vorabend drohte der Damm entlang des Restaurants zu brechen.

Katja Gehring

+++19:00+++ Das Landesamt für Umwelt bestätigt, dass die Polder bei Schwedt geöffnet werden. Aufgrund der aktuellen Hochwasserprognose an der Oder und der Überschreitung des Richtwertes von 575 Zentimetern am Pegel Hohensaaten leitet das Landesamt für Umwelt die Öffnung der Einlassbauwerke zur Flutung der Polder A/B bei Schwedt/Oder ein. Die Polderflutung werde zu einer deutlichen Entlastung führen. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel informiert sich am Donnerstag vor Ort über die aktuelle Hochwasserlage und zur Öffnung der Einlassbauwerke im Nationalpark Unteres Odertal.

Pegel Kienitz am Morgen des 25. September: Inzwischen liegt er bei 4,76 Metern und wird in der kommenden Stunde den Wert für die Alarmstufe I überschreiten.

Pegel Kienitz am Morgen des 25. September: Inzwischen liegt er bei 4,76 Metern und wird in der kommenden Stunde den Wert für die Alarmstufe I überschreiten.

Ulf Grieger

„Noch vorgestern bestand die Zuversicht, eine Flutung der Polder A/B und 10 vermeiden zu können. Doch eine nach oben korrigierte Hochwasserprognose macht die Öffnung der Einlassbauwerke zum Schutz der Deiche und der polnischen Unterlieger erforderlich“, heißt es aus dem Umweltministerium.

+++18:00 Uhr+++ Der Kreistag Märkisch-Oderland bewilligt auf Antrag des Landrates eine erhebliche außerplanmäßige Aufwendung zur Bekämpfung des Oderhochwassers. Die Aufwendung kann bis zu 500.000 Euro betragen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Von dem Geld werden u.a. Sandsäcke gekauft, Kies bestellt, Container für Deichläufer aufgestellt. Henrik Wendorff (Bauern) erinnert in dem Zusammenhang an die Einsparwünsche des Landes beim Hochwasserschutz in Höhe von 20 Prozent.

Einstimmig beschlossen: Der Kreistag Märkisch-Oder bewilligt 500.000 Euro aus der Rücklage des Kreises für die Hochwasserbekämpfung.

Einstimmig beschlossen: Der Kreistag Märkisch-Oder bewilligt 500.000 Euro aus der Rücklage des Kreises für die Hochwasserbekämpfung.

Ulf Grieger

+++16:00 Uhr+++ Der Eisenbahnverkehr zwischen Berlin und dem polnischen Kostrzyn ist nicht beeinträchtigt. NEB-Sprecher Holger Reimann und Johnanna Seelig, Pressesprecherin vom Landkreis Märkisch-Oderland, bestätigen auf Nachfrage übereinstimmend, dass von einem derartigen Szenario auch nicht ausgegangen wird. Die Züge zwischen Berlin und Kostrzyn verkehren weiternhin planmäßig.

Die Bahnlinie der RB 26 wird nach aktuellen Einschätzungen durch das Oderhochwasser nicht behindert.

Die Bahnlinie der RB 26 wird nach aktuellen Einschätzungen durch das Oderhochwasser nicht behindert.

Peter Grenz

+++13:06 Uhr+++ Für den Bereich Kienitz, zwischen Kilometer 617,6 und 664,9 wurde die Alarmstufe I ausgerufen. Sie gilt ab 12:00 Uhr. Einheiten vom Technischen Hilfswerk aus Seelow sind gemeinsam mit der Wasserwacht aus Strausberg in Kienitz im Einsatz.

Kampf gegen das Hochwasser der Oder - Einheiten von THW und Wasserwacht in Kientz

Kampf gegen das Hochwasser der Oder - Einheiten von THW und Wasserwacht in Kienitz

Uwe Gaede/THW

+++11:30 Uhr+++ Die Lagemeldung des Katastrophenstabes MOL geht davon aus, dass unterhalb der Warthemündung (ab Küstrin-Kostrzyn) die Richtwerte der Alarmstufe II erreicht werden. Die Alarmstufe III werde voraussichtlich nicht überschritten. Die Deichläufer in den Bereichen Letschin, Barnim-Oderbruch und Bad Freienwalde sind zwar bereit, kommen aber möglicherweise nicht zum Einsatz.

Deichmahd in Güstebieser Loose: Der Gewässer- und Deichverband konzentriert sich aktuell auf die Mahd der Deichfuß-Bereiche, um das Erkennen von Schäden zu erleichtern.

Deichmahd in Güstebieser Loose: Der Gewässer- und Deichverband konzentriert sich aktuell auf die Mahd der Deichfuß-Bereiche, um das Erkennen von Schäden zu erleichtern.

Ulf Grieger

+++11.00 Uhr+++ Auf der Oder wird verstärkt Treibgut gesichtet, das mit der Flut mitgerissen wird und im weiteren Verlauf großen Schaden anrichten kann. Zur Beobachtung sind Drohnen im Einsatz. Die DLRG und das THW sind mit Booten zur Treibgutbergung unterwegs. Gregor Beyer, Beigeordneter des Landates, kündigte an, dass Totholz künftig frühzeitiger vom Deichvorland entfernt wird.

Treibgut in der Oder: Überall, wo das Vorland überschwemmt wird wie hier in Küstrin nimmt das Wasser Totholz mit.

Treibgut in der Oder: Überall, wo das Vorland überschwemmt wird, wie hier in Küstrin nimmt das Wasser Totholz mit.

Peter Grenz

+++10.00 Uhr+++ Das Landesamt für Umwelt (LfU) plant die Öffnung der Polder bei Schwedt für Donnerstag (26. September), um die Hochwassersituation der Oder zu entschäfren. Darüber wurde der Katastrophenstab Märkisch-Oderland informiert. Abhängig von der Entwicklung des Hochwassers, kann dies für das Oderbruch Auswirkungen haben. Dies hatte Frank Krüger vom LfU bereits am Montag, 23. September erläutert. Über die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße kann sich ein Rückstau bilden, so dass über das Wehr Hohensaaten kein Wasser aus dem Oderbruch mehr abgeführt werden kann. Ein Binnenhochwasser im Oderbruch kann dann nicht ausgeschlossen werden.

Blick von Neumanschnow Richtung Küstrin : Die Oder hat das gesamte Vorland überschwemmt,

Blick von Neumanschnow Richtung Küstrin: Die Oder hat das gesamte Vorland überschwemmt.

