Südhafen in Berlin-Spandau: Umbau für fast 100 Millionen Euro – was dafür wann passiert

Der Südhafen in Berlin-Spandau soll modernisiert werden. Dadurch sollen mehr Güter in Berlin über das Wasser oder die Schiene transportiert werden.
Kai Wielert- Die Modernisierung des Südhafens in Berlin-Spandau kostet 98 Millionen Euro.
- Hauptziel: Entlastung des Westhafens und Förderung klimafreundlicher Logistik.
- Startschuss für das Projekt erfolgte im November 2023, Fertigstellung geplant für 2031.
- Schulenburgbrücke wird ersetzt, neue Fahrradwege geplant.
- Erneuerung der Kaianlagen, Elektrifizierung der Arbeitsgeräte und Schiffe bis 2028.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Berlin wächst. Und Berlin will klimafreundlicher werden. Für beides spielt die Logistik eine zentrale Rolle. Der Südhafen in Spandau, der zweitgrößte Hafen der Hauptstadt, soll in den kommenden Jahren auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden.
Bei einer Informationsveranstaltung am 4. Dezember haben das Land Berlin sowie die landeseigene Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) über den aktuellen Planungsstand informiert.
Südhafen soll Berlins Logistik zukunftssicher machen
Durch die Modernisierung des Südhafens soll Berlins größter Hafen, der Westhafen in Moabit, entlastet werden. In das Infrastrukturprojekt werden insgesamt 98 Millionen Euro investiert. 90 Prozent dieser Kosten übernimmt der Bund über das Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Den Rest zahlen Berlin und die Behala.
Offizieller Startschuss für das Projekt war im November 2023. Beim symbolischen ersten Spatenstich mit dem regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte Staatssekretär Severin Fischer (SPD) die Notwendigkeit des Projekts: „Wir wollen in Berlin einen nachhaltigen und stadtverträglichen Wirtschaftsverkehr fördern und erschließen hier in Spandau mehr Möglichkeiten, Güter über das Wasser und die Schiene zu transportieren.“
So soll der Straßenverkehr in Berlin entlastet und zusätzlich die Attraktivität für Handel und Logistik in der Stadt angehoben werden.

Die Schulenburgbrücke am Südhafen in Berlin-Spandau ist alt und verrostet. Im Zuge der Modernisierung des Hafens wird auch die Brücke ersetzt.
Kai WielertUm das Ziel zu erreichen, muss am Südhafen aber einiges passieren. Zunächst muss die anliegende Schulenburgbrücke ersetzt werden. Die aktuelle Stahlkonstruktion ist über 100 Jahre alt und zu flach für größere Containerschiffe.
Auch die Kaianlagen des Hafens sind für künftige Herausforderungen nicht gewappnet. Sie sollen daher erneuert werden. Zudem werden Arbeitsgeräte der Behala elektrifiziert und dafür notwendige E-Ladesäulen aufgestellt. Auch die Transportschiffe sollen in Zukunft mit Strom und nicht mehr mit Dieselmotoren betrieben werden.
Ausbau des Südhafens: Das ist der Zeitplan
Seit Mai 2023 wird das Infrastrukturprojekt geplant. Nach aktuellem Stand sieht die Planung grob wie folgt aus:
- Erneuerung der Kaianlagen: 2026 – 2028
- Modernisierung und Erweiterung des Zuführgleises: 2026 – 2027
- Baubeginn Straßen- und Brückenbau: 2028
Fest steht der Zeitplan aber noch lange nicht, dafür ist es noch zu früh im Planungsverfahren. Aktuell soll das Projekt 2031 in Gänze fertiggestellt sein.
Um weniger auf Lkw-Verkehr angewiesen zu sein, will die Behala an ihrem Hafen die Gleisanlagen erweitern und Güter vermehrt über die Schiene transportieren. Ein neues Zuführgleis, welches am Oberhafen über das aktuelle Gelände der Geflüchtetenunterkunft führt, soll den Südhafen besser mit dem Güterbahnhof Ruhleben verbinden. Der Vertrag für die Unterkunft läuft 2025 aus, 2026 sollen dort dann die Arbeiten für das Gleis losgehen.
Fahrradwege statt Parkplätzen auf neuer Brücke
Der Ausbau hat auch direkte Auswirkungen auf die Anwohner rund um das Hafengelände. Einerseits, weil die Schulenburgbrücke während des Neubaus für etwa drei bis sechs Wochen gesperrt sein und künftig Fahrradwege statt Parkplätze haben soll. So zumindest der vorläufige Plan.
Andererseits werden an beiden Enden der Brücke die Kreuzungen grundlegend umgestaltet. Das ist notwendig, da das neue Zuführgleis über die aktuelle Kreuzung am Tiefwerderweg führen wird. Im Zuge dessen soll aber auch die zurzeit sehr chaotische Verkehrsführung verbessert werden. Wie genau die neuen Kreuzungen aussehen, ist aber noch nicht abschließend geklärt.
Wichtig zu erwähnen: noch wird in den Planungsbüros über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht. Erst im kommenden Jahr wollen sich die Akteure auf spezifische Varianten festlegen und tiefergehend planen. Die ersten Bauarbeiten werden nach aktuellen Informationen wohl erst 2026 beginnen.

