Flüchtlinge in Spandau: Container-Standort als Unterkunft – das sind die Pläne

Eine Container-Unterkunft für Flüchtlinge in Spandau verzögert sich. 2025 sollten 500 weitere Plätze im Ortsteil Spandau-Neustadt entstehen. (Symbolbild)
picture alliance / dpa / Jörg Carstensen- Geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Spandau verschiebt sich auf 2026; 500 Plätze im Containerdorf.
- Bezirksamt kritisiert fehlende Kommunikation des Senats; Infrastrukturprobleme wie Schulplätze bleiben.
- Schließung der Unterkunft am Südhafen 2025; 210 Betten betroffen, Alternativunterkünfte unklar.
- Senatsverwaltung plant zusätzliche Bildungsangebote für Geflüchtete am neuen Standort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als der Berliner Senat im Frühjahr 2024 verkündete, dass eine der 16 neuen Unterkünfte für Flüchtlinge in Spandau gebaut werden soll, war die Überraschung groß. Sogar Bürgermeister Frank Bewig (CDU) zeigte sich irritiert. Vorab wurde er davon nicht informiert. Die Entscheidung für den Standort stellt den Bezirk vor Herausforderungen. Nun soll die Unterkunft später eröffnen als geplant.
500 Plätze für Flüchtlinge sollen in eine temporäre Unterkunft aus Containern auf dem Alexander-Barracks-Gelände am Askanierring geschaffen werden. Die freie Fläche sei laut Senat geeignet. Das ursprünglich auf dem ehemaligen Kasernengelände geplante Pflegezentrum von Vivantes und Charité ist schon seit 2022 ad Acta gelegt.
Flüchtlinge in Spandau: Verzögerungen beim Bau der Unterkunft
Auf dem Gewerbegelände befinden sich derzeit unter anderem kleinere Werkstätten, Kfz-Betriebe und Büros.
2025 sollten neben den dreigeschossigen Klinkerbauten, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, Container aufgebaut werden. Die Planung habe sich seit März jedoch geändert, teilt Monika Hebbinghaus, Sprecherin des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), mit. Der Standort soll jetzt erst 2026 fertiggestellt werden.

Die Innenausstattung einer Container-Unterkunft: Ein Vier-Bett-Zimmer besteht zumeist aus zwei Stockbetten, vier Spinden, einem Tisch und vier Stühlen. (Symbolbild)
picture alliance/dpa/Bernd Wüstneck„Derzeit wird für diese Fläche noch der Überlassungsvertrag erarbeitet“, teilt Hebbinghaus mit. Dieser soll Ende 2024 fertig sein. „Weiterhin sind auf dem Grundstück umfassende Rodungsarbeiten notwendig.“ Diese Arbeiten können nur in bestimmten Zeiträumen stattfinden.
„Auch die Standortplanung muss noch abgestimmt werden.“ Erst danach könne mit der Bestellung und dem Aufbau der Container sowie dem Verlegen der Versorgungsleitungen begonnen werden. Wirklich einzugsbereit, sei die Unterkunft erst Ende 2026.
Soziale Infrastruktur und Bildungsangebote für Flüchtlinge
Kritik seitens des Bezirks an der Entscheidung des Senats für den Standort in Spandau bezog sich vor allem auf die fehlende Kommunikation vorab. Fragen zur sozialen Infrastruktur konnten so erst nach der Verkündung des Ortes geklärt werden. Insbesondere die Schul- und Kitaplatzversorgung sowie das Angebot von ausreichend Arztpraxen seien eine Herausforderung, teilte das Bezirksamt im Frühjahr mit.
Das Bezirksamt Spandau habe den Standort zwar im Vorfeld vorgeschlagen. In einem Gespräch mit dem Flüchtlingskoordinator des Senats Albrecht Broemme, dem Bundesministerium und dem LAF wurde aber auch auf die angespannte Versorgungssituation hingewiesen.
„Die vorgebrachten Bedenken wurden im Senatsbeschluss über die Reduzierung der Unterbringungskapazität von 1200 auf 500 Plätze und über die Aussparung des Sportplatzes bei der Planung des Standortes berücksichtigt“, teilt eine Sprecherin des Bezirks mit.
Am inzwischen dritten Standort für Geflüchteten-Unterkünfte am Askanierring sollen nun durch die Senatsverwaltung zusätzliche Bildungsangebote geschaffen werden. Das Angebot gestaltet sich „im Sinne von schulvorbereitenden Brückenangeboten beziehungsweise Willkommensklassen“, teilt Hebbinghaus mit.
„Ein medizinischer Versorgungspunkt ist dort aktuell nicht geplant.“ Zur Entlastung des Regelsystems biete das Landesamt in seinen Unterkünften jedoch stets eine Hebammen-Versorgung sowie Angebote zur psychosozialen Entlastung durch einen sozialen Träger an.
Schließung der Container-Unterkunft am Südhafen Spandau
Eine andere Unterkunft in Spandau wird 2025 geschlossen. Das Containerdorf auf dem Gewerbegelände am Spandauer Südhafen nahe der Schulenburgbrücke soll zu Ende März 2025 abgebaut werden, teilt Hebbinghaus mit.
Die 2016 in Betrieb genommene Unterkunft sollte in der Vergangenheit schon öfter aufgelöst werden. Ursprünglich war die Nutzung des Notquartiers nur bis 2020 auf dem Gelände geplant. Doch die 210 Betten wurden benötigt, der Standort verlängert.
Jetzt scheint die Entscheidung endgültig zu sein. „Alle Personen bekommen durch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten eine Folgeunterbringung angeboten.“ Zu den alternativen Möglichkeiten der Unterbringung konnte das Landesamt noch nichts sagen. Der Belegungsplanung habe noch nicht begonnen.
Zumindest auf dem Papier hat Spandau noch Kapazitäten. Von 2928 Plätzen in den Gemeinschaftsunterkünften seien bisher 2381 belegt, teilt Hebbinghaus mit. Die Vergabe der mehr als 600 freien Plätze werde berlinweit koordiniert. Um einen passenden Platz zu finden, müssen mehrere Kriterien beachtet werden.