Peter Grenz

+++9.00 Uhr+++ An der Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki hat das THW einen Hilfspegel gesetzt. Mitglieder des Ortsverbandes Lübeck sind dort im Einsatz. Darunter mit Christopher Kren auch ein THW-Helfer, der 1997 bereits bei der Oderflut dabei war. Damals allerdings als Bundeswehr-Soldat. Er erinnert sich noch an die Einsätze vor 27 Jahren im Abschnitt Bad Freienwalde. Der Hilfspegel wird viertelstündlich aktualisiert und ist im Internet auf der Seite https://thw-pegel.de/pegelkarte.php?id=1288#pegeldaten öffentlich abrufbar.

An der Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki: Dort hat das THW einen Hilfspegel gesetzt. Mitglieder des Ortsverbandes Lübeck sind dort im Einsatz. Darunter mit Christopher Kren (l.) auch ein THW-Helfer, der 1997 bereits bei der Oderflut dabei war. Hanns-Uwe Heydorn informiert, dass der Pegelstand im Internet abrufbar ist.

An der Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki: Dort hat das THW einen Hilfspegel gesetzt. Mitglieder des Ortsverbandes Lübeck sind dort im Einsatz. Darunter mit Christopher Kren (l.) auch ein THW-Helfer, der 1997 bereits bei der Oderflut dabei war. Hanns-Uwe Heydorn informiert, dass der Pegelstand im Internet abrufbar ist.

Ulf Grieger

+++8.30 Uhr+++ Die Zufahrt zur Breite Straße ist gesperrt. Hochwasser-Touristen können wir hier gerade gar nicht gebrauchen, sagt Mike Bartsch, Amtsdirektor von Lebus, auf Anfrage. Anlieger können durchfahren, allerdings nicht mehr links in die Oderstraße einbiegen. Das Hochwasser macht die Kreuzung unpassierbar. Auf Umwegen sei die Ereichbarkeit der Grundstücke jedoch möglich, versichert der Lebuser Bürgermeister Ralf-Tore Fabig. Ausgeschildert werden die Umleitungen nicht, um Ortsfremde fernzuhalten. Fabig: „Anwohner wissen schon, wo sie lang fahren können“.

Die Zufahrt zur Breite Straße in Lebus ist seit Mittwoch, 25. September, gesperrt.

Die Zufahrt zur Breite Straße in Lebus ist seit Mittwoch, 25. September, gesperrt.

Katja Gehring

+++8 Uhr+++ Seit gut einer Stunde sind in Lebus Bewohner der Altstadt, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus der Region im Einsatz, um weitere Sandsäcke zu verlegen. Über Nacht ist die Kreuzung Breite Straße/Oderstraße/Kietzer Straße – direkt an der Gaststätte „Oderblick“ – überschwemmt worden.

Seit 7 Uhr sind Anwohner der Lebuser Altstadt, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus der Region im Einsatz, um weitere Sandsäcke zu verlegen.

Seit etwa 7 Uhr sind Anwohner der Lebuser Altstadt, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus der Region im Einsatz, um weitere Sandsäcke zu verlegen.

Katja Gering

+++Mittwoch, 25. September, 7:30 Uhr+++ Der Parkplatz am Anglerheim ist inzwischen komplett überflutet. Das Oderwasser kratzt an der ersten Stufe zur Eingangspforte des Lokals. „Aber der Keller ist noch halbwegs trocken“, berichtet Klaus Lehmann vom Anglerverein Morgenrot, der Eigentümer der Immobilie ist.

Über Nacht ist der Parkplatz am Anglerheim komplett dem Hochwasser zum Opfer gefallen.

Über Nacht ist der Parkplatz am Anglerheim komplett dem Hochwasser zum Opfer gefallen.

Katja Gehring

+++17.30 Uhr+++ Die Kosten zur Bekämpfung des Oderhochwassers sind nicht im aktuellen Haushalt des Kreises eingeplant. Landrat Gernot Schmidt hat deshalb die Bewilligung von 500.000 Euro als außerplanmäßige Aufwendung beantragt. Das Geld soll der Rücklage des Kreises entnommen werden. Der Kreistag MOL  berät am Mittwoch ab 17 Uhr im Kulturhaus Seelow öffentlich darüber. Geplant ist auch eine Bürgerfragestunde.

+++16.30 Uhr+++ Seit Beginn der Biberjagd-Freigabe an der Oder (19. September) wurden bislang (24. September) im MOL-Abschnitt des Deiches 25 Tiere geschossen. Die Deichläufer melden den Jägern Bibersichtungen. Michael Saß, Biberbeauftragter des Gewässer- und Deichverbandes, bittet darum, dass jeder, der Biber am Deich feststellt, dies möglichst mit Angabe des Deichkilometers an den Katastrophenstab des Kreises weitergibt: oderhochwasser@landkreismol.de

Junger Biber am Deich bei Küstrin-Kietz: Er ist am Montag, 23. September dort geschossen worden, als er versucht hat, sich vor der Überschwemmung des Deichvorlandes in den Damm zu retten.

Junger Biber am Deich bei Küstrin-Kietz: Er ist am Montag, 23. September dort geschossen worden, als er versucht hat, sich vor der Überschwemmung des Deichvorlandes in den Damm zu retten.

Ulf Grieger

+++16 Uhr+++ Das Wasser in Lebus steigt rasant weiter. Inzwischen ist der Parkplatz am Anglerheim nahezu überflutet und zum größten Teil gesperrt. Die Wiese, über die am Vorabend noch die Feuerwehr mit einem Transporter samt Bootstrailer an die Oder gefahren war, ist jetzt nicht mehr auszumachen.

Am Dienstagvormittag ist der gesamte Bereich überschwemmt.

Am Dienstag (24. September) ist der Parkplatz am Anglerheim nahezu komplett überschwemmt.

Katja Gehring

+++15:30 Uhr+++ Mike Bartsch, Amtsdirektor von Lebus, informierte indes, die Feuerwehrleute beauftragt zu haben, vom Wasser aus nach Treibgut in der Oder zu suchen und gegebenenfalls zu entfernen. Auch wenn eigentlich der Grenzfluss in Zuständigkeit des Bundes fällt, sei es wichtig, diese Gefahr für den Schiffsanleger zu minimieren.

Die Feuerwehr suchte vom Wasser aus die Oder bei Lebus im Auftrag des Amtsdirektors nach Treibgut ab.

