A100 in Berlin: Stau- und Unfallgefahr, Elsenbrücke bleibt weiter Nadelöhr

Auf der Elsenbrücke in Berlin staut sich auch nach der Spurfreigabe vor zwei Wochen weiterhin der Verkehr.
Tobias Trommer/Aktionsbündnis A100 stoppen- Elsenbrücke bleibt trotz zusätzlicher Spuren ein Stau-Nadelöhr rund um die neue A100-Abfahrt.
- Anwohner und Bündnis „A100 stoppen“ berichten von mehr Verkehr, Lärm und Abgasen.
- BVG-Busse stecken fest – neues Sondersignal hilft kaum, riskante Situationen beim Einfädeln.
- Kürzere Ampelphasen erschweren Wege für Fußgänger, Nachbesserungen sind angekündigt.
- Bauarbeiten an der Elsenbrücke laufen bis Ende Juni 2026 – 3+3-Spuren sind erst dann geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch mit zwei Spuren pro Richtung bleibt die Elsenbrücke in Berlin ein Flaschenhals. Spätestens im Berufsverkehr stauen sich die Autos auf der Brücke und rund um die wichtige Verbindung zwischen Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg.
Das Stop-and-Go geht zwar teilweise etwas flüssiger als zu Zeiten, als es nur eine Spur pro Richtung gab. „Von Entspannung kann keine Rede sein“, beschreibt Tobias Trommer, der in der Nähe wohnt, die Situation. Der einzige Unterschied zu vorher sei: „Jetzt stehen hier halt doppelt so viele Autos im Stau.“
Trommer ist nicht nur Anwohner, sondern auch Sprecher des Aktionsbündnisses A100 stoppen, das schon vor vielen Jahren vor der Autobahn-Erweiterung gewarnt hatte.
Elsenbrücke in Berlin - auch Bus steht im Stau
Eigentlich sollte nach der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 in Treptow die Verkehrsbelastung in Alt-Treptow und Friedrichshain nachlassen. „Sie hat aber spürbar zugenommen“, sagt Trommer. Statt des versprochenen Entlastungseffekts zeigte sich im Alltag genau das, wovor man seit Jahren gewarnt habe. „Zusätzliche Autobahnkapazität führt zu zusätzlichem Verkehr – und damit zu neuen Engpässen.“
Für die Menschen vor Ort habe das konkrete Folgen, meint Trommer. „Mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Stress. Einsatzfahrzeuge werden behindert. Busse stehen im Stau.“
Das bestätigt auch Busfahrer Ekkehard Spiegel. Nach seiner persönlichen Beobachtung hat sich das Nadelöhr nach der Freigabe des nordwestlichen Teilbauwerks der Elsenbrücke am 16. März einfach nur ein bisschen Richtung Friedrichshain verschoben.
Die Autos stauten sich jetzt mehr in den Straßen nach der Brücke Richtung Ostkreuz, die für die Masse an Verkehr durch die neue Autobahn-Abfahrt gar nicht ausgelegt seien, hat Spiegel beobachtet.
Elsenbrücke in Berlin: Gefährliche Situationen zwischen Bus und Autos
Seit der Freigabe weiterer Fahrspuren auf der Elsenbrücke spüre er selbst zwar leichte Verbesserungen, wenn er mit dem 165er-Bus Richtung Kreuzberg unterwegs sei. „Es gibt aber keine wirkliche Entlastung. Verspätungen sind der Normalfall“, betont der Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Für BVG-Busse wurde in der Nähe des S-Bahnhofs Treptower Park sogar ein neues Sondersignal eingerichtet. „Es handelt sich dabei aber nicht um das normale Vorfahrts-Dreieck, sondern es bedeutet für uns Busfahrer nur: „Du darfst dich jetzt von der Haltestelle vorsichtig in den fließenden Verkehr einfädeln“, berichtet Spiegel. Beim Linksabbiegen müsse er dann teilweise drei Spuren queren, auf denen weiterhin Autos fahren. „Die haben teilweise noch Grün oder Gelb. Viele beschleunigen extra, um noch über die nächste Ampel zu kommen.“

Nicht viel Platz für Busse: Die Haltestelle „S-Bahnhof Treptower Park“ befindet sich direkt im Strom der Autos, die über die Elsenbrücke von Friedrichshain nach Treptow fahren.
Harald Moritz/Fuss e.VEr und seine Kollegen könnten da noch so vorsichtig fahren. „Über kurz oder lang wird es an der Stelle einen Busunfall geben“, prophezeit der 55-jährige Berliner. Die angespannte Situation sorge bei Busfahrern wie bei PKW-Fahrern gleichermaßen für Stress. „Gerade ortsunkundige Autofahrer werden von Google Maps irgendwo langgeschickt und verirren sich in dem Chaos“, sagt Ekkehard Spiegel. „Viele zischen einfach an ausscherenden Bussen vorbei, um schnell auf die Autobahn zu kommen.“
Wenn die Autofahrer dann noch im Stau die Kreuzungen blockieren, wird die Verkehrssituation auch für Fußgänger immer unübersichtlicher.
Elsenbrücke in Berlin: kürzere Ampelphasen
Nach einer Umstellung der Anlagen müssen sie nun unter anderem im Bereich Puschkinstraße/Elsenstraße länger an den Ampeln stehen. „Fußgänger, die zum S-Bahnhof wollen, kommen nun nicht mehr in einem Zug über die Straße, sondern müssen auf der Mittelinsel warten“, erklärt Harald Moritz vom Verband von FUSS e.V..
Die Senatsverwaltung hat angekündigt, die Ampelschaltungen nochmal nachzubessern. „Wir werden das genau beobachten, aber sind eher pessimistisch“, sagt Moritz.
Denn auch die von der Autobahn GmbH des Bundes selbst im Vorfeld der Eröffnung der A100-Verlängerung zum Treptower Park beauftragte Simulation zeige, dass sich die Situation für alle Verkehrsteilnehmer eher noch verschärfe.
„Unabhängig davon, wie viele Fahrstreifen auf der Elsenbrücke zur Verfügung stehen, wird die Verkehrssituation im Umfeld voraussichtlich katastrophal bleiben“, heißt es in einer Mitteilung des BUND Berlin.
Bauarbeiten an Elsenbrücke bis Sommer 2026
Denn noch sind auf der Elsenbrücke nicht alle drei Spuren je Fahrtrichtung freigegeben. Die Bauarbeiten unterhalb der Brücke sowie die Beräumung der nicht mehr benötigten Baustelleneinrichtungsflächen sollen nach derzeitigen Planungen noch bis Ende Juni 2026 andauern. „Bis zu diesem Zeitpunkt soll dann auch die 3+3-Verkehrsführung eingerichtet sein“, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung.


