Verkehr in Neuhardenberg
: Kai Wegner zu Gast – was er Pendlern verspricht

Der Flugplatz Neuhardenberg, die Ostbahnstrecke und die Bundesstraßen von Berlin zur Grenze nach Polen waren Themen des ersten Besuchs des Berliner Bürgermeisters in MOL.
Von
Doris Steinkraus
Neuhardenberg
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Auf dem Flugplatz Neuhardenberg

Auf dem Flugplatz Neuhardenberg: Airportchef Uwe Hädicke (l.) erläutert Kai Wegner (3.v.r.), die Struktur des Flugplatzes. Auf der 2400 Meter langen Landebahn können auch sehr großer Maschinen landen.

Doris Steinkraus
  • Berlins Bürgermeister Kai Wegner besuchte Märkisch-Oderland (MOL) für Gespräche zu Infrastruktur & Wirtschaft.
  • Ausbau der Ostbahn und Ertüchtigung der Bundesstraßen 1, 5, 158 sind zentral für Pendler.
  • Flugplatz Neuhardenberg soll mit neuem Anflugverfahren und ungarischer Firma bis zu 200 Jobs schaffen.
  • MOL und Berlin betonen gemeinsame Wachstumsstrategie – „Berlin braucht uns, wir leben von Berlin.“
  • Neues Infrastrukturprojekt: Autobrücke Küstrin über die Oder soll ab 2032 Lkw-Verkehr ermöglichen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er kam ganz entspannt mit der Regionalbahn RB26, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU). Am Bahnhof Seelow-Gusow begrüßten ihn sowie Vertreter der Interessengemeinschaft Ostbahn und die CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin (CDU), der Landrat von MOL Gernot Schmidt (SPD) und der Neuhardenberger Airport-Chef Uwe Hädicke. Sie hatten das Berliner Stadtoberhaupt eingeladen, um darüber zu reden, wie die Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft, Infrastruktur und Gesundheit zwischen Berlin und Märkisch-Oderland weiter verbessert werden kann. Es war der erste Besuch des Regierenden Bürgermeisters in der Region.

Ein Punkt bildet die Entwicklung der Ostbahn als wichtige Verkehrsader in die Hauptstadt. Der Landkreis setzt sich seit Jahren für eine weitere Ertüchtigung der Strecke ein, die sowohl für Berlin als auch für Märkisch-Oderland von Bedeutung ist.

Ostbahn und Bundesstraßen wichtig für Pendler aus MOL

Die Ostbahn sei ein ureigenes Thema für Berlin, versicherte Christian Gräff (CDU), scheidendes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Er pflegt seit Jahren Kontakte in die Kreisverwaltung MOL, hatte das Treffen maßgeblich initiiert. Er verwies auch auf die immer größere werdende Zahl von polnischen Fahrgästen, die für den Arbeitsmarkt in Berlin unerlässlich sind.

Bei dem sich anschließenden Gespräch im Schloss Neuhardenberg machte Rainer Schinkel, Beigeordneter der Kreisverwaltung MOL, die Dimensionen deutlich, die Berlin und Märkisch-Oderland verbinden. 30.000 Menschen würden täglich aus dem Landkreis in die Hauptstadt pendeln, umgekehrt seien es mittlerweile auch schon rund 10.000.

Diese Ströme seien mit einer Bahninfrastruktur allein auf Dauer nicht zu bewältigen. „Wir brauchen auch eine Ertüchtigung der Bundesstraßen 1, 5 und 158“, sagte Schinkel. 2032 soll zudem die neue Autobrücke über die Oder in Küstrin fertig sein. Dann werde auch Lkw-Verkehr rollen. Angesichts langer Planungsvorläufe müsse die Region darauf vorbereitet werden „im Verbund mit Berlin“, so der Beigeordnete.

Kai Wegner sicherte seine volle Unterstützung zu. In Berlin gebe es keine großen Industrieflächen mehr. Dafür viele Startup-Unternehmen, die Platz für die Umsetzung ihrer Entwicklung- und Forschungsprojekte benötigen. Er sehe in Brandenburg keine Konkurrenz, sondern eine gemeinsame Wachstumsregion. „Wir leben von Berlin und Berlin braucht uns“, betonte Gernot Schmidt und erntete dafür Zustimmung von Wegner.

Werbung für den Flugplatz Neuhardenberg

Schmidt verwies auch auf die Möglichkeiten des Flugplatzes Neuhardenberg, für den es kein Nachtflugverbot gibt. Die Bedingungen für die Entwicklung von Unternehmen seien bestens. Uwe Hädicke bekräftigte dies. Man sehe sich als Ergänzungsflugplatz zum BER und biete beste Möglichkeiten für Wartung und Ausbildung im Bereich Flugwesen, sagte der Flugplatzchef. Das bisher größte Sorgenkind des Flugplatzes wurde just am Tag des Treffens von der Landesregierung angeschoben.

Kai Wegner (l.) zeigte sich beeindruckt von Schloss Neuhardenberg. MOL-Landrat Gernot Schmidt (2.v.r.) konnte ihm einiges über den geschichtsträchtigen Ort berichteten. Rechts Neuhardenbergs Bürgermeister Denny Rüdiger.

Kai Wegner (l.) zeigte sich beeindruckt von Schloss Neuhardenberg. MOL-Landrat Gernot Schmidt (2.v.r.) konnte ihm einiges über den geschichtsträchtigen Ort berichteten. Rechts Neuhardenbergs Bürgermeister Denny Rüdiger.

Doris Steinkraus

Seit Jahren kämpft der Flugplatz um die Genehmigung für ein elektronisches Landesystem. Bisher wurde das immer zurückgewiesen. Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (BSW) kündigte am Mittwoch, dass das Land jetzt einen Antrag für die Zulassung des Instrumenten-Anflugverfahrens bei der Deutschen Flugsicherung stellen wird. Das System ermöglicht einen Anflug bei jeder Witterung und nachts.

Derzeit kann in Neuhardenberg nur auf Sicht geflogen werden. Die Wende in Potsdam basiert auf die Ansiedlung eines ungarischen Unternehmens, das in Neuhardenberg für den BER Wartungsaufträge realisieren und bis zu 200 neue Arbeitsplätze schaffen will.

Kai Wegner sicherte beim Besuch des Flugplatzes auch diesbezüglich seine Unterstützung zu. Man müsse miteinander und nicht gegeneinander agieren, so seine Devise.

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