Die Feuerwehr suchte vom Wasser aus die Oder bei Lebus im Auftrag des Amtsdirektors nach Treibgut ab.

Katja Gehring

+++12:30 Uhr+++ Wie der Landkreis in seiner Lagemeldung informiert, stehen auf den Sandsackplätzen der Einsatzabschnitte Lebus und Letschin jeweils 1.200 befüllte Sandsäcke bereit. Im Einsatzabschnitt Golzow, wo sich der Sandsackplatz hinter der Feuerwehr von Küstrin-Kietz befindet, sind 1.000 Sandsäcke befüllt. Hier wurden 100 Tonnen Sand nachgeliefert, womit aktuell weitere Sandsäcke befüllt werden. Im Einsatzabschnitt Bad Freienwalde stehen sieben Paletten mit je 120 gefüllten Sandsäcken zur Verfügung. Dieser Einsatzabschnitt ging am heutigen 24. September in Betrieb. Der Einsatzabschnitt vom Amt Barnim-Oderbruch ist einsatzbereit.

Sandsackplatz in Küstrin-Kietz: Nachdem 100 Tonnen Sand nachgeliefert wurden, wurden am Dienstagvormittag weitere Sandsäcke gefüllt.

Sandsackplatz in Küstrin-Kietz: Nachdem 100 Tonnen Sand nachgeliefert wurden, werden seit Dienstagmorgen weitere Sandsäcke gefüllt.

Peter Grenz

+++11 Uhr+++ Nach aktueller Einschätzung des Katastrophenstabes MOL erreicht der Pegel Kienitz am Mittwoch (25. September, 23 Uhr) den Alarmpegel 1. Nach dem Überschreiten der Alarmstufe I werde zum Wochenende hin mit einem Hochwasserscheitel unterhalb der Alarmstufe II gerechnet. Die Alarmstufe III werde wohl nicht überschritten. Dementsprechend gehe man aktuell nicht davon aus, dass in den Deichabschnitten Letschin, Barnim-Oderbruch und Bad Freienwalde (Möwe 3 bis 5) der Deichwachdienst nötig werde, erklärte Pressesprecherin Johanna Seelig auf Nachfrage.

Der Grenzübergang Küstrin-Kietz bleibt nach bisherigen Erkenntnissen für den Verkehr bis 3,5 Tonnen geöffnet.

Fährweg in Güstebieser Loose: Diese Sperrung ist eine Vorsichtsmaßnahme. Dennoch herrscht dort noch keine Hochwasseralarmstufe. Die Deichzufahrten im Bereich zwischen Lebus und Genschmar sind allerdings gesperrt. Dort herrscht seit Dienstag (24. September), 8 Uhr, die Alarmstufe III.

Fährweg in Güstebieser Loose: Diese Sperrung ist eine Vorsichtsmaßnahme. Dennoch herrscht dort noch keine Hochwasseralarmstufe. Die Deichzufahrten im Bereich zwischen Lebus und Genschmar sind allerdings gesperrt. Dort herrscht seit Dienstag (24. September), 8 Uhr, die Alarmstufe III.

Ulf Grieger

+++10 Uhr+++ Die Ausrufung der Alarmstufe III über die Warn-Apps Nina und Biwapp sorgt im Westen des Landkreises für Verwirrung. Denn als betroffene Region wurde auch der Strausberger Bereich ausgewiesen. Der ist allerdings nicht betroffen. Damit soll lediglich die Bevölkerung informiert werden, dass sich niemand ins Gefahrengebiet am Deich begeben soll.

Die Wichtigsten Deichzufahrten wie in Küstrin-Kietz zur Oderinsel oder in Güstebieser Loose-Fährstraße sind gesperrt.

Zufahrt zur Oderinsel an der Vorflut gesperrt: Die Detlefsenstraße in Küstrin-Kietz kann vom Ort her nicht mehr befahren werden.

Zufahrt zur Oderinsel an der Vorflut gesperrt: Die Detlefsenstraße in Küstrin-Kietz kann vom Ort her nicht mehr befahren werden.

Ulf Grieger

+++Dienstag, 24. September, 8:30 Uhr+++ Der Landkreis Märkisch-Oderland ruft für die Deichabschnitte Lebus und Golzow die Warnstufe III (Deichwachdienst) aus. Landrat Gernot Schmidt erklärt dazu, dass dies eine notwendige Maßnahme sei, um ruhig und besonnen die Einwohner des Oderbruchs zu schützen.

Katastrophenstab MOL in Seelow tagt: Vertreter von Behörden, Verwaltungen und Einsatzkräften beraten dort täglich die aktuelle Lage. Dort befindet sich auch das Hochwasser-Lagezentrum.

Katastrophenstab MOL in Seelow tagt: Vertreter von Behörden, Verwaltungen und Einsatzkräften beraten dort täglich die aktuelle Lage. Dort befindet sich auch das Hochwasser-Lagezentrum.

Ulf Grieger

Inzwischen haben in diesen beiden  Bereichen die ersten Schichten des Deichwachdienstes stattgefunden. Die Deichläufer berichten, dass die Verpflegung und Ausrüstung gut sei. Zudem berichten sie von reger Wühltätigkeit wasserseitig des Deichfußes durch Biber.

Nachschicht am Deich bei Neumanschnow und Reitwein: Dort, wo beim Hochwasser 1947 der Deich gebrochen war, versuchen sich gerade Biber in den Damm zu wühlen.

Nachtschicht am Deich bei Neumanschnow und Reitwein: Dort, wo beim Hochwasser 1947 der Deich gebrochen war, versuchen sich gerade Biber in den Damm zu wühlen.

Ulf Grieger

+++18:18 Uhr+++ Sorge bereiten dem Lagezentrum des Landesamtes für Umwelt „Souvenirjäger“ auf den Oderdeichen. Da Teile an der Spundwand in Frankfurt (Oder) gestohlen wurden, wurde die Polizei gebeten, hier ebenso wie in Ratzdorf, wo seit Montag die mobile Schutzwand aufgebaut wird, verstärkt zu kontrollieren. Darüber hat Frauke Zelt, Sprecherin des Umweltministeriums, informiert. Im Oderbruch werden die bevorrateten Sandsäcke von den Feuerwehren bewacht.

Im oberen Bereich des Oderbruchs  sind etliche Deichzufahrten bereits gesperrt bzw. die Sperrung wird angeordnet, aber noch nicht ausgewiesen. Die Deich-Straße zwischen Hohenwutzen und Hohensaaten soll möglichst noch lange offen gehalten werden, hieß es im Katastrophenstab MOL.

Frank Krüger vom Landesumweltamt hat zudem erklärt, dass die Polder bei Schwedt so lange wie möglich geschlossen bleiben sollen, um einen Rückstau ins Oderbruch zu vermeiden.

Sandsäcke werden bewacht: Die zum Verbau am Deich vorbereiteten Sandsäcke werden zum Schutz vor Diebstahl von der Feuerwehr Küstrin-Kietz bewacht.

Sandsäcke werden bewacht: Die zum Verbau am Deich vorbereiteten Sandsäcke werden zum Schutz vor Diebstahl von der Feuerwehr Küstrin-Kietz bewacht.

Ulf Grieger

+++16:03 Uhr +++ Inzwischen sind im Amtsbereich Lebus drei wichtige Sitzungen abgesagt worden: die Stadtverordnetenversammlung in Lebus am Mittwoch, 25. September; die Gemeinderatssitzung in Reitwein am Donnerstag, 26. September und der Amtsausschuss am 1. Oktober. Mike Bartsch, Amtsdirektor von Lebus, erklärt dazu auf Anfrage: „Unser Fokus liegt jetzt auf dem Schtz vor Hochwasser“. Viele Gemeindevertreter und Stadtverordnete seien im Deichdienst und bei der Feuerwehr eingebunden, ergänzt Detlef Schieberle, Bürgermeister von Reitwein und Amtsausschussvorsitzender. Die Sitzungen werden nach Auskunft der Verantwortlichen bis spätenstens Mitte Oktober nachgeholt.

+++15:41 Uhr +++ Das Landesamt für Umwelt gibt eine weitere Warnmeldung heraus: Am Pegel Ratzdorf und Eisenhüttenstadt wird voraussichtlich innerhalb von 24 Stunden mit der Überschreitung des Richtwasserstandes der Alarmstufe III zu rechnen sein. Aufgrund dieser Entwicklung hat der Landrat des Landkreises Oder-Spree die Alarmstufe III ab 12 Uhr für die Flussabschnitte der Pegel Ratzdorf und Eisenhüttenstadt im Landkreis Oder-Spree ausgerufen. Am Pegel Frankfurt wird der Wasserstand über den Richtwert der Alarmstufe II steigen, daher wird mit sofortiger Wirkung die Alarmstufe II für die betroffenen Flussabschnitte ausgerufen.

Noch im grünen Bereich: Der Pegel Kienitz wird voraussichtlich erst am Mittwoch den Wert der Alarmstufe 1 erreichen.

Noch im grünen Bereich: Der Pegel Kienitz wird voraussichtlich erst am Mittwoch den Wert der Alarmstufe 1 erreichen.

Ulf Grieger

+++14:30 Uhr+++ In wechselnden Zwölf-Stunden-Schichten sind nun die Deichläufer unterwegs, um nach Beschädigung zu schauen. Insbesondere bereitet der Biber Sorgen. Paarweise suchen die Kontrolleure nach frischen Grabungen und Löchern im Deichkörper. Auffällige Stellen werden mit kleinen roten Fähnchen markiert, die dann noch einmal von einem Experten gesichtet werden. Dieser entscheidet dann, ob weitere Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Mit steigenden Hochwasser wird dann auf der Rückseite vom Deich auf durchsickerndes Wasser geachtet. Über den eingerichteten Funkverkehr können die Deichläufer die Abschnittsleiter rund um die Uhr erreichen und Alarm schlagen.

Deichläufer bei Reitwein. Josy und Linda Bredow, beide von der Feuerwehr Podelzig, überprüfen den Deich und markieren auffällige Stellen mit kleinen Fähnchen.

Deichläufer bei Reitwein. Josy und Linda Bredow, beide von der Feuerwehr Podelzig, überprüfen den Deich und markieren auffällige Stellen mit kleinen Fähnchen.

Peter Grenz

+++14:20 Uhr+++ Die Bauschlosser Renné aus Bad Freienwalde hat den Auftrag von der Stadt bekommen, die Befestigung des Schiffsanlegers in Hohenwutzen zu verstärken. Eigentlich sollte er auf Anordnung des Landkreises MOL wegen des drohenden Hochwassers herausgenommen oder per Schubschiff nach Hohensaaten gebracht werden. Ralf Lehmann (CDU), Bürgermeister der Stadt Bad Freienwalde, entschied sich für die wirtschaftlichere Variante. Franz Renné und Franz Laue, Mitarbeiter der Bauschlosserei, schweißten zusätzliche Eisenstücke an die Schiffspoller, damit die Stahlseile, mit denen der Fähranleger am Ufer vertäut ist, nicht herausrutschen können.

Für die Sicherheit: Franz Laue (l.) und Franz Renné von der Bauschlosserei Renné in Bad Freienwalde sichern den Schiffsanleger in Hohenwutzen vor dem Hochwasser.

Für die Sicherheit: Franz Laue (l.) und Franz Renné von der Bauschlosserei Renné in Bad Freienwalde sichern den Schiffsanleger in Hohenwutzen vor dem Hochwasser.

Steffen Göttmann

+++13:30 Uhr+++ Das Oktoberfest in Bad Freienwalde, die für den 28. September 2024 geplante Kurstadt Wiesn, fällt aus. „Aufgrund der sich stetig verändernden Hochwasserlage im Stadtgebiet Bad Freienwalde (Oder), ist es uns nicht möglich, die Kurstadt Wiesn (Oktoberfest Bad Freienwalde) durchzuführen“, teilt die Freiwillige Feuerwehr  (FFW) Bad Freienwalde am Montag (23. September) mit. Es sei „moralisch nicht vertretbar“, die Wiesn in den Höhen der Stadt zu feiern, „wenn drei Kilometer weiter um jeden Sandsack gekämpft wird, der den Deich und somit den Schutz des Oderbruches sichern soll“, heißt es in der Absage.

Alle bereits gekauften Tickets werden rückerstattet. Zur persönlichen Rückgabe am Gerätehaus in der Adolf-Bräutigam-Straße hat die FFW Bad Freienwalde bereits Termine bekannt gegeben: Mittwoch, 9. Oktober, von 18 bis 20 Uhr oder am Montag, 14. Oktober, von 19:30 bis 21 Uhr. Alternativ steht ein PDF-Formular bereit: „Füllen Sie bitte alle notwendigen Daten aus, drucken Sie das PDF aus und legen es in einem Briefumschlag ZUSAMMEN MIT IHREN TICKETS in den Briefkasten der Feuerwehr Bad Freienwalde ein. Bitte vergessen Sie nicht, den Umschlag mit Ihrem Namen und dem Stichwort „Ticketrückgabe“ zu beschriften. Letzter Stichtag zur Rückgabe Ihrer Tickets ist der 31.12.2024“, teilt die FFW Bad Freienwalde mit und bittet um Verständnis für die Absage.

+++9:00 Uhr+++ Der Katastrophenschutzstab tritt in Seelow zusammen. Martin Zohles, Leiter des Fachbereiches Katastrophenschutz, informiert über die eingeleiteten Maßnahmen. Noch nicht entschieden ist darüber, wann der Deichwachdienst in den Bereichen Barnim-Oderbruch und Bad Freienwalde (Möwe 4 und 5) gestartet wird. Avisiert wurde das für Mittwoch. Möglich wäre, dass im Bereich Letschin (Möwe 3) noch von einem Deichwachdienst abgesehen wird, da dort der Rückstau ins Warthebruch etwas Abhilfe schafft. Um das besser beurteilen zu können, werden unterhalb von Kienitz weitere Hilfspegel angeordnet.

Lagezentrum in Seelow: Martin Zohles, Bereichsleiter Katastrophenschutz, zeigt den Einsatzleitern vom THW die Stellen für die Hilfspegel.

Lagezentrum in Seelow: Martin Zohles, Bereichsleiter Katastrophenschutz, zeigt den Einsatzleitern vom THW die Stellen für die Hilfspegel.

Ulf Grieger

Frank Krüger, Referatsleiter für Gewässer- und Anlagenunterhaltung beim Landesamt für Umwelt, vergleicht die aktuelle Situation mit der von 2010. Dies mit dem Unterschied, dass die Scheitelwelle, die vom  Bober veranlasst wurde, vor der der Oder am Oderbruch vorbei fließt. Was die Lage etwas entspanne. Die zu erwartende Welle werde bei 6,10 bis 6,30 Meter erwartet. Die polnischen Prognosen liegen etwas über den deutschen.

Leitstelle Möwe 1 in Reitwein: Deichwachdienst-Abschnittsleiter Dominik Kolm (Landkreis) und Harry Vandrey (Fw Sachsendorf), der für den Funk verantwortlich ist. Standardmäßig ist die Station zu dritt besetzt. Hinzu kommt noch ein Vertreter der Kommune.

Leitstelle Möwe 1 in Reitwein: Deichwachdienst-Abschnittsleiter Dominik Kolm (Landkreis) und Harry Vandrey (Fw Sachsendorf), der für den Funk verantwortlich ist. Standardmäßig ist die Station zu dritt besetzt. Hinzu kommt noch ein Vertreter der Kommune.

Peter Grenz

+++Montag, 23. September, 8 Uhr+++ Die Einsatzleitstellen Möwe 1 und 2 der Abschnitte I und II in Reitwein und Küstrin sind um 6 Uhr planmäßig besetzt worden. Seit 8 Uhr sind die Deichläufer im Einsatz. Insgesamt sind es derzeit dort 74 Einsatzkräfte.

Einsatzleitstelle Möwe 1 in Reitwein: Seit Montag (23. September) 8 Uhr läuft dort der Deichwachdienst.

Einsatzleitstelle Möwe 1 in Reitwein: Seit Montag (23. September) 8 Uhr läuft dort der Deichwachdienst.

Peter Grenz

+++15:00 Uhr+++ Landrat Gernot Schmidt hat sich am Vormittag von den Vorbereitungen der Deichverteidigung überzeugt. Der Stab des Landkreises stehe auch mit der Bundeswehr in Verbindung, informierte er auf Nachfrage. Der Verbindungsoffizier nehme an den Beratungen des Stabes teil. Im Katastrophenfall werde die Bundeswehr schwerpunktmäßig mit Technik helfen. Die große Zahl Arbeitskräfte wie 1997 könne aber nicht zur Verfügung gestellt werden.

Deichwachstation bei Bleyen. Dort beginnt am Montag (23.September) der Dienst der Deichläufer. Zunächst wird der Deichwachdienst nur in Lebus und Golzow durchgeführt.

Deichwachstation bei Bleyen. Dort beginnt am Montag (23.September) der Dienst der Deichläufer. Zunächst wird der Deichwachdienst nur in den Ämtern Lebus und Golzow durchgeführt.

Ulf Grieger

+++14:18 Uhr+++ Trotz der Vorbereitungen auf die Deichverteidigung und den vorbereitenden Sicherungen von  Haus und Hof gehen viele wählen. In den Wahlkreisen 32, 33 und 34 liegt die Wahlbeteiligung zum, Stichzeitpunkt 14 Uhr bei 35 Prozent informiert Kreiswahlleiter  Martin Reiche. Der höchste Wert wird aus Falkenberg-Höhe mit 48 Prozent gemeldet, der niedrigste aus Rüdersdorf mit 26 Prozent. Im Wahlkreis 33 (u.a. Bad Freienwalde) gibt es 45 838 Wahlberechtigte, im Wahlkreis 34 (u.a.Seelow) sind es 38 572.

Blick in die Wahlkabine in Kienitz: Gleich vor dem Gasthaus "Zum Hafen" können sich die Wähler vom aktuellen Pegelstand der Oder überzeugen.

Blick in die Wahlkabine in Kienitz: Gleich vor dem Gasthaus "Zum Hafen" können sich die Wähler vom aktuellen Pegelstand der Oder überzeugen.

Ulf Grieger

+++13:00+++ Der Pegel Hohensaaten-Finow hat die Vier-Meter-Marke überschritten und liegt bei knapp unter 4,10 Meter, 31 Zentimeter mehr als am Vortag. Laut Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Havel-Oder in Eberswalde, in dessen Zuständigkeitsbereich der Pegel gehört, steigt der Wasserstand der Oder seit Tagen kontinuierlich an. Am 18. September (Mittwoch) lag der Wasserstand in Hohensaaten noch bei 2,66 Meter. Die ersten Vorboten des Hochwassers sind gut zu erkennen. Am ehemaligen Schleusenbecken Hohensaaten stehen die ersten Büsche im Wasser. Und auf Polderwiesen zwischen Hohensaaten und Hohenwutzen sind immer größere Wasserflächen zu erkennen.

Erste Vorboten: Die Wiesenflächen zwischen Hohensaaten und Hohenwutzen sowie zwischen Deich und Oder stehen teilweise unter Wasser.

Erste Vorboten: Die Wiesenflächen zwischen Hohensaaten und Hohenwutzen sowie zwischen Deich und Oder stehen bereits teilweise unter Wasser.

Steffen Göttmann

+++9:00 Uhr+++ Auf dem  Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Küstrin-Kietz arbeiten 43 Feuerwehrkameraden aus Gorgast, Küstrin-Kietz, Manschnow, Bleyen, Rathstock und Alt Tucheband auf dem Sandsack-Füllplatz. Der Krisenstab des Kreises Märkisch-Oderland hatte angeordnet, dass an verschiedenen Stellen entlang des Deiches  eine Sandsack-Bevorratung zur Deichverteidigung geschaffen wird, die auf Kleintransportern verladen bleibt, informiert Thomas Wurl, Feuerwehrchef von Gorgast.

Sandsackfüllplatz Küstrin-Kietz. Dort stehen nun über 1000 Sandsäcke für den Verbau am Deich bereit.

Sandsackfüllplatz Küstrin-Kietz. Dort stehen nun über 1000 Sandsäcke für den Verbau am Deich bereit.

Ulf Grieger

Die Einsatzkräfte füllen 1036 Sandsäcke, die nun in Küstrin-Kietz abfahrbereit sind. Die Sicherstellung obliegt nun den Kameraden von Küstrin-Kietz, die dort in den Zwei-Schicht-Dienst gehen. Sobald  ab Montag ein Deichläufer Schäden am Deich bemerkt, können die nun mit den Sandsäcken verbaut werden. Ein Fachberater des Landesamtes für Umwelt gibt Anweisungen. Für die verbauten Sandsäcke werden in Küstrin-Kietz sofort neue nachgefüllt.

Wahllokal eröffnet: Edgar Petrick zeigt um 8 Uhr in Kienitz, dass die  Wahlurne leer ist.

Wahllokal eröffnet: Edgar Petrick zeigt um 8 Uhr in Kienitz, dass die Wahlurne leer ist.

Ulf Grieger

+++8:00 Uhr+++ Die Wahllokale öffnen. Auch im Kienitzer Lokal „Zum Hafen“. Dort ist der Wahlvorstand mit Manuela Conrad, Anke Winterkorn, Torsten Bauch, Edgar Petrick und Christiane Axmann ein eingespieltes Team. Die Kienitzer und die Sophienthaler wählen dort.

Wählen am Hochwasserdeich: Die Sophienthaler und Kienitzer wählen im Gasthaus "Zum Hafen in Kienitz.

Wählen am Hochwasserdeich: Die Sophienthaler und Kienitzer wählen im Gasthaus "Zum Hafen in Kienitz.

Ulf Grieger

+++7:00 Uhr+++ Seit Samstag (21.September kursieren Gerüchte, dass auch der Grenzübergang Küstrin-Kostrzyn komplett geschlossen wird. Vor Ort zeigt sich ein anderes Bild. Die nur noch für Pkw, Radfahrer und Fußgänger zugelassene Oderbrücke bleibt offen. Allerdings wird sie auch noch immer von Kleintransportern genutzt.

Grenzverkehr rollt in Küstrin-Kostrzyn: Entgegen allen Gerüchten über eine Schließung ist die Oderbrücke für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen geöffnet.

Grenzverkehr rollt in Küstrin-Kostrzyn: Entgegen allen Gerüchten über eine Schließung ist die Oderbrücke für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen geöffnet.

Ulf Grieger

+++Sonntag, 22. September, 6:00 Uhr +++ Am Bahnübergang Lünette Küstrin-Kietz ist der Übergang für den Deichwachdienst noch fest verschlossen. Die Vorflut führt ebenfalls Hochwasser. Am Ufer stehen noch Zäune gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Gegen 9 Uhr werden sie vom THW Seelow beräumt. Mitarbeiter der Bahn kümmern sich um den Übergang für die Deichläufer.

Noch fest verschlossen: der Bahnübergang Lünette in Küstrin-Kietz. Mitarbeiter der Bahn öffnen ihn nun für den Deichwachdienst. Das THW beseitigt dort die ASP-Zäune an der Vorflut, deren Pegel steigt.

Noch fest verschlossen: der Bahnübergang Lünette in Küstrin-Kietz. Mitarbeiter der Bahn öffnen ihn nun für den Deichwachdienst. Das THW beseitigt dort die ASP-Zäune an der Vorflut, deren Pegel steigt.

Ulf Grieger

+++19:00 Uhr+++ Das Umweltministerium informiert über die Hochwasserlage:  Die Abflusswerte des Oderhochwassers 1997 werden voraussichtlich nicht erreicht. Günstig für die Hochwasserentwicklung der Oder in Brandenburg seien die vorlaufenden Hochwasserwellen der Lausitzer Neiße und des Bobers, die bereits in den letzten Tagen die Oder erreicht haben. Seit Freitagnachmittag bis in die frühen Abendstunden des Sonntags folgt nun eine Phase stagnierender Pegelstände. Ab Montag (23. September) wird wiederum ein starker Anstieg bis hinein in den Bereich der Alarmstufe III an den Pegeln zwischen Ratzdorf und Frankfurt/Oder erwartet.

Touristen-Hotspot Zollbrücke: An der am Freitag (20. September) geschlossenen Deichscharte treffen sich Schaulustige ebenso wie besorgte Einwohner des Oderbruchs, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Touristen-Hotspot Zollbrücke: An der am Freitag (20. September) geschlossenen Deichscharte treffen sich Schaulustige ebenso wie besorgte Einwohner des Oderbruchs, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Ulf Grieger

+++18:00 Uhr+++ Zahlreiche Schaulustige finden sich an den touristischen Hotspots entlang der Oder ein. Am Fährweg Güstebieser Loose füllt sich das Deichvorland langsam. Der Pegel Kienitz nähert sich dort langsam der 4-Meter-Marke. Die Fähre Bez Granic wurde in den Hafen Kineitz geschleppt. Aus dem Warthehafen „Delfin“ von Kostrzny werden die Boote entfernt.

Deichvorland in Güstebieser Loose: Der Bereich vor dem Durchleiter zur Güstebieser Alten Oder läuft langsam voll.

Deichvorland in Güstebieser Loose: Der Bereich vor dem Durchleiter zur Güstebieser Alten Oder läuft langsam voll.

Ulf Grieger

+++ 11:25 Uhr +++ Die Gemeinde Letschin macht mobil: Am Sonnabend ab 8 Uhr haben Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Kienitz, Kienitz Nord, Sietzing, Neubarnim-Gieshof, Sophiental und Groß Neuendorf sowie zahlreiche freiwillige Helfer 2000 Sandsäcke befüllt. 25 Tonnen Sand habe der Landkreis zuvor an den Vorplatz des Jugendklub Kienitz in der Straße der Befreiuung angeliefert, erklärt der Letschiner Gemeindewehrführer Ralf Karaschewski.

Ein privater Agrardienstleister in Kienitz habe sich bereit erklärt, dass die Säcke vorübergehend auf dem Betriebsgelände gelagert werden dürfen. Von dort können sie im Ernstfall schnell abtransportiert werden, sagt Karaschewski. Die Feuerwehrleute vor Ort weisen darauf hin, dass immer noch im gesamten Landkreis Deichläufer gesucht werden.

Etwa 50 Feuerwehrleute und freiwillige Helfer halfen in Kienitz dabei, 2000 Säcke mit Sand zu befüllen.

Etwa 50 Feuerwehrleute und freiwillige Helfer befüllten in Kienitz 2000 Säcke mit Sand.

Felix Krone

+++ 10.00 Uhr +++ Aufgrund der prognostizierten hydrologischen Situation der Oder beendet das Festungsmuseum Küstrin-Kostrzyn  die diesjährige Touristensaison vorzeitig. Aus der Bastion Philipp werden Exponate, elektronische Geräte und andere Komponenten der Museumsausstellung evakuiert. Die Schießscharten werden mit Sandsäcken verschlossen. Die Bastion Philipp ist ab Montag (23. September) von Touren ausgeschlossen. Der Altstadtbereich, die Festung von außen, die archäologische Ausstellung, ein IT-Punkt und der Verkauf von Souvenirs und Publikationen im Berliner Tor bleiben für Besucher zugänglich.

Festung Küstrin- Kostrzyn: Erst vor kurzem wurden die mittelalterlichen Festungssmauern zusätzlich mit Buhnen geschützt.  Dort befand sich bis 1817 die Warthemündung.

Festung Küstrin- Kostrzyn: Erst vor kurzem wurden die mittelalterlichen Festungsmauern zusätzlich mit Buhnen geschützt. Dort befand sich bis 1817 die Warthemündung.

Peter Grenz

+++ Sonnabend, 21. September, 9.00 Uhr +++ Bei einer Vor-Ort-Besichtigung des Oderdeiches hat sich Vize-Landrat Friedemann Hanke vom Stand der Vorbereitungen auf die Deichverteidigung informiert. Der Deichwachdienst wird zunächst für die Bereiche Lebus und Golzow am Montag, 23. September, um 8 Uhr beginnen. Die Stützpunkte Reitwein und Küstrin-Kietz sind am Montag ab 6 Uhr besetzt. Die Deichstraße Nieschen-Küstrin-Kietz ist nur noch für Anlieger offen. Der erwartete Rückstau der Oder ins Warthebruch bei Küstrin-Kostrzyn wird für die unteren Bereiche am Oderbruch etwas Entlastung bringen.

Warthemündung in Küstrin-Kostrzyn: In der polnischen Partnerstat von Seelow bereiten sich die Einwohner auf das Hochwasser vor. Dort wird mit einem Rückstau von der Oder ins Warthebruch gerechner

Warthemündung in Küstrin-Kostrzyn: In der polnischen Partnerstadt von Seelow bereiten sich die Einwohner auf das Hochwasser vor. Dort wird mit einem Rückstau von der Oder ins Warthebruch gerechnet.

Ulf Grieger

+++ 18.00 Uhr +++ Der Landkreis Märkisch-Oderland bestätigt auch offiziell, dass die Grenzbrücke in Küstrin-Kostrzyn nur noch für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen zugelassen ist. Grund ist aber nicht nur das Hochwasser.  Kreis-Sprecherin Johanna Seelig erklärt dazu: „Auf der Oder-Grenzbrücke zwischen Küstrin-Kietz und Kostrzyn (Bundesstraße B 1/ DK 22) gilt ab sofort eine Tonnagebegrenzung von 3,5 Tonnen. Die weitere Reduzierung von 7,5 t auf 3,5 t ist aufgrund des Gesamtzustandes der Brücke kurzfristig von polnischer Seite entschieden und umgesetzt worden.

Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Märkisch-Oderland hat daher umgehend die entsprechenden Anpassungen auf deutscher Seite angeordnet. Der Landesbetrieb Straßenwesen wird die entsprechende Beschilderung nun vornehmen.“

Beschränkt auf 3,5 Tonnen: Über Grenzbrücke Küstrin-Kostrzyn dürfen nur noch Pkw fahren.

Beschränkt auf 3,5 Tonnen: Über Grenzbrücke Küstrin-Kostrzyn dürfen nur noch Pkw fahren.

Ulf Grieger

+++ 20. September, 15 Uhr +++ Der Landkreis MOL hatte noch am Donnerstag (19. September) angeordnet, dass der Fähranleger Hohenwutzen zur Sicherheit aus der Oder entfernt werden muss. „Nach Abwägung der Wirtschaftlichkeit haben wir entschieden, dass er in der Oder verbleibt, wir aber die Befestigung verstärken“, sagt Ralf Lehmann (CDU), Bürgermeister der Stadt Bad Freienwalde, am Freitag. Die Stadt hatte zwei Alternativen ins Spiel gebracht.

Entweder der Fähranleger wird mit einem Kran in Hohenwutzen herausgehoben und auf einen Tieflader geladen, der ihn auf höher gelegenes Gebiet bringt, oder er wird mit einem Schubschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Havel-Oder nach Hohensaaten gebracht. Beides habe sich als zu kostspielig erwiesen und sei in der Kürze der Zeit bis Anfang nächster Woche nicht zu realisieren, fügt Lehmann hinzu. Der Fähranleger stellt eine große Gefahr unter anderem für die Oderbrücke bei Schwedt dar. Sollte er sich losreißen, könnte er dieses oder andere Bauwerke schwer beschädigen.

Der Fähranleger ist sei Jahren wegen der schwankenden Wassertiefen der Oder nicht mehr in Betrieb, kostet die Stadt aber Geld, weil er wie ein Schiff regelmäßig überprüft werden muss. Der Versuch der Stadt, ihn vor einigen Jahren an eine polnische Stadt in Richtung Stettin zu verkaufen, scheiterte am Widerstand der Hohenwutzener. Bevor Polen in die EU eintrat, diente er als Ausgangspunkt für Butterfahrten auf die Oder.

Gefährlich bei Hochwasser: Der Fähranleger in Hohenwutzen ist mit Stahlseilen am Ufer vertäut.

Gefährlich bei Hochwasser: Der Fähranleger in Hohenwutzen ist mit Stahlseilen am Ufer vertäut.

Steffen Göttmann

+++ 14.00 Uhr +++ Das Landesumweltamt rechnet damit, dass die Scheitelwelle des Hochwassers am Dienstag das Oderbruch erreicht. Die Welle befindet sich derzeit noch in Brzeg Dolny, 280 km stromaufwärts. Der Deich sei in der Lage, auch bei einem länger anhaltenden Hochwasser standzuhalten. Das erklärte Gregor Beyer, Beigeordneter des Landrats, nach einer Besprechung mit dem Landesamt für Umwelt.

Pegel Kienitz: Nach der aktuellen Prognose des Pegelportals wird dort erst am Mittwoch die Alarmstufe 1 erreicht.

Pegel Kienitz: Nach der aktuellen Prognose des Pegelportals wird dort erst am Mittwoch die Alarmstufe 1 erreicht.

Ulf Grieger

+++ 12.30 Uhr +++ Der Hochwasserstab des Landkreises rechnet mit einem länger anhaltenden Hochwasser in der Oder. Dementsprechend müssen sich die Deichläufer auf ein zehn bis zwölftägigen Einsatz auf dem Deich einstellen. Je nach Situation wird am Montag oder am Dienstag damit gerechnet, dass der Deichwachdienst beginnt.

Lagebesprechung in Märkisch-Oderland: Die Amtsdirektoren und Bürgermeister habe sich mit den Beigeordneten des Landrates, Friedemann Hanke und Gregor Beyer über die aktuelle Hochwasserlage informiert.

Lagebesprechung in Märkisch-Oderland: Die Amtsdirektoren und Bürgermeister haben sich mit den Beigeordneten des Landrates, Friedemann Hanke und Gregor Beyer, über die aktuelle Hochwasserlage informiert.

Ulf Grieger

+++ 12:04 Uhr +++ Am Freitagvormittag (20. September) ist der Deich in Zollbrücke mit Holzbohlen und Folie verschlossen worden. „In der Mitte kommt Sand rein“, erklärte vor Ort ein Mitarbeiter des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (GEDO). Die Ausflügler am Deich ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch das Gasthaus Zollbrücke hat weiter geöffnet.

Der Deich in Zollbrücke wurde am Freitagvormittag (20. September) wegen der Hochwassergefahr verschlossen. Trotzdem zieht der Ort noch viele Ausflügler an. Auch die Gaststätte ist weiter geöffnet.

Der Deich in Zollbrücke wurde am Freitagvormittag (20. September) wegen der Hochwassergefahr verschlossen. Trotzdem zieht der Ort noch viele Ausflügler an. Auch die Gaststätte ist weiter geöffnet.

Felix Krone

+++ 11:27 Uhr +++ Für Irritationen am Freitagmorgen (20. September) eine Meldung gesorgt, dass die Grenzbrücke Küstrin-Kostrzyn wegen des Hochwassers gesperrt sein soll. Ab 8 Uhr sollte die Straßenbrücke, die jetzt aber nur noch für 3,5 Tonnen zugelassen ist, voll gesperrt sein.

Vor Ort erweist sich um 9 Uhr allerdings, dass der Grenzverkehr nach wie vor rollt. An die neue Beschränkung auf 3,5 Tonnen statt bisher 7,5 Tonnen hält sich dort aber auch kaum jemand. Es wird dort auch nicht kontrolliert.

Auf 3,5 Tonne reduziert: Die Straßenbrücke über die Oder in Küstrin-Kostrzyn ist zwar noch offen, aber nur noch für Pkw.

Auf 3,5 Tonnen reduziert: Die Straßenbrücke über die Oder in Küstrin-Kostrzyn ist zwar noch offen, aber nur noch für Pkw.

Ulf Grieger

Für die Grenzübergänge Stadtbrücke Frankfurt/Oder und Hohenwutzen sind keine Einschränkungen vorgesehen.

+++ 10:30 Uhr +++ Mitarbeiter der Bahn sind dabei, den geschlossenen Bahnübergang nahe der Lünette in Küstrin-Kietz für den Deichwachdienst zu öffnen. Am Freitagvormittag wurde damit begonnen, die Deichscharte in Zollbrücke zu verbauen.

Deichwachstation Kienitz: Insgesamt 17 solcher Container stehen den Deichläufern am knapp 80 Kilometer langen Deich in Märkisch-Oderland zur Verfügung, Jeweils sechs Deichläufer besetzen diese Stationen ab der Alarmstufe III.

Deichwachstation Kienitz: Insgesamt 17 solcher Container stehen den Deichläufern am knapp 80 Kilometer langen Deich in Märkisch-Oderland zur Verfügung. Jeweils sechs Deichläufer besetzen diese Stationen ab der Alarmstufe III.

Ulf Grieger

+++ 09:20 Uhr +++ Entlang des etwa 80 km langen Deichabschnitts Märkisch-Oderland wurden bereits  17 Deichwachstationen aufgebaut, die mit jeweils sechs Deichläufern besetzt werden.

Pegel Kienitz: Der Untere Pegel ist mit 3.66 Metern am Freitagsmorgen nahezu überschwemmt.

Pegel Kienitz: Der Untere Pegel ist mit 3,66 Metern am Freitagmorgen nahezu überschwemmt.

Ulf Grieger

+++ Freitag, 20. September, 09:00 Uhr +++ Mit dem steigenden Oderpegel versuchen Biber, sich in den Deich zu graben. Weil das die Standsicherheit der Hochwasserschutzanlagen beeinträchtigt, werden die Tiere dort jetzt bejagt. Allein in dieser Woche sind bereits zwölf Biber am Deich geschossen worden, berichtet Michael Saß vom Deichverband.